Wix (NASDAQ: WIX) steht in diesem Jahr unter erheblichem Druck, da Anleger befürchten, dass der Aufstieg KI‑gestützter „vibe coding“-Anwendungen das Website‑Builder‑Geschäft stören könnte. Nach einem Höchststand von 246 USD im Januar letzten Jahres ist die Aktie um 77 % auf rund 55 USD gefallen. Vor diesem Hintergrund muss das Unternehmen die Anleger bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen am 4. August davon überzeugen, dass seine Wachstumsaussichten intakt bleiben.

Wix‑Aktie vor Quartalszahlen unter Druck

Viele Softwareunternehmen sind in diesem Jahr im Zuge der anhaltenden SaaSPocalypse‑Sorgen stark gefallen. Dazu zählen große Namen wie Adobe, Workday, ServiceNow und Figma. 

Wix und andere Website‑Builder gehören zu den besonders exponierten Unternehmen, weil ihr Geschäftsmodell sie verwundbar macht. 

Zum einen bietet Wix einen Website‑Builder an, der es ermöglicht, hochwertige Websites zu erstellen, ohne Code schreiben zu müssen.

Heute stören „vibe coding“‑Plattformen diese Branche, indem sie es Anwendern erleichtern, Anwendungen und Websites zu erstellen. Man muss das Projekt nur beschreiben und die KI‑Tools erledigen den Rest. 

Wix hat dies erkannt und reagiert auf den Trend. Letztes Jahr übernahm das Unternehmen Base44 in einem 80‑Millionen‑Dollar‑Deal. Zudem hat Wix mehrere KI‑Tools eingeführt, darunter Wix Harmony, das „vibe coding“ und Drag‑and‑Drop‑Funktionen kombiniert.

Die zuletzt veröffentlichten Zahlen zeigten, dass der Umsatz von Wix im letzten Quartal um 14 % auf 541 Millionen USD gestiegen ist. Die Bookings stiegen um 15 % auf 585 Millionen USD, während der Transaktionsumsatz um 20 % auf 70 Millionen USD zunahm. Ein Teil dieses Wachstums ist auf die Performance von Base44 zurückzuführen, das sich zu einem wichtigen Akteur im Bereich „vibe coding“ entwickelt hat.

Die Wix‑Aktie steht diese Woche im Fokus, da das Unternehmen am Dienstag seine Zahlen vorlegt. Analysten gehen davon aus, dass der Umsatz im letzten Quartal um 12 % auf 552 Millionen USD gestiegen ist. Der optimistischste Analyst erwartet einen Umsatz von 559 Millionen USD.

Die anhaltenden KI‑Investitionen gehen mit hohen Kosten einher. Deshalb rechnen Investoren damit, dass das Ergebnis je Aktie (EPS) bei 1,21 USD liegen wird, deutlich niedriger als die 2,28 USD des Vorjahres. Das Management deutete im letzten Bericht bereits auf eine verlangsamte Geschäftsentwicklung hin und sagte:

„Unsere Prognose berücksichtigt den langsamer als erwarteten Start des Jahres im Bereich unserer Partner sowie Auswirkungen durch Produktivitäts‑Gegenwinde infolge des Kriegs im Nahen Osten, die den Rollout bestimmter wichtiger Produkte für unser professionelles Publikum verzögert haben.“

Diese Herausforderungen haben dazu geführt, dass Wix vergleichsweise unterbewertet wirkt; das erwartete Kurs‑Gewinn‑Verhältnis (Forward P/E) ist auf etwa 10 gefallen. Das erklärt auch, warum das Unternehmen in den letzten Quartalszahlen ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt hat.

Allerdings muss das Unternehmen deutliches Wachstum nachweisen, um sich zu erholen. I

Wix.com-Aktie: Technische Analyse

WIX-Aktie

Chart der Wix‑Aktie | Quelle: TradingView

Der Wochenchart zeigt, dass die WIX‑Aktie in den vergangenen Monaten stark gefallen ist, von einem Vorjahreshoch bei 246 USD auf aktuell 55 USD. Im Juni fiel sie unter 55 USD und erreichte im Juni ein Tief von 40 USD. Dieser Kurs stellte eine wichtige Unterstützung dar, da es das niedrigste Niveau im Juni des Vorjahres war. 

Ein genauerer Blick zeigt ein Break‑and‑Retest‑Muster, ein häufiges Zeichen für eine fortgesetzte bärische Tendenz im Markt. Die Aktie notiert außerdem unter den 50‑wöchigen und 100‑wöchigen exponentiellen gleitenden Durchschnitten (EMA).

Daher wird die Aktie voraussichtlich den Abwärtstrend fortsetzen, möglicherweise bis zur nächsten wichtigen Unterstützungszone bei 40 USD nach Vorlage der Zahlen.

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