carlos ghosn nissan will be on losing end if it merges with honda

Der japanische Automobilsektor steht an einem Scheideweg, da Nissan vor einem entscheidenden Führungswechsel steht, der die ins Stocken geratenen Fusionsgespräche mit Honda wiederbeleben könnte.

Der Zusammenbruch der Gespräche zwischen Japans zweit- und drittgrößten Autoherstellern versetzte Nissan in eine ungewisse Lage.

Angesichts des zunehmenden Drucks auf CEO Makoto Uchida, zurückzutreten, steht die Aussicht auf eine erneute Fusion im Wert von 60 Milliarden Dollar wieder im Mittelpunkt.

Die Probleme von Nissan – verursacht durch den Rückgang der Hybridverkäufe in den USA und die zunehmende Konkurrenz in China – haben die internen Spannungen verschärft, und der Vorstand diskutiert nun einen Führungswechsel.

Honda, das die Fusionsgespräche zunächst wegen des Widerstands von Nissan gegen eine Tochtergesellschaftsstellung abgebrochen hatte, ist Berichten zufolge bereit, die Verhandlungen unter neuer Führung wieder aufzunehmen.

Die Frage bleibt: Wird Uchidas Abgang den Weg für eine der größten Konsolidierungen in der Automobilgeschichte frei machen?

Nissans Hybrid-Probleme

Die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit von Nissan auf den Märkten für Hybrid- und Elektrofahrzeuge (EV) hat zu einem starken Rückgang der Gewinne geführt.

In den USA konnte Nissans Hybrid-Modellpalette nicht mit dem Erfolg von Konkurrenten wie Toyota mithalten, während in China lokale Hersteller Nissans Marktanteil schnell erodieren lassen.

Da die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen weltweit steigt, ist Nissan aufgrund des Mangels an wettbewerbsfähigen Modellen zunehmend verwundbar.

Honda hingegen hat eine stärkere Hybrid- und Elektrofahrzeugstrategie verfolgt und Partnerschaften genutzt, um seine Position zu sichern.

Eine Fusion mit Nissan könnte Honda Zugang zu Nissans bestehender Fertigungsinfrastruktur verschaffen und Nissan gleichzeitig die Vorteile von Hondas fortschrittlicher Hybrid- und Elektrofahrzeugtechnologie bieten. Nissans Widerstreben, seine Autonomie aufzugeben, war ein wichtiger Faktor für das Scheitern der Gespräche im letzten Monat.

Da der Vorstand nun Uchidas Zukunft bewertet, muss der Automobilhersteller entscheiden, ob eine Führungsumstrukturierung der Schlüssel zur Erschließung einer strategischen Allianz mit Honda ist oder ob er weiterhin einen unabhängigen Sanierungsplan verfolgen wird.

Interne Widerstände bei Nissan

Uchidas Amtszeit bei Nissan war geprägt von Versuchen, das Unternehmen nach Jahren der Turbulenzen zu stabilisieren, darunter die Folgen des Ausscheidens des ehemaligen CEO Carlos Ghosn.

Das Scheitern der Fusionsgespräche mit Honda hat zu wachsender Unzufriedenheit unter den Vorstandsmitgliedern und dem französischen Partner Renault geführt, der 43 % der Anteile an Nissan hält.

Obwohl Honda-CEO Toshihiro Mibe eine feindliche Übernahme ausgeschlossen hat, bleibt er offen für Gespräche mit einem Führungspersönlichkeit, die zu einer tiefergehenden Zusammenarbeit bereit ist.

Der Druck auf Uchida hat sich nach den jüngsten Kostensenkungsmaßnahmen von Nissan, zu denen die geplante Reduzierung der Belegschaft um 9.000 Stellen und die Drosselung der globalen Produktionskapazität um 20 % gehören, verstärkt.

Das Unternehmen hat sich verpflichtet, innerhalb des nächsten Monats einen Bericht über sein Sanierungsprogramm vorzulegen. Dieser Schritt könnte den Zeitplan für einen Führungswechsel beeinflussen.

Wird ein Führungswechsel die Fusionsgespräche wiederbeleben?

Das Schicksal der Fusion von Nissan mit Honda hängt davon ab, ob der Automobilhersteller seine internen Spaltungen überwinden und sich auf einen strategischen Weg nach vorn einigen kann.

Sollte Uchida zurücktreten, könnte dies den Weg für erneute Gespräche ebnen, insbesondere wenn sein Nachfolger offener für eine Integration mit Honda ist.

Der historische Widerstand von Nissan gegen Fusionen – getrieben vom Wunsch nach Unabhängigkeit – lässt jedoch darauf schließen, dass auch erneute Gespräche noch auf Herausforderungen stoßen würden.

Das Unternehmen muss die Risiken eines weiteren Marktrückgangs gegen die potenziellen Vorteile einer stärkeren Allianz mit Honda abwägen.

Da Honda signalisiert hat, dass es unter den richtigen Umständen einen Deal in Betracht ziehen würde, richten sich alle Augen nun auf den nächsten Schritt von Nissan.

Ob der Autohersteller sich für eine Fusion entscheidet oder seine Bemühungen um eine unabhängige Wiederbelebung verstärkt, wird die Zukunft der japanischen Automobilindustrie in den kommenden Jahren prägen.

The post Wird Honda die Übernahmegespräche mit Nissan wieder aufnehmen, wenn CEO Makoto Uchida zurücktritt? appeared first on Invezz