how long an oil shock driven bear market lasts on average

Nachdem die US-Ölpreise vor dieser Woche ein neues Hoch von nahezu $120 erreichten und anschließend zurückgingen, ist die Wall Street in Alarmbereitschaft.

Der eskalierende US‑Iran‑Krieg hat Befürchtungen ausgelöst, dass ein Anstieg der Energiepreise eine deutliche Börsenkorrektur auslösen oder sogar in einen ausgewachsenen Bärenmarkt münden könnte.

Während Anleger das Risiko eines 20%igen Rückgangs abwägen, hat CFRA Research eine historische Analyse veröffentlicht, wie frühere ölbedingte Krisen den Leitindex S&P 500 erschüttert haben.

Was die Geschichte über einen durch Ölschocks ausgelösten Bärenmarkt aussagt

Laut Sam Stovall, Chief Investment Strategist von CFRA, hat der S&P 500 seit der Großen Depression 18 Bärenmärkte überstanden, von denen jedoch nur drei hauptsächlich durch Ölschocks verursacht wurden.

Im Durchschnitt dauerten diese energiegetriebenen Abschwünge etwa 13 Monate und führten zu einem Rückgang des Leitindex von knapp 30%.

Der schwerste davon ereignete sich im Januar 1973, als ein OPEC-Embargo die Ölpreise vervierfachte.

Das löste einen zermürbenden 21-monatigen Bärenmarkt aus, in dem der S&P 500 um mehr als 48% einbrach.

Der Vorfall von 1973 ist jedoch ein Ausreißer, der den Durchschnitt verzerrt, denn andere Fälle wie die Suez-Krise 1956 und die Invasion Kuwaits 1990 verzeichneten deutlich moderatere Rückgänge von 21,6% bzw. 19,9%.

Die Auswirkungen einer Energiekrise auf Aktienkurse

Die primäre Bedrohung für Aktien während eines Ölschocks ist nicht nur der Preis an der Zapfsäule – es ist die systemische Belastung der Verbraucher.

Anhaltend hohe Energiekosten wirken wie eine funktionale Steuer und zwingen zu einem deutlichen Rückgang der nicht-essentiellen Ausgaben in der gesamten Volkswirtschaft.

Zudem lösen stark steigende Ölpreise typischerweise inflationären Druck aus, der wiederum die Zinsen nach oben treibt.

Dieses Doppelrisiko macht das Leihen teurer und dämpft gleichzeitig die Kreditnachfrage.

Kurz nachdem die jüngsten US‑Iran-Feindseligkeiten ausgebrochen waren, wurden Western Texas Intermediate (WTI)-Futures bis zu 50% höher gehandelt.

Während der S&P 500 bis zum vergangenen Freitag nur um rund 2% nachgegeben hat, deuten steigende Renditen auf 10-jährige US-Treasuries darauf hin, dass der breitere Markt beginnt, ein restriktiveres wirtschaftliches Umfeld einzupreisen.

Droht also eine massive Börsenkorrektur?

Trotz dieser historischen Indikatoren warnen Analysten, dass keine zwei geopolitischen Krisen identisch sind.

Der Ölschock von 1990 erfüllte beispielsweise kaum die technische 20%-Definition eines Bärenmarkts und dauerte nur drei Monate.

Im Gegensatz dazu verdoppelte die iranische Revolution von 1979 die Ölpreise, trat jedoch in ein „verlorenes Jahrzehnt“ für Aktien, wodurch ihr spezifischer Einfluss schwerer isolierbar ist.

Heute stehen Anleger an einem ähnlichen Scheideweg. „Niemand weiß, ob die derzeitige Krise in einen neuen ‚gewöhnlichen‘ Bärenmarkt (-20% bis -39,9%) oder in einen weiteren Zusammenbruch münden wird“, warnte Stovall in seiner Montag-Notiz.

Da die Straße von Hormus faktisch gelähmt ist, wird die Dauer der aktuellen Marktvolatilität wahrscheinlich davon abhängen, wie schnell im Nahen Osten eine Lösung gefunden wird.

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