Der CAC 40 ist nach einem Rückgang von rund 10 % gegenüber seinem Jahreshoch in eine Korrektur geraten. Er fiel von €8.645 im Februar auf €7.807, den niedrigsten Stand seit September des Vorjahres. Dieser Trend könnte sich fortsetzen, falls der Krieg im Iran eskaliert.

Französische Aktien fallen im Zuge des anhaltenden Kriegs im Iran 

Der CAC 40 steht diesen Monat unter Druck und spiegelt die Entwicklung anderer europäischer Aktien wider, die im Zuge des anhaltenden Kriegs im Iran eingebrochen sind.

Europäische Unternehmen gehören zu den am stärksten Betroffenen, da der Staatenbund stark vom Nahen Osten abhängig ist. Infolgedessen sind die europäischen Gaspreise seit Beginn des Kriegs um dreistellige Prozentsätze gestiegen.

Daher ist es wahrscheinlich, dass viele Unternehmen im Index mit höheren Kosten rechnen müssen, solange der Krieg andauert.

Gleichzeitig hat die Europäische Zentralbank (EZB) angedeutet, dass sie im Laufe des Jahres die Zinsen anheben könnte, da die Inflation weiter steigt. Analysten wichtiger Banken wie Barclays und Goldman Sachs haben prognostiziert, dass die Notenbank in diesem Jahr zwei Zinssenkungen vornehmen werde.

Das erklärt, warum französische Anleiherenditen diesen Monat weiter gestiegen sind – von 3,219 % Anfang des Monats auf heute 3,62 %.

Viele französische Unternehmen sehen sich zudem wesentlichen Entwicklungen in Schlüsselmärkten wie China und den USA gegenüber. So verzeichnen Luxusmarken wie LVMH und Kering weiterhin langsames Umsatzwachstum in China, da der Einzelhandel unter Druck bleibt.

Die Mehrzahl der Unternehmen im CAC 40 ist in den vergangenen Wochen weiter gefallen. Die Aktie von Compagnie de Saint‑Gobain verlor in den letzten 30 Tagen mehr als 23 %, da die Nachfrage nach ihren Produkten weiter nachließ. 

Die Aktie von Pernod Ricard fiel in diesem Zeitraum um 23 %, da die Umsätze in China und den USA weiter rückläufig sind. In einer Stellungnahme erklärte das Unternehmen, es konzentriere sich nun auf Kosteneinsparungen, um das langsame Wachstum auszugleichen. Der Gesamtumsatz im ersten Halbjahr sank um 25 % auf über 5,25 Mrd. €.

Die Aktie von EssilorLuxottica verlor 20 %. Ebenso büßte Accor 19 % ein, da das Unternehmen in wichtigen Märkten im Nahen Osten aufgrund des Kriegs eine schwache Nachfrage verzeichnet. Weitere Spitzenreiter unter den Verlierern im Index waren Airbus, Stellantis, Hermes, Renault, Safran und LVMH.

Auf der anderen Seite gehörten Unternehmen wie TotalEnergies, Dassault Systèmes, Euronext, ENGIE und AXA in diesem Zeitraum zu den größten Gewinnern.

Technische Analyse des CAC‑40 

CAC‑40‑Chart  | Quelle: TradingView 

Das Tages-Chart zeigt, dass der CAC 40 in den vergangenen Wochen stark nachgegeben hat – von einem Hoch von €8.645 im Februar auf aktuell €7.800. Er ist unter das wichtige Unterstützungsniveau bei €7.883 gefallen, den niedrigsten Stand seit November des Vorjahres.

Der Index liegt bereits unter den 50‑ und 200‑Tage‑Exponentiellen Gleitenden Durchschnitten (EMA). Auch der Relative Strength Index (RSI) fiel vom überkauften Bereich bei 74 auf aktuell 32. Der Percentage Price Oscillator ist unter die Nulllinie gefallen.

Dementsprechend bleibt der Index in den nächsten Tagen oder Wochen unter Druck und dürfte erst dann eine Erholung zeigen, wenn sich Hinweise auf ein Kriegsende abzeichnen. Er könnte bis zum wichtigen Unterstützungsniveau bei €7.500 fallen und sich dann wieder erholen.

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