Der Aktienkurs von Rolls‑Royce ist in den vergangenen Monaten stark eingebrochen. Er liegt mehr als 15 % unter seinem diesjährigen Höchststand und befindet sich weiter in einer technischen Korrektur. Die RR‑Aktie wurde bei 1.190p gehandelt, und die Schwäche könnte anhalten, solange der Iran‑Konflikt andauert.

Rolls‑Royce Holdings‘ Geschäft wird vom Iran‑Konflikt beeinträchtigt 

Rolls‑Royce, ein führender britischer Industriekonzern, sieht sich erheblichen Gegenwinden gegenüber, die verhindern könnten, dass die Jahresziele erreicht werden.

Das Geschäft des Unternehmens wird auf zwei Hauptwegen beeinträchtigt. Erstens hat der andauernde Krieg zu einem Anstieg der Rohstoffkosten geführt, insbesondere bei Aluminium, dessen Preis in den letzten Wochen stark gestiegen ist

Der Aluminiumpreis sprang an, nachdem eine große Anlage in Katar angegriffen wurde; Analysten erwarten, dass die Anlage länger als ein Jahr brauchen wird, um wieder in Betrieb zu gehen. Weitere Anlagen dürften angegriffen werden, sollte der Krieg andauern.

Rolls‑Royce Holdings ist außerdem von der Schwäche in der zivilen Luftfahrt betroffen. Zwar werden Triebwerkslieferungen in diesem Jahr fortgesetzt, die Hauptproblematik ist jedoch, dass der Flugverkehr weiter zurückgegangen ist. Ein Großteil dieser Schwäche zeigt sich im Nahen Osten, wo die Menschen das Reisen eingestellt haben.

Die Krise könnte sich verschärfen, wenn Länder, insbesondere in Europa und Asien, beginnen, ihren Jet‑Fuel‑Verbrauch zu rationieren, während viele Fluggesellschaften bereits Flugkürzungen angekündigt haben. In einer aktuellen Mitteilung sagte der Chef von United Airlines:

„Wenn die Preise auf diesem Niveau blieben, würde das allein jährlich zusätzliche Kosten von 11 Mrd. US‑$ nur für Flugbenzin bedeuten. Zum Vergleich: In Uniteds bestem Jahr haben wir weniger als 5 Mrd. US‑$ verdient.“

Das Geschäftsmodell von Rolls‑Royce ist durch langfristige Wartungsverträge für Flugzeuge anfällig gegenüber Flugstreichungen. Das Unternehmen verdient mehr basierend auf Flugstunden, sodass ein Rückgang einen direkten Einfluss auf das Geschäft haben kann.

Auf der positiven Seite wird der Krieg schließlich enden, was die im Verlauf entstandenen Verluste rückgängig machen dürfte.

Die jüngsten Daten zeigten, dass Rolls‑Royce Holdings im vergangenen Jahr weiterhin gute Ergebnisse erzielte: Die Erlöse im Bereich zivile Luftfahrt stiegen um 15 % auf über £10,3 Mrd. und das operative Ergebnis legte um 41 % auf über £2,13 Mrd. zu. 

Die gleiche Wachstumsdynamik setzte sich im Verteidigungssegment fort, wo die Erlöse um 8 % auf über £4,7 Mrd. zunahmen, während das operative Ergebnis auf über £689 Mio. anstieg. Analysten erwarten, dass Rolls‑Royce‘ Umsatz in diesem Jahr auf £21 Mrd. springen und 2025 über £25 Mrd. liegen wird.

Technische Analyse des Rolls‑Royce‑Aktienkurses 

Rolls‑Royce-Aktienkurs

RR‑Aktienchart | Quelle: TradingView 

Die Tages‑Zeitebene zeigt, dass der RR‑Kurs vom Allzeithoch von 1.420p am 26. Februar auf ein Tief von 1.079p in der letzten Woche abgestürzt ist.

Positiv ist, dass die Aktie ein fallender Keil‑Muster ausgebildet hat, ein verbreitetes bullishes Umkehrsignal in der technischen Analyse. Sie ist nun über die obere Begrenzung des Keils ausgebrochen und hat diese anschließend erneut getestet. Ein Break‑and‑Retest‑Muster gilt als häufiges bullishes Umkehrsignal.

Die Aktie ist über den 200‑Tage‑EMA ausgebrochen. Sie liegt leicht über den Strong‑, Pivot‑ und Reverse‑Leveln des Murrey‑Math‑Lines‑Werkzeugs.

Daraus ergibt sich das wahrscheinlichste Szenario: Die Aktie bleibt kurzfristig weiter unter Druck, gefolgt von einer Erholung, wenn der Krieg endet. Sollte dies eintreten, dürfte die Aktie zunächst zum Jahreshoch von 1.420p und anschließend zum übergeordneten Widerstandsbereich bei 1.500p steigen.

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