Die Futures des S&P 500 Index stiegen am Montag, als Marktteilnehmer auf jüngste Berichte reagierten, wonach die USA und Iran in Gesprächen über einen 50-tägigen Waffenstillstand stünden. Sie kletterten um 25 Punkte auf $6,600. Ähnlich entwickelten sich die Futures für den Dow Jones und den Nasdaq 100, die um 25 bzw. 115 Punkte zulegten. Nachfolgend die wichtigsten Katalysatoren für den Blue‑Chip S&P 500 Index in dieser Woche.

S&P 500 Index reagiert auf US‑Iran‑Konflikt 

Der wichtigste Katalysator für den S&P 500 Index ist der anhaltende US‑Iran‑Konflikt, der in seine sechste Woche eingetreten ist.

Händler reagieren auf einen Bericht von Axios, wonach die USA und Iran Gespräche führen und einen 45-tägigen Waffenstillstand in Erwägung ziehen. Der Waffenstillstand würde Iran veranlassen, die Straße von Hormus zu öffnen, sobald der Krieg endet. Das erklärt, warum sich die Rohölpreise heute seitwärts bewegen.

Analysten gehen jedoch davon aus, dass Iran einem Waffenstillstand nicht zustimmen werde, da das Land derzeit im Vorteil sei und heute mehr Einnahmen erziele als vor Ausbruch des Krieges.

Damals verkaufte Iran etwa 1 Million Barrel Öl pro Tag für weniger als $60. Heute verkauft es über 1,5 Millionen Barrel für mehr als $100 und erzielt zusätzlich Einnahmen durch Gebühren auf der Straße von Hormus.

Iran befürchtet zudem, dass ein Waffenstillstand den USA und Israel Zeit geben würde, weitere militärische Ausrüstung zu beschaffen und den Krieg neu zu entfachen. Daher streben die Verantwortlichen ein echtes Kriegsende an, nicht lediglich einen vorübergehenden Waffenstillstand.

Der S&P 500 Index dürfte auch auf Trumps Aussage zur Bombardierung kritischer iranischer Infrastruktur, einschließlich Kraftwerken und Brücken, reagieren. Ein solcher Schritt würde den Konflikt eskalieren, zu höheren Rohölpreisen und zu einem schwächeren Aktienmarkt führen.

US‑Verbraucherpreisdaten 

Ein weiterer zentraler Katalysator für den S&P 500 Index in dieser Woche ist der anstehende US‑Verbraucherpreisbericht, der am Freitag veröffentlicht wird.

Dieser Bericht wird zeigen, welchen offiziellen Einfluss Trumps Krieg auf die US‑Inflation hat. Von Reuters befragte Ökonomen erwarten, dass der headline Consumer Price Index (CPI) von 2,4% im Februar auf 3,4% im März dieses Jahres gestiegen ist.

Die Kerninflation, die volatile Preise für Nahrungsmittel und Energie ausschließt, dürfte von 2,5% auf 2,7% gestiegen sein.

Die Inflation dürfte in den kommenden Monaten weiter steigen, insbesondere wenn der Krieg anhält. So haben sich beispielsweise die Kerosinpreise in den vergangenen Wochen mehr als verdoppelt. 

Außerdem zeigen Daten, dass die Benzinpreise auf $4 gestiegen sind, während Düngemittel und andere Güter weiterhin stark teurer werden. 

Ein höherer Inflationsbericht würde bedeuten, dass die Federal Reserve nicht in Eile sein wird, die Zinsen in diesem Jahr zu senken. Zudem zeigte ein am Freitag veröffentlichter Bericht, dass sich der Arbeitsmarkt verbessert hat: Die Arbeitslosenquote fiel auf 4,3%, während die Wirtschaft über 176.000 Stellen geschaffen hat.

Die USA werden diese Woche außerdem weitere makroökonomische Daten veröffentlichen. So veröffentlicht das ISM am Montag den aktuellen Non‑Manufacturing‑PMI, während das Bureau of Economic Analysis am Donnerstag den neuesten BIP‑Bericht vorlegt.

Wichtige Unternehmen veröffentlichen Berichte vor Beginn der Berichtssaison 

Der S&P 500 Index dürfte auch auf einige wichtige Unternehmenszahlen reagieren, die vor dem Start der Quartalsberichtssaison veröffentlicht werden.

Delta Air Lines, die größte US‑Fluggesellschaft, wird am Mittwoch das erste Unternehmen sein, das seine Quartalszahlen veröffentlicht. Diese Zahlen werden mehr Aufschluss darüber geben, wie sich der Krieg auf das Geschäft auswirkt, nachdem die Kerosinpreise stark gestiegen sind.

Weitere Unternehmen, die am Mittwoch ihre Zahlen vorlegen, sind Constellation Brands und RPM International. Progressive, ein großer Versicherer, veröffentlicht am Donnerstag. Die eigentliche Berichtssaison beginnt nächste Woche mit Unternehmen wie JPMorgan, Goldman Sachs, Johnson & Johnson und BlackRock, die ihre Zahlen vorlegen werden.

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