
Der texanische Demokrat Abgeordnete Al Green wurde am Dienstag aus dem Repräsentantenhaus entfernt, nachdem er Donald Trumps Rede vor dem Kongress gestört hatte.
Der erfahrene Gesetzgeber, bekannt für seine früheren Amtsenthebungsverfahren gegen Trump, stellte die Behauptung des ehemaligen Präsidenten eines breiten Wahlmandats offen in Frage.
Greens Protest, der auch lautstarken Widerstand gegen geplante Kürzungen bei Medicaid beinhaltete, eskalierte schnell zu einer angespannten Konfrontation im Repräsentantenhaus.
BREAKING: Rep Al Green (D-TX) has been REMOVED from US President Trump’s address after repeatedly interrupting him and refusing to take his seat
Der Vorfall verdeutlichte die tiefen Spaltungen im Kongress, während Trump seine politische Agenda darlegte.
Während die Republikaner Greens Absetzung mit „Auf Wiedersehen!“-Rufen feierten, als er hinausgeführt wurde, unterstrich der Moment die anhaltenden politischen Spannungen im Zusammenhang mit Trumps Rückkehr ins Amt.
Greens Geschichte des lautstarken Widerstands gegen Trump reicht bis in die erste Amtszeit des ehemaligen Präsidenten zurück, als er zu den ersten Gesetzgebern gehörte, die ein Amtsenthebungsverfahren forderten.
Al Greens Hintergrund
Al Green, 77 Jahre alt, ist seit 2005 US-Repräsentant für den 9. Kongresswahlbezirk von Texas.
Geboren in New Orleans, erwarb er 1974 einen Juraabschluss an der Thurgood Marshall School of Law der Texas Southern University, bevor er seine politische Karriere als Friedensrichter in Harris County begann.
Seine Amtszeit im Kongress war geprägt von einem starken Fokus auf Bürgerrechte, wirtschaftliche Gerechtigkeit und Zugang zur Gesundheitsversorgung.
Greens Auseinandersetzungen mit Trump sind gut dokumentiert. 2017 war er der erste Abgeordnete, der Anklagepunkte gegen Trump einbrachte und dabei die Behinderung der Justiz in der Russland-Untersuchung anführte.
Später erzwang er mehrere Abstimmungen im Repräsentantenhaus über ein Amtsenthebungsverfahren und zog damit den Zorn republikanischer Abgeordneter und einiger gemäßigter Demokraten auf sich. Seine anhaltende Opposition gegen Trumps Politik blieb ein prägendes Merkmal seiner Amtszeit im Kongress.
Die Unterbrechung im Kongress
Die Spannungen entluden sich früh in Trumps Rede, als er erklärte: „Die Präsidentschaftswahl vom 5. November war ein Mandat, wie es seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat.“ Green, der in der Nähe des Ganges saß, stand sofort auf und rief: „Sie haben kein Mandat.“
Seine Äußerungen, die darauf abzielten, Trumps Wahlsieg und die vorgeschlagenen Kürzungen bei Medicaid in Frage zu stellen, lösten eine heftige Reaktion republikanischer Abgeordneter aus.
Der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, warnte Green, seinen Ausbruch zu beenden, andernfalls drohe ihm der Ausschluss. Der texanische Demokrat unterbrach jedoch weiterhin, woraufhin Johnson den Sergeant at Arms anwies, die Ordnung wiederherzustellen.
Als Green hinausgeführt wurde, buhten die republikanischen Abgeordneten lautstark und skandierten „Nah nah nah nah, auf Wiedersehen“. Green ließ sich davon nicht beirren und setzte seine Opposition gegen Trumps Politik fort, während er aus dem Saal entfernt wurde.
Draußen verteidigte Green sein Vorgehen und erklärte, Trumps Behauptungen eines Mandats seien irreführend und sein vorgeschlagener Haushalt würde schutzbedürftigen Amerikanern schaden.
Der Moment trug zu der ohnehin schon angespannten Atmosphäre im Kongress bei, wobei Mitglieder des Democratic Women’s Caucus aus Protest rosa Kleidung trugen und andere Botschaften mit Kritik an Trumps Politik zeigten.
Proteste während Trumps Rede
Greens Entfernung war nur eine von mehreren Protestaktionen während Trumps Rede. Demokratische Abgeordnete brachten ihren Unmut auf verschiedene Weise zum Ausdruck, einige trugen blau-gelbe Krawatten zur Unterstützung der Ukraine.
Andere zeigten Botschaften, in denen der Milliardär Elon Musk beschuldigt wurde, die Sozialversicherung zu gefährden, was die breiteren Bedenken über wirtschaftspolitische Veränderungen unter Trumps Führung widerspiegelte.
Mehrere demokratische Abgeordnete zeigten auch T-Shirts mit Slogans wie „Widerstand“ und „Keine Könige mehr“, während Abgeordnete Rashida Tlaib eine Tafel mit der Aufschrift „DAS IST EINE LÜGE“ hochhielt.
Die demonstrative Missachtung unterstrich die anhaltenden Spaltungen im Repräsentantenhaus, wo Trumps Politik in den Bereichen Gesundheitswesen, Sozialversicherung und Außenbeziehungen auf starken Widerstand gestoßen ist.
Trotz Warnungen der demokratischen Führung im Repräsentantenhaus, die Ordnung zu wahren, kam es während der Rede zu mehreren Unterbrechungen.
Die Minderheitsführerin Katherine Clark hatte die Abgeordneten aufgefordert, auf Requisiten zu verzichten, während der Minderheitsführer Hakeem Jeffries den Gesetzgebern riet, sich auf die Auswirkungen von Trumps Politik zu konzentrieren, anstatt den Moment zu einem persönlichen Protest zu machen.
Die angespannte Atmosphäre machte jedoch deutlich, dass eine überparteiliche Zusammenarbeit weiterhin schwer zu erreichen ist.
Trumps Rückkehr auf die Kongressbühne entfachte alte politische Kämpfe neu, wobei Greens Absetzung die anhaltende Feindseligkeit zwischen dem ehemaligen Präsidenten und seinen Kritikern symbolisiert.
Nachdem sich der Staub gelegt hat, wird Greens Protest wahrscheinlich ein prägender Moment im jüngsten Kapitel der Trump-Ära bleiben.
The post Wer ist Al Green? Texas-Demokrat während Trumps Rede aus dem Repräsentantenhaus geworfen appeared first on Invezz