
Während sich der ehemalige Präsident Donald Trump auf eine weitere Amtszeit im Weißen Haus vorbereitet, warnen Wirtschaftsanalysten vor einem möglichen Wiederaufflammen der globalen Inflation.
Trumps typische „America First“-Politik, die durch hohe Zölle und niedrige Steuern gekennzeichnet ist, könnte sowohl in den Vereinigten Staaten als auch weltweit zu einer erhöhten Inflation führen.
Trumps Wirtschaftsnationalismus könnte eine schlechte Nachricht sein
Trumps erste Amtszeit als Präsident war von einem aggressiven Wirtschaftsnationalismus geprägt, der sich im Falle einer zweiten Amtszeit noch verstärken könnte.
Laut Michael Metcalfe, Leiter der Makrostrategie bei State Street Global Markets, unterscheidet sich das wirtschaftliche Umfeld heute völlig von dem, als Trump 2016 sein Amt antrat.
„Damals war die Inflation bereits seit längerem niedrig und die Inflationserwartungen waren gedämpft“, erklärt Metcalfe.
„Jetzt, in den Jahren 2024 und 2025, haben wir mit höheren Inflationsraten und erhöhten Inflationserwartungen zu kämpfen, und das alles im Rahmen einer anhaltenden Inflationsmentalität.“
Dieses Szenario lässt darauf schließen, dass Trumps Politik den Inflationsdruck weiter anheizen könnte, was nicht nur Auswirkungen auf die inländischen Märkte hätte, sondern auch Wellen in der gesamten Weltwirtschaft auslösen würde.
Zölle, Steuern und globaler Handel
Der Eckpfeiler von Trumps Wirtschaftsstrategie besteht darin, hohe Zölle auf importierte Waren zu erheben und die inländischen Steuern zu senken. Diese Zölle haben tendenziell eine inflationäre Wirkung, da sie die Kosten der Importe erhöhen und es den inländischen Produzenten ermöglichen, ihre Preise anzuheben, was wiederum die Verbraucher belastet.
Gleichzeitig können Steuersenkungen die Verbraucherausgaben ankurbeln, was aufgrund der erhöhten Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen zu einem weiteren Preisanstieg führen kann.
Sowohl Trump als auch der derzeitige Präsident Joe Biden haben angedeutet, dass sie angesichts der eskalierenden geopolitischen Spannungen die Zölle gegen China verschärfen würden.
Eine Umfrage unter Ökonomen deutet jedoch darauf hin, dass die Inflation unter Trump aufgrund seines strikten Protektionismus wahrscheinlich stärker ansteigen wird als unter Biden, dessen Inflationsdruck möglicherweise auf seine umfangreichen Ausgabenpakete zurückzuführen ist.
Internationale Auswirkungen und Marktreaktionen
Das Potenzial für eine höhere Inflation während einer zweiten Amtszeit Trumps könnte über die USA hinausgehen. In Asien könnte eine Trump-Präsidentschaft laut Gareth Nicholson von Nomura ein „negativer Risikofaktor“ für die Aktien der Region sein.
Auf makroökonomischer Ebene dürfte dies zu inflationären Auswirkungen auf die Weltwirtschaft führen, möglicherweise sogar zu einer Stagflation, und es könnte zu schnelleren Verschiebungen in den Lieferketten innerhalb Asiens kommen.
In Europa prognostiziert Goldman Sachs, dass eine Präsidentschaft Trumps aufgrund höherer Zölle, die die globale Handelsdynamik beeinträchtigen würden, zu einem bescheidenen Anstieg der Inflation um 0,1 Prozentpunkte führen könnte.
Auch Marc Franklin von Manulife betrachtet Trumps mögliche politische Maßnahmen aufgrund seiner Neigung zu weiteren Steuersenkungen und einer erneuten Überprüfung chinesischer Zölle als einen „leicht reflationären Mix“.
Dies könne zu einer „Tendenz zur steileren Kurvenentwicklung“ führen, einem Indikator für steigende Inflationserwartungen und in der Folge für höhere Zinssätze.
Politische Stabilität und Marktreaktionen
Trumps Kampagne hat zuletzt insbesondere nach seinem Auftritt beim Parteitag der Republikaner in Milwaukee an Fahrt gewonnen.
Dieser erneute Aufschwung erfolgte kurz nach einem Attentat auf eine Kundgebung in Pennsylvania, das Trump bemerkenswerterweise überlebte, wobei er Widerstandskraft und Trotz bewies.
Im Anschluss daran reagierten die US-Aktienmärkte positiv auf die verbesserten Aussichten für den wirtschaftsfreundlichen republikanischen Kandidaten.
Analysten warnen jedoch davor, dass die Begeisterung der Märkte nur von kurzer Dauer sein könnte, da man über Trumps protektionistische und geopolitische Agenden besorgt sei, die die globale wirtschaftliche Stabilität gefährden könnten.
Eine zweite Amtszeit Donald Trumps hätte gravierende Auswirkungen auf die Wirtschaft und birgt die Gefahr eines verstärkten Inflationsdrucks im In- und Ausland.
Während die Weltwirtschaft weiterhin durch eine Reihe von Unsicherheiten navigiert, unterstreicht die Aussicht auf eine Präsidentschaft Trumps, dass sich die Märkte und politischen Entscheidungsträger auf Veränderungen in der Handels-, Steuer- und Inflationsdynamik vorbereiten müssen.
The post Welche Auswirkungen könnte Donald Trumps mögliche zweite Amtszeit im Weißen Haus auf die Inflation haben? appeared first on Invezz