
Reliance Jio, Indiens größter Telekommunikationsanbieter, hat auf dem Ethereum-Layer-2-Netzwerk Polygon einen Belohnungstoken namens JioCoin eingeführt.
Obwohl zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch keine offizielle Ankündigung des Unternehmens erfolgt war, bemerkten mehrere Benutzer die Erwähnung von JioCoin auf JioSphere, dem proprietären Webbrowser des Unternehmens, der sowohl für Android- als auch für iOS-Geräte verfügbar ist.
Was wissen wir über JioCoin?
Gerüchte über eine von Reliance Jio, dem Unternehmen des Milliardärs Mukesh Ambani, entwickelte eigene Kryptowährung tauchten erstmals 2018 auf.
Damals berichteten lokale Medien, dass der Telekommunikationsriese ein junges Team von 50 Mitgliedern zusammenstellte, das an diesem Token arbeiten sollte.
Das Projekt sollte von Akash Ambani, dem ältesten Sohn des reichsten Mannes Asiens und derzeit Vorsitzender von Reliance Jio Infocomm Limited, geleitet werden.
Er trat auch als überzeugter Befürworter von Blockchain und Kryptowährungen auf und plädierte nachdrücklich für den Einsatz von Technologie in Bereichen wie dem Bankwesen, Fintech, Immobilien und Gesundheitswesen.
Über die technischen Details, wie diese angebliche Kryptowährung funktionieren oder welche Rolle sie spielen soll, wurde jedoch wenig gesagt.
Spulen wir vor bis ins Jahr 2025: Am 15. Januar gab Jio bekannt, dass es eine Partnerschaft mit Polygon Labs eingegangen ist und plant, Blockchain-basierte Funktionen in seine bestehenden Angebote zu integrieren, die rund 450 Millionen Indern dienen.
Die Ankündigung enthielt aus Gründen der Vertraulichkeit keine Einzelheiten über die genaue Art der zu entwickelnden Produkte, aber nur einen Tag später tauchte die JioCoin-Wallet im JioSphere-Browser auf.

JioCoin-Wallet im JioSphere-Browser. Quelle: Invezz .
Auf den ersten Blick wird JioCoin als auf Blockchain basierendes Belohnungstoken angepriesen, das darauf abzielt, die Nutzerbeteiligung durch Jios Ökosystem zu fördern, so der Abschnitt „Geschäftsbedingungen“ der JioCoin-Wallet.
Teilnehmer erhalten JioCoins, indem sie verschiedene Aktivitäten ausführen, wie z. B. Werbevideos ansehen, an Werbeveranstaltungen teilnehmen und Dienste nutzen, die im Jio-Ökosystem angeboten werden.
Die verdienten Token werden vierteljährlich dem Polygon-Wallet des Benutzers gutgeschrieben und können gegen Waren und Dienstleistungen von Jio und seinen Tochtergesellschaften eingelöst werden.
Diese Token können dann über ein gestaffeltes Einlösesystem eingelöst und zur Erlangung von Waren und Dienstleistungen verwendet werden, die von Jio angeboten werden.
Es besteht auch die Möglichkeit, dass die Token in Fiat-Währung umwandelbar sind, da die Nutzungsbedingungen auch die Anforderung eines mit UPI verknüpften Bankkontos für die Einlösung erwähnen.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung sind JioCoins weder übertragbar noch einlösbar.
Für Jio könnten Komplikationen entstehen
JioCoin wurde zu einem Zeitpunkt auf den Markt gebracht, als die regulatorische Landschaft rund um Kryptowährungen in Indien noch nicht definiert ist.
Die Regulierungsbehörden haben sich in dieser Angelegenheit relativ bedeckt gehalten und lediglich einen strengen Steuerrahmen eingeführt, der Kryptohändler dazu verpflichtet, 30 % ihrer Kryptogewinne abzuführen, zusätzlich zu einer Quellensteuer von 1 % ohne Verlustausgleich.
Die indische Notenbank hat sogar die Idee geäußert, Kryptowährungen vollständig zu verbieten, und stattdessen den digitalen Rupien, die digitale Währung der Zentralbank des Landes, gefördert.
Indien bleibt jedoch ein Kraftpaket in Bezug auf die Akzeptanz von Kryptowährungen auf lokaler Ebene, wobei ein Großteil der jungen Bevölkerung Kryptowährungen zu Investitionszwecken nutzt.
Da JioCoin als erste Kryptowährung direkt mit einem der größten Konglomerate Indiens verknüpft wurde, ist in naher Zukunft mit einer Art Feedback der Regulierungsbehörden zu rechnen.
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