
Präsident Donald Trumps Schritt, die bundesstaatlichen Marihuana-Vorschriften zu lockern , wurde von der US-Cannabisindustrie begrüßt, ändert jedoch nichts an der hartnäckigsten Herausforderung des Sektors.
Der Zugang zum Mainstream-Bankwesen bleibt begrenzt, selbst wenn der regulatorische Druck nachlässt, berichtet Reuters.
Die Exekutivanordnung signalisiert einen Tonwechsel aus Washington und verringert einige Compliance-Belastungen, bleibt aber nicht bei einer bundesstaatlichen Legalisierung stehen.
Für Banken ist diese Unterscheidung wichtig.
Branchenexperten sagen, dass die Änderung der Richtlinie die Betriebsbedingungen für Cannabisunternehmen verbessert, aber wenig daran ändert, wie große Kreditgeber Risiken in einem weiterhin bundesweit eingeschränkten Sektor einschätzen.
Ein regulatorischer Neustart, keine Legalisierung
Cannabisunternehmen kämpfen seit Jahren mit der Finanzierung, obwohl sie in vielen US-Bundesstaaten legal tätig sind.
Während des frühen Booms der Branche stieg das Interesse der Investoren stark an, aber der Zugang zu traditionellen Bankkrediten folgte nie.
Die meisten Betreiber verlassen sich weiterhin auf kleinere Banken, Kreditgenossenschaften oder alternative Kreditgeber, die oft höhere Zinssätze verlangen und strengere Bedingungen auferlegen.
Trumps Exekutivanordnung zielt darauf ab, eine Überprüfung zu beschleunigen, die die bundesstaatlichen Beschränkungen für Cannabisforschung lockern würde.
Dies könnte die Tür für neue medizinische Marihuana-Produkte öffnen und einige Compliance-Kosten senken, die mit der bundesstaatlichen Aufsicht verbunden sind.
Die Umklassifizierung von Cannabis als kontrollierte Substanz wird weithin als positiver Schritt angesehen, da sie bestimmte Schichten von Bürokratie beseitigt, die die Branche belastet haben.
Cannabis würde jedoch weiterhin auf Bundesebene als kontrollierte Substanz behandelt werden.
Ihre Anwendung würde weiterhin strengen Regulierungen und strafrechtlichen Sanktionen unterliegen, was die Weite der politischen Verschiebung in der Praxis einschränkt.
Warum große Banken vorsichtig bleiben
Für große US-Banken ist das Problem nicht die regulatorische Komplexität, sondern die Rechtssicherheit. Selbst mit der Umklassifizierung birgt die Kreditvergabe an Cannabisunternehmen weiterhin ein bundesstaatliches Risiko.
Laut Reuters bleiben Finanzinstitute, die bundesweit reguliert sind oder auf FDIC-Versicherungen angewiesen sind, vorsichtig gegenüber Aktivitäten, die sie Compliance- oder Durchsetzungsbedenken aussetzen könnten.
Branchenexperten sagen, dass die politische Verschiebung das Verhalten der großen Kreditgeber kaum wesentlich verändern wird.
Obwohl die Neuklassifizierung die Reibung für Cannabis-Betreiber verringert, nimmt sie Cannabis nicht aus den bundesstaatlichen Drogenkontrollrahmen.
Daher sehen Banken wenig Grund, interne Risikorichtlinien zu überarbeiten oder die Kreditvergabe an den Sektor auszuweiten.
Die gleiche Logik gilt für Treasury-Dienstleistungen und Zahlungsabwicklung.
Ohne klare bundesstaatliche Legalität bleiben große Institutionen zögerlich, sich intensiv mit cannabisbezogenen Unternehmen zu engagieren.
Begrenzter Spielraum für kleinere Kreditgeber
Außerhalb der größten Banken kann es zu Bewegungen kommen.
Marktteilnehmer deuten darauf hin, dass einige wenige regionale oder technologisch fokussierte Banken näher an den Sektor heranziehen könnten, insbesondere da die Compliance-Verpflichtungen lockerer werden.
Diese Kreditgeber sind möglicherweise eher bereit, cannabisbezogene Möglichkeiten zu erkunden, insbesondere in Bundesstaaten mit etablierten rechtlichen Rahmenbedingungen.
Dennoch wird erwartet, dass jede Veränderung allmählich erfolgt.
Die Kernbeschränkungen bleiben unverändert, und das Fehlen bundesrechtlicher Klarheit prägt weiterhin, wie Kreditgeber die Exponierung von Cannabisgeschäften bewerten.
Die Industrie drängt den Kongress zu Klarheit
Die meisten großen US- und kanadischen Banken haben nach Trumps Politikänderung keine Änderung in ihrer Haltung signalisiert und mehrere Anfragen an die American Bankers Association gerichtet.
Die Vereinigung hat ihren Aufruf an den Kongress und die Verwaltung bekräftigt, den parteiübergreifenden SAFER Banking Act zu verabschieden.
Die Gesetzgebung würde Finanzinstituten rechtliche Sicherheit geben, Bankdienstleistungen für Cannabis und cannabisbezogene Unternehmen in Bundesstaaten anzubieten, in denen Marihuana legalisiert wurde.
Solange eine solche Gesetzgebung nicht verabschiedet wird, sagen Analysten, dass politische Anpassungen allein den Zugang zu Kapital großer Banken wahrscheinlich nicht ermöglichen werden.
Derzeit könnten Cannabisunternehmen von niedrigeren Compliance-Kosten und verbessertem Zugang zu Forschung profitieren, doch die größere Finanzierungslücke bleibt fest vorhanden.
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