
TheraVectys SA prüft laut Bloomberg einen möglichen Börsengang in Hongkong unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen – ein Schritt, der für ein nicht-chinesisches Biotechunternehmen ungewöhnlich wäre.
Das in Frankreich und den USA ansässige Immuntherapieunternehmen arbeitet mit Beratern an einem möglichen Aktienverkauf, der einige hundert Millionen Dollar einbringen könnte.
Ein Listing könnte bereits in diesem Jahr stattfinden, falls die Pläne vorankommen.
Die Beratungen spiegeln sich verändernde Dynamiken in der globalen Biotech-Finanzierung wider, da Hongkong angesichts der stärkeren Marktbedingungen und des steigenden Interesses an Gesundheitsaktien an Bedeutung gewinnt.
Ein Wandel weg von traditionellen Biotech-Zentren
Nicht-chinesische Biotech-Unternehmen haben sich bei ihrem Börsengang historisch zu Europa oder den USA hingezogen, angezogen durch tiefere Kapitalmärkte und eine etabliertere Investorenbasis.
Vor diesem Hintergrund stellt Hongkong für TheraVectys eine weniger konventionelle Option dar.
Die Wahl des asiatischen Finanzzentrums würde eine Neubewertung signalisieren, wo das Wachstumskapital effizient zugänglich sein kann – insbesondere in einer Zeit, in der globale Investoren die Grenzen zwischen den Regionen neu ausbalancieren.
Jede Börsennotierung in Hongkong würde unterstreichen, wie internationale Biotechunternehmen flexibler in ihrem Umgang mit öffentlichen Märkten werden, insbesondere da sich Wettbewerbsdruck und Finanzierungsbedarf ändern.
Hongkongs erneute Anziehungskraft für Biotech-Unternehmen
Hongkong arbeitet daran, sich nach mehreren Jahren zurückhaltender Aktivitäten wieder als Ziel für Biotech-Angebote zu etablieren. Eine Erholung der Sektorbewertungen und erfolgreiche jüngste Angebote haben die Stimmung verbessert.
Laut Bloomberg wurden im vergangenen Jahr rund 13 Milliarden US-Dollar durch den Verkauf von Gesundheitsanteilen in Hongkong eingebracht, hauptsächlich durch Biotech-Erstemissionen und Folgegeschäfte.
Die Marktentwicklung hat diesen Trend verstärkt.
Der Hang Seng Biotech Index ist in den letzten 12 Monaten um 82 % gestiegen, was die stärkere Investorenlust für Pharmaentwickler und Life-Science-Unternehmen widerspiegelt.
Diese Erholung hat sowohl Emittenten als auch Berater dazu ermutigt, Listingpläne zu überdenken, die zuvor als weniger tragfähig erschienen könnten.
Chinas wachsender Einfluss auf Biotech-Investitionen
China hat auch im Biotechnologiesektor rasante Fortschritte gemacht.
Erhöhte Forschungsausgaben, schnellere klinische Entwicklung und ein wachsender Pool wissenschaftlicher Talente haben die Lücke zu westlichen Kollegen verringert.
Da chinesische Pharmaunternehmen an Bedeutung gewinnen, sind Investoren, die Zugang zu Biotech-Innovationen suchen, zunehmend in Hongkong aktiv.
Für ausländische Unternehmen wie TheraVectys bietet dieses Umfeld Zugang zu einer breiteren und vielfältigeren Investorenbasis als früher.
Firmenhintergrund und finanzielle Unterstützung
TheraVectys entstand aus dem Institut Pasteur und konzentriert sich auf die Entwicklung lentiviraler Vektoren, die zur Vorbeugung und Behandlung von Krebs und anderen Krankheiten entwickelt wurden.
Die Technologie stellt das Unternehmen in ein wettbewerbsintensives Segment der Immuntherapie, in dem der Finanzierungsbedarf erheblich sein kann, wenn die Forschung voranschreitet.
Zu den Unterstützern des Unternehmens gehört Tethys Invest SAS, der Investmentarm der L’Oreal SA-Erbin Françoise Bettencourt Meyers und ihrer Familie.
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