why skillz stock crashed despite major legal victory

Am Freitagmorgen steigen Anleger massiv aus Skillz (NYSE: SKLZ) aus, obwohl das Unternehmen in seinem hochdotierten Rechtsstreit gegen Papaya Gaming ein monumentales 420 Millionen USD (ca. 366,4 Millionen €) Jury-Urteil errungen hat.

Das Bundesgericht in Manhattan befand, dass Papaya systematisch irreführende Werbung betrieben hatte, indem es in seinen geschicklichkeitsbasierten Spielen „Bots“ einsetzte und Spieler glauben ließ, sie träten gegen echte Menschen an.

Dieser wegweisende Sieg ließ die SKLZ-Aktie zunächst in die Höhe schießen und schien die langjährigen Vorwürfe des Unternehmens gegen den Rivalen zu bestätigen.

Später stürzte sie jedoch auf ein Tief von etwa $7.20 ab — aus drei wesentlichen Gründen.

Skillz-Aktie bricht durch Gewinnmitnahmen ein

Der Einbruch der Skillz-Aktie ist in erster Linie ein Lehrbuchbeispiel für Gewinnmitnahmen nach Bekanntgabe. Die Aktie hatte sich bereits am Apr. 23 nahezu vervierfacht, da Spekulanten einer möglichen positiven Entscheidung vorgreifend positioniert waren.

Doch in der hochdynamischen Welt der Micro-Cap-Aktien sind derartige parabolische Anstiege selten nachhaltig.

Als die offiziellen Meldungen über die Ticker liefen und der Kurs in den frühen Morgenstunden sein Hoch erreichte, stürmten sowohl institutionelle Händler als auch Privatanleger zum Ausgang, um ihre Gewinne zu sichern.

Diese Massenflucht schuf ein Liquiditätsvakuum, in dem das schiere Volumen an „Verkaufsorders“ das verbliebene Kaufinteresse überwältigte, mehrere Unterbrechungen wegen hoher Volatilität auslöste und den Aktienkurs in eine Abwärtsspirale stürzte, als die anfängliche Euphorie verpuffte.

Risiken bei Durchsetzung und Einziehung belasten SKLZ weiterhin

Obwohl eine Urteilssumme von 420 Millionen USD (ca. 366,4 Millionen €) fast das Dreifache der aktuellen Marktkapitalisierung von Skillz beträgt, sind Anleger offenbar skeptisch, ob das Unternehmen das Geld tatsächlich sehen wird.

Historisch gesehen sind massive Jury-Urteile häufig der Beginn eines neuen Rechtsstreits und nicht dessen Ende.

Es ist nahezu sicher, dass Papaya Gaming nach Prozessende Anträge stellen wird, um die Schadenshöhe zu verringern, oder ein mehrjähriges Berufungsverfahren anstrengt, das die Mittel bis zum Ende des Jahrzehnts binden könnte.

Die Skillz-Aktie stürzt auch deshalb ab, weil Anleger die Solvenz und die sofortige Liquidität der Beklagten infrage stellen.

Falls Papaya nicht über die Bilanzstärke verfügt, um ein Urteil von fast einer halben Milliarde Dollar zu erfüllen, könnte SKLZ mit einem „Papiergewinn“ dastehen – einem juristischen Sieg, der in Pressemitteilungen gut aussieht, aber keine unmittelbare Cash-Injektion liefert, die für eine Neuausrichtung der operativen Geschäfte nötig wäre.

Langfristige Fundamentaldaten bleiben eine Belastung

Jenseits des Gerichtsthrillers bleibt die zugrunde liegende Gesundheit von Skillz Inc. für langfristige Aktionäre ein erhebliches Sorgepunkt.

Ein einmaliger rechtlicher Geldsegen – selbst wenn er vollständig eingetrieben würde – löst nicht die grundlegenden Probleme rückläufiger Umsätze und abnehmender Nutzerbindung, die das Unternehmen seit zwei Jahren belasten.

Der Q4-Ergebnisbericht von Skillz wies weiterhin auf Schwierigkeiten hin, Profitabilität zu erreichen, mit einem Nettoverlust von 17,9 Millionen USD (ca. 15,6 Millionen €) aufgrund intensiven Wettbewerbs und steigender Nutzergewinnungskosten im Mobile-Gaming.

Anleger erkennen, dass eine 420 Millionen USD (ca. 366,4 Millionen €) zwar eine erhebliche Lebenslinie für SKLZ-Aktien darstellen würde, sie aber nicht per se ein kaputtes Geschäftsmodell repariert oder einen klaren Weg zurück zum zweistelligen Wachstum der Pandemiezeiten aufzeigt.

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