
Das in Austin ansässige Oracle (ORCL) steht zum Zeitpunkt der Berichterstattung im Fokus, da sich das Cloud- und KI-Infrastrukturunternehmen darauf vorbereitet, seine Ergebnisse für das Fiskal-Q4 zu veröffentlichen nach Handelsschluss am 10. Juni.
Der Konsens geht davon aus, dass der an der Nasdaq gelistete Riese im vierten Quartal einen Gewinn von $1.96 je Aktie ausweist, bei einem Umsatzanstieg von 20% gegenüber dem Vorjahr auf $19.1 billion.
Die Bedeutung reicht jedoch weit über Oracle hinaus.
Für Halbleiterinvestoren, die sich von der massiven Verkaufswelle der Vorwoche erholen, haben die Zahlen von Oracle Corp. ein überproportionales Gewicht, insbesondere für Unternehmen wie Intel und Advanced Micro Devices.
Was Oracles Ergebnisse für die Intel-Aktie bedeuten
Oracle und Intel haben eine sich vertiefende operative Beziehung aufgebaut, weshalb der heutige Bericht des erstgenannten für INTC-Aktionäre ein bedeutendes Signal darstellt.
Die Cloud-Infrastruktur des Unternehmens betreibt bereits OCI X12 Standard Acceleron Compute-Instanzen, die von Prozessoren der Intel Xeon-6900-Serie angetrieben werden – und diese beiden US-Unternehmen haben gemeinsam generative KI-Inferenz-Workloads auf OCI mit Intel Xeon CPUs validiert.
Starkes OCI-Momentum wirkt sich daher direkt auf die Nachfrage nach den Xeon-Server-CPUs aus, die diesen Workloads zugrunde liegen.
Außerdem könnte jede Erwähnung einer Ausweitung von Intel-Xeon-Deployments oder der Validierung neuer KI-Inferenz-Partnerschaften auf OCI als direkter Sentiment-Katalysator für INTC wirken, bevor das Unternehmen seinen eigenen Q2-Bericht vorlegt.
Vor Oracles Ergebnisveröffentlichung stuft die Wall Street die Intel-Aktie als „Hold“ ein, allerdings mit Kurszielen von bis zu $200, was ein Aufwärtspotenzial von mehr als 85% gegenüber dem aktuellen Niveau anzeigt.
Die Preisstellung von Optionen deutet auf ein Ansteigen der INTC-Aktie bis zum Ende dieser Woche hin.
Was Oracles Ergebnisse für die AMD-Aktie bedeuten
Für AMD sind die Oracle-Zahlen möglicherweise sogar noch unmittelbarer.
Letzten Oktober schloss das multinational tätige Unternehmen eine Vereinbarung mit Advanced Micro Devices, um 50,000 seiner Instinct MI450 Series GPUs ab Q3 2026 auf OCI einzusetzen – eine Verpflichtung, die AMD ins Zentrum von Oracles Ausbau der KI-Infrastruktur rückt.
Da OpenAI, Meta und xAI alle mehrjährige OCI-Vereinbarungen unterzeichnet haben, ist das Tempo, mit dem ORCL diese GPU-Kapazitäten hochfährt, eine direkte Umsatzvariable für AMDs Data-Center-Segment.
Oracles verbleibende Performance-Verpflichtungen, die am Ende des dritten Quartals bei $553 billion standen, stellen vertraglich zugesicherte künftige Workloads dar, die schließlich Silizium benötigen werden, um ausgeführt zu werden.
Ein starkes Q4 mit positivem Ausblick würde den Ausgabenzyklus für KI-Infrastruktur bestätigen, den die MI450-GPU-Reihe von AMD zu nutzen versucht.
Umgekehrt könnten Hinweise auf Verzögerungen bei der Bereitstellung von Kapazitäten oder nachlassende Cloud-Verpflichtungen den Druck auf AMD-Aktien, den sie bereits spüren, weiter erhöhen.
Vor Oracles Quartalsveröffentlichung stuft die Wall Street Advanced Micro Devices Inc als „Strong Buy“ ein, wobei das durchschnittliche Kursziel von $469 ein weiteres Aufwärtspotenzial von rund 5% anzeigt.
Beachten Sie, dass der Derivatemarkt ein Ansteigen des AMD-Aktienkurses bis zum Ende dieser Woche signalisiert.
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