
Die Aktien von Palantir Technologies PLTR fielen am Dienstag um etwa 9 %, nachdem sie in der vorherigen Sitzung rund 5 % zugelegt hatten, da Anleger Gewinne sicherten und Risiken vor dem Ergebnisbericht des Unternehmens für das zweite Quartal am 3. Aug. neu bewerteten.
Der 5%-Anstieg war erfolgt, nachdem Oppenheimer sein Outperform-Rating bestätigt und sein Kursziel von 200 $ vor dem Ergebnisbericht zum zweiten Quartal beibehalten hatte.
Die Aktie notierte nach dem heutigen Rückgang bei rund 120 $.
Die Schwäche trat im Zuge eines breiteren Ausverkaufs bei KI-bezogenen Technologieaktien auf, wobei der Nasdaq-100-Index auf dem Weg war, in Korrekturterritorium zu geraten, da Anleger bezweifelten, ob massive KI-Ausgaben ausreichend Renditen erzielen werden.
Der technologieorientierte Leitindex fiel in der Sitzung am Dienstag um 1,7 % und steuerte damit auf einen Rückgang von mehr als 10 % gegenüber seinem jüngsten Hoch zu – die gängige Definition einer Marktkorrektur.
Laut Bloomberg dauerte es nur 38 Handelstage, bis der Index diese Schwelle erreichte, verglichen mit mehr als 100 Sitzungen während seiner vorherigen Korrektur im März nach dem Rekordhoch im Oktober 2025.
Als Bestandteil des Nasdaq 100 wurde Palantir ebenfalls vom breiteren Technologie-Rückzug erfasst, obwohl Analysten hinsichtlich der langfristigen Wachstumsaussichten weiterhin optimistisch blieben.
Gewinnmitnahmen und Bewertungsbedenken belasten die Aktie
Der starke Rückgang spiegelte laut Investing.com auch das klassische Muster „Kaufe die Gerüchte, verkaufe die Nachrichten“ vor den Quartalszahlen wider.
Das Anlegervertrauen wurde zudem weiter geschwächt, nachdem am Montagabend eine von Seeking Alpha veröffentlichte Analystenabstufung argumentierte, dass Palantirs Bewertung von rund dem 38‑fachen der erwarteten Umsätze schwer zu rechtfertigen erscheine, angesichts von Bedenken über ein verlangsamtes Wachstum der kommerziellen Erlöse und Anzeichen einer Abschwächung der Euphorie um KI‑Investitionsausgaben.
Der Rückgang verschärft die wachsende Prüfung von Palantirs Premium-Bewertung, trotz des raschen Umsatzwachstums und der starken Nachfrage nach seiner KI-Softwareplattform.
Zusätzlichen Druck verursachten Berichte, wonach der prominente Investor Michael Burry seine Short-Position gegen das Unternehmen vor den Ergebnissen erhöht habe, was die Aufmerksamkeit auf Bewertungsrisiken neu lenkte.
Citigroup senkte Anfang dieser Woche ebenfalls ihr Kursziel für die Aktie von 225 $ auf 200 $ und verwies auf Multiple-Kompression.
Jüngste Insider-Transaktionen belasteten ebenfalls die Stimmung, darunter Berichte, dass Palantirs Chief Technology Officer Aktien im Wert von etwa 24 Millionen USD (ca. 20,9 Millionen €) verkauft habe, während ein Direktor des Unternehmens mehr als 2 Millionen USD (ca. 1,7 Millionen €) an Aktien veräußerte.
Analysten bleiben vor den Ergebnissen positiv
Trotz der jüngsten Schwäche erwarten Wall-Street-Analysten weiterhin ein weiteres starkes Quartal.
Oppenheimer erklärte, Palantir könne die Umsatzerwartungen für das zweite Quartal übertreffen und erneut die Jahresprognose anheben.
Das Brokerhaus erwartet anhaltende Nachfrage nach der KI-Software des Unternehmens sowohl von US-Regierungsbehörden als auch von kommerziellen Kunden.
Palantir geht mit einem Rekordumsatz im ersten Quartal von 1,6 Milliarden USD (ca. 1,4 Milliarden €) in die Ergebnisse, ein Anstieg von 85 % gegenüber dem Vorjahr.
Der US‑kommerzielle Umsatz stieg um 133 % auf 595 Millionen USD (ca. 519 Millionen €), während die Einnahmen aus dem US‑Regierungsbereich um 84 % zunahmen.
Das Management erhöhte außerdem die Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf zwischen 7,7 Milliarden USD (ca. 6,7 Milliarden €) und 7,7 Milliarden USD (ca. 6,7 Milliarden €).
Analysten wollen nun sehen, ob das Unternehmen sein Wachstum in einem Tempo fortsetzen kann, das die Premium-Bewertung stützt.
Baird sieht trotz Volatilität weiteres Aufwärtspotenzial
Baird bestätigte ebenfalls sein Outperform-Rating und hielt das Kursziel von 200 $ vor der Veröffentlichung der Zahlen aufrecht.
Das Brokerhaus erwartet, dass das Umsatzwachstum im zweiten Quartal zum zwölften Mal in Folge beschleunigt wird, gestützt durch anhaltende Stärke sowohl im US‑kommerziellen als auch im US‑Regierungsgeschäft.
Es wies darauf hin, dass Palantir in den vergangenen 12 Monaten ein Umsatzwachstum von 68 % erzielt hat und dabei eine Bruttomarge von 84 % gehalten hat.
Baird erwartet außerdem, dass die Schätzungen für 2026 und 2027 weiter nach oben gehen.
Die Gesellschaft gab an, für 2027 einen Free Cashflow von 8 Milliarden USD (ca. 7 Milliarden €) als realistisches Upside-Szenario anzusetzen, verglichen mit ihrer aktuellen Schätzung von 6,7 Milliarden USD (ca. 5,8 Milliarden €).
Während Baird die jüngste Volatilität anerkennt, bezeichnete das Haus die aktuelle Konsolidierung als attraktive Kaufgelegenheit für Anleger, die sich langfristig am KI‑Wachstum beteiligen möchten.
Das Brokerhaus fügte hinzu, dass Palantir weiterhin in seine Bewertung hineinwächst, selbst während der breitere Technologiesektor verstärkte Volatilität erlebt.
The post Warum fiel die Palantir-Aktie heute um 9 %? appeared first on Invezz