Während Ethereum (ETH) am Freitag wieder über $2,000 kletterte, bleibt die breitere Marktstimmung nach einem Rückgang von rund 10 % im letzten Monat weiterhin bärisch.

Die Erholung hat wenig an der übergeordneten Marktstruktur geändert, da ETH weiterhin unter Druck steht, nachdem es Anfang dieses Monats das Momentum aus dem Bereich $2,200–$2,400 verloren hatte.

Seitdem hat sich die Kursentwicklung in einen stetigen Abwärtstrend verwandelt, wobei Verkäufer Erholungsrallyes wiederholt abweisen und das Asset in Richtung niedrigerer Unterstützungszonen drängen.

In den letzten Wochen hat Ethereum ein Muster aus niedrigeren Hochs und schwächeren Rebounds gebildet, eine Struktur, die typischerweise anhaltende Distribution statt Akkumulation an den Spotmärkten signalisiert.

Versuche, höhere Widerstandsniveaus zurückzuerobern, wurden konsequent mit erneuten Verkaufswellen beantwortet, insbesondere während der US-Handelszeiten, wenn die Liquidität tendenziell stärker ist.

Dies hat ETH näher an eine wichtige technische und psychologische Unterstützungszone um $1,800 heranrücken lassen.

Abwärtsdruck nimmt zu, da ETH wichtige Niveaus verliert

Der Rückgang von Ethereum unter $2,100 markierte eine deutliche Verschiebung der kurzfristigen Marktstruktur.

Dieses Niveau hatte zuvor als psychologischer Boden für Trader fungiert, doch wiederholte gescheiterte Versuche, es zurückzuerobern, führten schließlich zu einem Momentumverlust.

Seitdem hat ETH Schwierigkeiten, eine stabile Basis zu etablieren, wobei intraday-Erholungen keine anhaltende Kaufdynamik anziehen konnten.

Laut Analyst von CryptoQuant PelinayPA haben Derivate-Daten zur Schwäche beigetragen.

Die Funding-Raten blieben trotz fallender Kurse positiv, was darauf hindeutet, dass Long-Positionen trotz schwächer werdender Marktbedingungen weiterhin übermäßig besetzt sind.

Dieses Ungleichgewicht erhöht das Risiko erzwungener Liquidationen, falls sich das Abwärtsmomentum weiter beschleunigt.

Gleichzeitig verzeichnen in den USA gelistete Spot-Ethereum-Exchange-Traded-Funds über mehrere Sitzungen hinweg anhaltende Nettoabflüsse, wodurch eine wichtige Quelle institutioneller Nachfrage reduziert und der Markt anfälliger für zusätzlichen Verkaufsdruck wird.

Nach Aussage des Derivate-Analysten „Skew“ spiegelt die aktuelle Struktur von Ethereum eine „fragile Positionierung“ wider, bei der das Leverage-Niveau erhöht bleibt, während die Spot-Nachfrage weiterhin nachlässt.

Historisch hat diese Kombination oft zu stärkeren Abwärtsbewegungen geführt, wenn zentrale Unterstützungsniveaus nicht halten.

Warum $1,800 zum entscheidenden Unterstützungsniveau geworden ist

Der Bereich $1,800–$1,750 hat sich als die wichtigste Unterstützungszone für Ethereum herauskristallisiert.

Die Region ist nicht nur eine psychologische Schwelle, sondern stimmt auch mit vorherigen Konsolidierungsphasen überein, in denen Käufer bei früheren Rücksetzern eingegriffen haben.

Analysten, die die Orderbuch-Liquidität verfolgen, weisen darauf hin, dass diese Zone einen der letzten dichten Bereiche historischer Nachfrage darstellt, bevor darunter größere strukturelle Lücken auftreten.

Marktdaten zeigen außerdem, dass das Leverage weiterhin stark zugunsten von Long-Positionen verschoben ist, was das Niveau bei $1,800 noch kritischer macht.

Fällt ETH unter diesen Bereich, könnte dies eine breitere Welle von Liquidationen auslösen.

In ähnlichen Konstellationen in der Vergangenheit haben Liquidationen den Preisrückgang beschleunigt, indem sie Liquidität aus bereits schwachen Spotmärkten entfernten.

Unterhalb von $1,800 liegt die nächste nennenswerte Unterstützung nahe $1,550, wo Trader erwarten, dass der Preis eine Stabilisierung versuchen könnte.

Ein Bruch unter $1,800 würde daher nicht nur die breitere bärische Struktur bestätigen, sondern Ethereum auch einem schnelleren Weg in Richtung tieferer Unterstützungszonen aussetzen.

Was helfen könnte, dass Ethereum das $1,800-Niveau hält

Trotz des anhaltenden Abwärtsdrucks könnten mehrere Faktoren dazu beitragen, dass Ethereum sich um die $1,800-Region stabilisiert.

Eines der bemerkenswerteren Signale stammt aus der On-Chain-Aktivität großer Inhaber.

Wallets, die zwischen 1,000 und 10,000 ETH halten, haben in den letzten Wochen ihre Akkumulation erhöht und ein 10-Wochen-Hoch bei Netto-Käufen erreicht.

Dies deutet darauf hin, dass einige große Marktteilnehmer während des Rückgangs Angebot absorbieren, statt Positionen zu beenden.

Gleichzeitig ziehen Korrekturen dieses Ausmaßes oft langfristige Positionierungen von institutionellen und vermögenden Investoren an, die tiefe Rücksetzungszonen als potenzielle Einstiegsgelegenheiten betrachten.

Obwohl diese Form der Akkumulation die Markttrends nicht sofort umkehrt, kann sie das Abwärtsmomentum verlangsamen und helfen, eine Konsolidierungsbasis zu etablieren.

Damit Ethereum das $1,800-Niveau halten kann, müsste fortgesetztes Kaufen durch große Inhaber die anhaltenden ETF-Abflüsse und den Druck durch gehebelte Verkäufe ausgleichen.

Stärkt sich die Akkumulation, während das Liquidationsrisiko sich stabilisiert, könnte ETH in eine Seitwärtskonsolidierungsphase übergehen, statt den Rückgang auszudehnen.

Bleibt der Verkaufsdruck aus den Derivatemärkten und die Spot-ETF-Abflüsse jedoch dominant, wird die Unterstützungszone bei $1,800 voraussichtlich weiterhin anhaltendem Druck ausgesetzt sein.

In diesem Szenario könnte der Markt beginnen, niedrigere Unterstützungsniveaus als die nächste größere strukturelle Interessenszone neu zu bewerten.

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