Bitcoin perpetual futures long/short ratio

Während Bitcoin (BTC) rund um die $68,000-Region stabil erscheinen mag, ist Stabilität in diesem Fall kein Zeichen von Stärke; es ist ein Zeichen von Zögern.

Und Zögern in einem fragilen Markt tendiert häufig in eine Richtung: nach unten, zumal BTC nur wenige Tage, nachdem es über $71,000 gestiegen war, nachdem Trump eine Pause bei Angriffen auf iranische Energie- und Strominfrastruktur angekündigt hatte, einen drastischen Rückschlag erlitten hat.

Ein Markt in Unentschlossenheit

Ein Blick auf den Derivatemarkt zeigt, dass das Long/Short-Ratio der BTC-Perpetual-Futures derzeit nahe einer ausgeglichenen Aufteilung liegt, wobei Bullen und Bären nahezu perfekt ausbalanciert sind.

Auf den ersten Blick mag das wie ein gesunder Markt wirken, in dem beide Seiten fair vertreten sind.

In Wirklichkeit offenbart es jedoch etwas weitaus Besorgniserregenderes.

Es zeigt, dass Händlern die Überzeugung fehlt.

Starke Aufwärtstrends werden normalerweise von einer klaren Dominanz der Käufer getragen, die an höhere Preise glauben — und dieses Vertrauen fehlt derzeit.

Im Moment ist der Markt statt von aggressiver Akkumulation von Teilnehmern geprägt, die auf Bestätigung warten.

Dieses Abwarten schafft ein Vakuum, in dem der Preis Schwierigkeiten hat, mit echter Kraft nach oben zu steigen.

Und wenn das Momentum verschwindet, verlagert sich der Weg des geringsten Widerstands tendenziell nach unten.

Schwache Struktur unter der Oberfläche

Während das Long/Short-Ratio Ausgeglichenheit signalisiert, deuten andere Signale auf wachsende Schwäche hin.

Bitcoin hat wiederholt versagt, den wichtigen Widerstand in der Nähe von $72,000 zu halten.

Jede Abweisung in dieser Zone verstärkt die Annahme, dass Verkäufer aktiv und bereit sind.

Gleichzeitig stehen jüngste Käufer bereits unter Druck, da viele Positionen zu höheren Preisen eingegangen wurden.

Wenn der Preis steigt, werden Trader sehr wahrscheinlich verkaufen, um auf Kostendeckung zu kommen; das begrenzt das Aufwärtspotenzial und schwächt jede Rally, weil der Markt beim Versuch, höher zu gehen, auf eine Angebotswand trifft.

Das erzeugt einen Kreislauf, in dem Rallys schnell verblassen und das Vertrauen weiter erodiert.

Makrodruck verschiebt das Kräfteverhältnis

Das neutrale Long/Short-Ratio wird in Kombination mit dem breiteren makroökonomischen Umfeld noch gefährlicher.

Steigende geopolitische Spannungen im Nahen Osten und in Europa sowie Störungen in den Energiemärkten rücken Inflationssorgen wieder in den Fokus.

Wichtig: Höhere Inflation verringert die Wahrscheinlichkeit sinkender Zinsen,

und höhere Zinsen entziehen Risikoanlagen wie Kryptowährungen tendenziell Liquidität, sodass diese unterdurchschnittlich abschneiden.

Das bedeutet, dass selbst ein ausgeglichener Derivatemarkt nicht wirklich neutral ist; er lehnt sich gegen einen wachsenden makroökonomischen Gegenwind.

Warum Bullen besorgt sein sollten

Ein ausgeglichenes Long/Short-Ratio erweckt oft den Eindruck, der Markt sei stabil.

Doch Stabilität ohne Richtung ist selten nachhaltig.

Wenn beide Seiten gleich positioniert sind, reicht wenig, um das Gleichgewicht zu kippen.

Eine kleine Abwärtsbewegung kann Liquidationen von Long-Positionen auslösen, und diese Liquidationen würden den Bitcoin-Preis noch weiter in Richtung der nächsten bei $63,613 identifizierten Unterstützung drücken, eine Kettenreaktion erzeugen und den neutralen Markt in einen bärischen Markt verwandeln.

Das Fehlen einer klaren bullischen Mehrheit bedeutet, dass es keinen Puffer gibt, der Verkaufsdruck absorbieren könnte.

Und ohne diesen Puffer können Abwärtsbewegungen schnell an Fahrt gewinnen.

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