
Die Macy’s (M)-Aktie eröffnete am Donnerstag im Minus, obwohl der Einzelhändler sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Erwartungen übertraf – und die Jahresprognose zudem leicht anhob.
Die Warenhauskette meldete für das zweite Quartal einen Gewinn von 40 Cent je Aktie (EPS) bei Einnahmen von 4,87 Mrd. US-Dollar und übertraf damit deutlich die Konsensschätzungen von 37 Cent je Aktie und 4,83 Mrd. US-Dollar.
Für das Gesamtgeschäftsjahr erwartet das Management nun mindestens 21,68 Mrd. US-Dollar Nettoumsatz und einen Gewinn von 2,15 US-Dollar je Aktie.
Nach dem Kursrückgang nach den Zahlen liegen Macy’s-Aktien über 20 % unter ihrem jüngsten Hoch.
Qualitativ schwacher „Beat“ belastet Macy’s-Aktie
Ein Hauptauslöser für die Skepsis der Anleger ist die Qualität des Gewinn‑„Beats“ von Macy’s.
In der Telefonkonferenz bestätigte das Management, dass die Q2-Ergebnisse erheblich durch eine einmalige Zollrückerstattung in Höhe von 116 Mio. US-Dollar aufgebläht wurden.
Und das Unternehmen plant, diese Mittel in Maßnahmen zur Kundengewinnung zu investieren, statt sie als dauerhafte operative Cashflows oder Kapitalrückflüsse an die Aktionäre weiterzureichen, was Investoren enttäuscht, die auf eine nachhaltige organische Margenausweitung gehofft hatten.
Auffällig ist, dass die M‑Aktien heute Morgen auch unter ihren 200‑Tage‑Gleitenden Durchschnitt (MA) gefallen sind, was darauf hindeutet, dass sich das Momentum zugunsten der Bären dreht.
M-Aktien fallen, da Anhebung der Prognose enttäuscht
Obwohl das Management die Jahresprognose leicht anhob, übertraf die aktualisierte Schätzung die bestehenden Wall‑Street‑Konsensschätzungen nur knapp.
Macy’s erwartet, dass die vergleichbaren Filialumsätze in diesem Jahr um 1 % bis 1,5 % steigen, was im Vergleich zu den vorangegangenen Quartalen dennoch eine Verlangsamung darstellen würde.
Das wirft Zweifel an der langfristigen Durchschlagskraft des Umstrukturierungsplans „A Bold New Chapter“ auf, insbesondere angesichts eines vorsichtigen Konsumentenverhaltens in unteren bis mittleren Einkommenssegmenten.
Da die Ausgaben für das tägliche Leben die Haushaltsbudgets belasten und Werbeaktionen die Margen im gesamten Einzelhandel unter Druck setzen, steht die Macy’s‑Aktie vor einer schwierigen Aufgabe: anhaltenden Kundenverkehr zu fördern, Marktanteile zu verteidigen und das Vertrauen der Investoren wiederherzustellen — ohne auf einmalige Zuflüsse zu bauen.
Generelle Stimmung bleibt bei Einzelhandelsaktien verhalten
Breitere Marktbedingungen verstärken zudem die Schwäche der M‑Aktie nach den Zahlen.
Ein allgemein risk‑off geprägtes Marktumfeld — befeuert durch steigende Renditen bei US‑Treasuries und schnell steigende Ölpreise infolge des Iran‑Kriegs — setzt zyklische Konsumwerte stark unter Druck.
Jüngste Ergebniskommentare von Einzelhandelskollegen (einschließlich verhaltener Prognosen von Dick’s Sporting Goods und anhaltender Umsatzrückgänge bei Kohl’s) halten Investoren bei traditionellen Warenhäusern in der Defensive.
Kurz: Solange geopolitische Spannungen die Energiekosten treiben und die Konsumentenstimmung dämpfen, bleiben Einzelhandelsinvestoren zögerlich.
Bis Macy’s konsistente vergleichbare Filialumsätze und operative Stabilität im Rahmen seiner Umstrukturierungsstrategie nachweisen kann, dürften makroökonomische Gegenwinde und eine sektorweite Risikoaversion eine sofortige Kursrallye weiterhin begrenzen.
Wie Wall Street empfiehlt, Macy’s zu handeln
Vor der Veröffentlichung der Macy’s‑Zahlen hatte Wall Street eine konsensuelle ‚Hold’‑Einstufung für die Aktie, mit einem durchschnittlichen Kursziel von knapp über 23 US‑Dollar.
Es ist jedoch vernünftig, in den kommenden Wochen mit Abwärtsrevisionen zu rechnen, da Anleger die zuvor genannten Bedenken in ihre Schätzungen einpreisen.
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