
Der Nikkei‑225‑Index gab diese Woche deutlich nach und erreichte ein Tief von ¥62,210, sein niedrigster Stand seit dem 22. Mai dieses Jahres. Er ist seit seinem diesjährigen Höchststand um 8.40% gefallen und nähert sich langsam einer Korrektur.
Nikkei‑225‑Index gibt nach wegen geopolitischer Unsicherheit
Japanische Aktien fielen deutlich, da Anleger auf die zunehmende Unsicherheit im Nahen Osten reagierten, während der Waffenstillstand zwischen den USA und Iran andauerte. Präsident Donald Trump führte über Nacht neue Angriffe gegen Iran aus, um das Land zu einem Abkommen zu drängen.
Iran blieb hart und antwortete auf US-Angriffe. Es lancierte Vergeltungsangriffe gegen einige wichtige US-Interessen in Ländern wie Kuwait und Bahrain. Zudem warnte es, seine Angriffe als Reaktion auf US-Aktionen zu intensivieren.
Infolgedessen sind Rohölpreise gestiegen, wobei Brent über den wichtigen Widerstand bei $94.30 kletterte. Der West Texas Intermediate (WTI) stieg auf $91, und Analysten erwarten, dass der Aufwärtstrend anhält, da sich die Krise in der Region zuspitzt.
Zudem befinden sich die Rohölbestände in den letzten Monaten in einem deutlichen Abwärtstrend. In den Vereinigten Staaten sind die Strategic Petroleum Reserves (SPR) auf den niedrigsten Stand seit über 20 Jahren gefallen.
Japan ist stark betroffen, da das Land den Großteil seines Rohöls aus der Golfregion importiert. Daher ist wahrscheinlich, dass die Inflation in Japan in den kommenden Monaten weiter steigen wird, wodurch Druck auf die Bank of Japan (BoJ) entsteht, die Zinsen anzuheben.
Analysten erwarten, dass die Zentralbank in der kommenden Sitzung die Zinsen anheben wird. Tatsächlich sendet der Anleihemarkt diese Warnung: Die Rendite der zehnjährigen Laufzeit stieg auf 2.68%, die zweijährige auf 1.41%.
Globale Aktienmärkte erleben Volatilität
Der Nikkei‑225‑Index hat ebenfalls Schwierigkeiten angesichts der zunehmenden Volatilität an den globalen Finanzmärkten. US-Aktien stürzten am Mittwoch ab: Der Dow Jones verlor mehr als 950 Punkte und der S&P 500 verlor 120 Punkte. Der Dow Jones fiel damit um über 500 Punkte.
Ähnliches geschieht in anderen Ländern. In Hongkong etwa fiel der Hang Seng Index um mehr als 1.45%, in Südkorea sank der Kospi Composite auf KRW 7,435, deutlich unter dem Jahreshoch von 8,935 KRW. Weitere globale Indizes sind ebenfalls gefallen, da Anleger Gewinne mitnahmen.
Zu den größten Verlierern im Nikkei‑225‑Index gehörten Unternehmen wie Kawasaki Heavy Industries, Sumitomo Electric Industries, Sumitomo Pharma, TDK Corporation und Mitsubishi Electric.
Technische Analyse des Nikkei‑225‑Index

Chart des Nikkei‑225‑Index | Quelle: TradingView
Das Tages-Chart zeigt, dass der Nikkei‑225‑Index in den letzten Tagen stark gefallen ist. Er bewegte sich von einem Hoch von ¥68,797 im Juni auf ein Tief von ¥62,210 heute.
Der Index blieb leicht über dem 50-Tage-Exponentialgleitenden Durchschnitt (EMA). Er fiel außerdem auf den Major S/R-Pivotpunkt des Murrey-Math-Linien-Tools.
Daher ist das wahrscheinlichste Szenario, dass der Index kurzfristig weiterhin unter Druck bleibt. Sollte dies eintreten, wird die nächste wichtige Marke auf dem psychologischen Niveau von ¥60,000 liegen.
The post Warum der Nikkei‑225‑Index heute fällt (11. Juni) appeared first on Invezz