
Der Nikkei 225 Index gab am Freitag um mehr als 3% nach und spiegelte damit die Entwicklung der US-Aktien wider, wobei der Dow Jones und der Nasdaq 100 jeweils um 200 bzw. 60 Punkte fielen. Der japanische Index sank auf ¥53,370 und liegt damit 10.10% unter seinem diesjährigen Höchststand.
Japanische Aktien angesichts von Inflationssorgen
Der Nikkei 225 Index geriet unter Druck, da die weltweiten Aktienmärkte angesichts des andauernden Iran-Kriegs nervös blieben, der die Energiepreise nach oben trieb. Brent, der globale Richtwert, sprang am Donnerstag auf $115, bevor er sich wieder etwas abschwächte.
Die Bank of Japan wies am Donnerstag bei ihrer Zinsentscheidung auf die steigenden Energierisiken als zentrales Problem hin. Sie beließ die Zinssätze unverändert und deutete an, dass sie in den kommenden Monaten möglicherweise gezwungen sein könnte, zur Intervention die Zinsen anzuheben.
Positiv zu vermerken: Die Ölpreise gaben am Freitag nach, wobei Brent und West Texas Intermediate (WTI) auf $107 bzw. $93 fielen. Die beiden Benchmarks sanken, nachdem US-Kampfflugzeuge und Hubschrauber eine große Aktion gestartet hatten, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen.
Händler gehen davon aus, dass diese Maßnahmen die Wiederaufnahme der Lieferungen in der wichtigen Meerenge ermöglichen könnten, was in den kommenden Wochen zu niedrigeren Preisen führen würde. Japan würde erheblich von der Wiedereröffnung dieser schmalen Meerenge profitieren, da es den Großteil seiner Energieressourcen aus der Region importiert.
Japanische Aktien fielen zudem nach dem jüngsten Treffen zwischen Donald Trump und Sanae Takaichi am Donnerstag in Washington. Trump drängte Japans Präsidentin um Hilfe in der Iran-Frage und bezog sich dabei sogar auf den Angriff auf Pearl Harbor.
Die meisten japanischen Unternehmen notierten am Freitag im Minus. Die Aktie von Sumitomo Metal Mining fiel um mehr als 8.7% und war damit der größte Verlierer im Index. Dieser Rückgang fiel zeitlich mit dem Einbruch der meisten Rohstoffe wie Gold, Kupfer und Silber zusammen.
Die Aktie der Tokyo Electric Power Company sank um 8.4%, während DOWA, TOPPAN, Mitsubishi Materials, Toyota Tshusho und Shimizu Corporation um mehr als 6.70% nachgaben. Weitere Spitzenverlierer im Index wie Mitsui, Yokohama, Marubeni, Mitsubishi, Softbank und Itochu fielen um mehr als 5%.
Nur eine Handvoll Unternehmen standen im Plus, darunter BayCurrent, Furukawa Electric, Inpex und NTT.
Technische Analyse des Nikkei 225 Index

Nikkei Index chart | Source: TradingView
Das Tagesdiagramm zeigt, dass der Nikkei 225 Index in den vergangenen Wochen nachgegeben hat und sich von einem Hoch von ¥59,332 am 26. Februar auf aktuell ¥53,372 bewegt hat.
Er fiel unter die aufsteigende Trendlinie, die mit den tiefsten Schwüngen seit dem 6. August des Vorjahres zusammenfällt. Nachdem diese Trendlinie unterschritten wurde, testete der Index sie erneut und bestätigte damit die bärische Perspektive.
Der Index liegt nun unter dem 50-Tage-Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt (EMA), während der Percentage Price Oscillator (PPO) und der Relative Strength Index (RSI) nach unten tendieren.
Daher dürfte der Index voraussichtlich weiter fallen; das nächste größere Ziel liegt bei ¥51,388, dem Tief vom 9. Mai. Ein Unterschreiten dieses Niveaus würde auf weiteres Abwärtspotenzial hindeuten, möglicherweise bis zur wichtigen Unterstützung bei ¥50,000.
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