
Der DAX-Index fiel am Donnerstag um mehr als 2 % und notiert auf dem niedrigsten Stand in diesem Jahr, da die Energiepreise stark gestiegen sind. Er brach auf €23.000 ein, den tiefsten Stand seit dem 9. März, und liegt damit fast 10 % unter seinem Höchststand in diesem Jahr.
Deutsche Aktien stürzen ab angesichts der anhaltend hohen Energiepreise
Der DAX 40 gab nach, nachdem Anleger auf den jüngsten Anstieg der Energiepreise reagierten. Daten zeigen, dass europäische Gaspreise am Donnerstag um 22 % sprunghaft gestiegen sind, womit die Gewinne seit Jahresbeginn nun 137 % betragen. Gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres liegen die Gaspreise damit fast 60 % höher.
Auch andere Energiepreise sind stark gestiegen. So ist Brent, der globale Referenzwert, in diesem Jahr um 90 % und in den letzten 12 Monaten um 62 % geklettert. Kohle legte in diesem Jahr ebenfalls um 30 % zu.
Die explodierenden Energiepreise sind ein Risiko für die deutsche Wirtschaft, da sie Inflation und Betriebskosten nach oben treiben. Viele der Unternehmen im Index sind energieintensiv, was ihre Wettbewerbsfähigkeit erheblich beeinträchtigen wird.
Besonders exponiert sind Unternehmen der Automobilbranche, die vor großen Herausforderungen stehen, unter anderem durch den anhaltenden Wettbewerb aus China von Unternehmen wie Xiaomi, BYD und Li Auto. Bereits hat Volkswagen angekündigt, bis 2030 mehr als 50.000 Stellen zu streichen.
Der Anstieg der Rohölpreise hat Inflationssorgen in der Region geschürt und erschwert es der Europäischen Zentralbank (EZB), die Zinsen zu senken.
Ein am Mittwoch veröffentlichter Bericht zeigte, dass der Gesamt-Verbraucherpreisindex (VPI) von 1,7 % im Januar auf 1,9 % im Februar gestiegen ist, während die Kerninflation von 2,2 % auf 2,4 % zulegte.
Folglich sind die Renditen europäischer Staatsanleihen in diesem Monat weiter gestiegen. Daten zeigen, dass die Rendite deutscher Staatsanleihen am Donnerstag auf 2,98 % stieg, nach einem Jahrestief von 2,64 %.
Ein Bericht von Bloomberg weist darauf hin, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen in diesem Jahr nun zweimal anheben wird, um der erhöhten Verbraucherpreisinflation entgegenzuwirken.
Die meisten DAX-Index-Werte notieren heute im Minus. Die Vonovia-Aktie verlor am Donnerstag 8,95 % und war damit der größte Verlierer im Index. Dieser Rückgang erfolgte trotz der Ankündigung des Unternehmens, erstmals seit Jahren wieder einen Gewinn erzielt zu haben.
Siemens Energy büßte 4,4 % ein, während Unternehmen wie Infineon, Siemens, Heidelberg Materials, Adidas, BASF und Continental um mehr als 2,95 % fielen.
DAX-Index: Technische Analyse

Chart des DAX-Index | Quelle: TradingView
Der Tageschart zeigt, dass der DAX-Index ein Doppeltop bei €25.500 ausgebildet hat, mit einer Nackenlinie bei €24.263. Ein Doppeltop ist eines der häufigsten bärischen Umkehrmuster in der technischen Analyse.
Die Aktie versucht, ein Mini-Death-Cross-Muster auszubilden, das entsteht, wenn sich der 50-Tage- und der 100-Tage-Exponentielle Gleitende Durchschnitt (EMA) zu einem bärischen Kreuzungssignal verbinden.
Ein Bruch unter die wichtige Unterstützungsmarke bei €22.927, dem Tiefstand vom 21. November, würde weiteres Abwärtspotenzial signalisieren, möglicherweise bis auf €22.000.
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