
Ondas (ONDS) steigt am Donnerstagmorgen kräftig im Zuge einer sektorweiten Rallye, nachdem berichtet wurde, dass die Trump-Administration eine Finanzierung heimischer Drohnenfirmen erwägt.
Laut The Wall Street Journal führt das Verteidigungsministerium Gespräche mit mehreren Drohnenfirmen, da Washington die Beschleunigung der inländischen Drohnenfertigungskapazitäten vorantreibt.
Trotz des heutigen Anstiegs liegt die Ondas-Aktie fast 10 % unter ihrem bisherigen Jahreshoch.
Der Kursanstieg der Ondas-Aktie ist eher Hype als Substanz
Beim Hinterherkaufen der Momentum-Bewegung in ONDS-Aktien ist Vorsicht geboten, da die Schlagzeilenaufregung offenbar der Realität vorausläuft.
Zunächst einmal wird das an der Nasdaq gelistete Unternehmen im ursprünglichen WSJ Bericht nirgends genannt; dort werden Performance Drone Works, Unusual Machines und Neros Technologies genannt – jedoch nicht Ondas Inc.
Ondas reitet die Welle rein aufgrund der Sektorassoziation – nicht aufgrund direkter Hinweise darauf, dass es für einen Regierungsauftrag in Frage kommt.
Einfach ausgedrückt ähnelt die Kursbewegung einem klassischen Fall von ‚guilt-by-adjacency‘-Momentumtrading, bei dem eine steigende Flut vorübergehend alle Boote anhebt.
Investoren, die Ondas auf dem aktuellen Niveau aufstocken, zahlen eine Prämie für die Spekulation, dass das Unternehmen von einem Programm profitieren könnte, mit dem es nicht einmal in Verbindung gebracht wurde.
Und bei Small‑Cap-Verteidigungswerten neigt diese Prämie dazu, schnell zu verfliegen, sobald der anfängliche Rausch abklingt.
Finanzkennzahlen sprechen nicht für einen Kauf der ONDS-Aktien
Wenn man die Schlagzeile weglässt, zeigen die zugrunde liegenden Zahlen von ONDS echte Probleme, die eine Drohnen‑Sektor‑Erzählung allein nicht überdecken kann.
Während ein 11x Jahres‑zu‑Jahres‑Anstieg der Q1‑Umsätze auf etwas über $50 million sicher «beeindruckend» war, war das Wachstum nahezu vollständig akquisitionsgetrieben – Ondas hat allein 2026 sechs Defense‑Tech‑Unternehmen übernommen.
Noch aussagekräftiger: Der operative Verlust im Q1 hat sich auf $42.7 million ausgeweitet, und das Management sagte selbst, die bereinigten EBITDA‑Verluste würden im zweiten Quartal weiterhin relativ hoch ausfallen.
Tatsächlich wird eine Unternehmensprofitabilität erst für Anfang 2028 erwartet.
Zudem beantragt ONDS auf der heutigen Hauptversammlung die Zustimmung der Aktionäre, die genehmigten Stammaktien von 800 million auf 1.2 billion anzuheben – was auf weitere Verwässerung hindeutet.
Die Charttechnik ist ebenfalls unattraktiv
Auch die Charttechnik der ONDS-Aktien ist nicht besonders ermutigend.
Der Relative‑Stärke‑Index (RSI) liegt aktuell in den späten 60ern und signalisiert damit, dass die Aktie sich „überkauften“ Konditionen nähert – eine Konstellation, die häufig eine Verkaufswelle auslöst.
Historisch (über die vergangenen sechs Jahre) hat Ondas im Juni mehr als 1 % verloren, ein saisonales Muster, das den Wert kurzfristig noch unattraktiver macht.
Außerdem notierte ONDS noch vor einem Jahr unter $1.0 – was darauf hindeutet, dass das einfache Geld bereits gemacht wurde.
Jetzt setzt der Kurs stark auf die Umsetzung eines Jahresumsatzziels von $390 million, das davon abhängt, sechs Übernahmen nahtlos zu integrieren und einen $457 million Pro‑forma‑Auftragsbestand in tatsächliche Umsätze zu überführen.
Verteidigungsauftragnehmer, selbst sehr gute, stolpern routinemäßig über diese Art von Integrationskomplexität.
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