
Eine wachsende Zahl der einflussreichsten Hedgefonds‑Manager Chinas schlägt Alarm wegen dessen, was sie als gefährlich überhitzten globalen KI‑Trade beschreiben.
Nach einem explosiven Anstieg bei Halbleiter‑ und Modell‑Entwicklungsaktien von Seoul bis zum Silicon Valley argumentieren mehrere der Geldmanager aus Peking, die Rally habe sich von den Fundamentaldaten gelöst – und die ersten Risse seien bereits sichtbar.
Veteranen bezeichnen KI inzwischen als Super‑Blase
Zwei der bekanntesten Hedgefonds Chinas – Wealspring Asset und Shanghai Banxia Investment Management – haben ungewöhnlich deutliche Warnungen ausgesprochen, wonach der KI‑Boom Blasen‑Territorium erreicht habe, berichtete Bloomberg.
Wealspring, gegründet von Yang Dong, der berühmt für seine Prognose des chinesischen Marktgipfels von 2007 ist, teilte Anlegern laut Bloomberg in einem Anlegerbrief mit, dass globale KI‑Aktien nun einer „Super‑Blase“ ähneln, die von Momentum statt von tragfähigen Geschäftsmodellen aufgeblasen werde.
Das Unternehmen, das mehr als $1.4 billion verwaltet, sagte, viele chinesische KI‑Infrastrukturunternehmen verfügten nicht über verteidigungsfähige Burggräben und seien auf permanente Investitionen in Sachanlagen angewiesen, um Wachstum aufrechtzuerhalten.
Seiner Ansicht nach seien Bewertungen durch „hirnloses Kaufen“ in extreme Bereiche getrieben worden, was an die spekulative Überhitzung des chinesischen Hausse‑Marktes von 2015 erinnere.
Wealspring warnte, dass einige der populärsten inländischen KI‑Titel bei einem Stimmungsumschwung letztlich um mehr als 80 % fallen könnten.
Bedenken reichen über China hinaus, Anthropic im Fokus
Banxia – das etwa $294 million verwaltet – argumentiert, die Warnsignale seien nicht auf Chinas Onshore‑Märkte beschränkt.
Das Unternehmen verweist auf sinkende Umsatzdynamik bei Anthropic PBC, einem der am engsten beobachteten US‑KI‑Startups, als Beleg dafür, dass die globale Erzählung vom unaufhaltsamen Wachstum zu bröckeln beginne.
Banxia geht davon aus, dass Anthropics annualisierte Umsatzrate die Markterwartungen unterschreiten könnte, da Unternehmenskunden vor steigenden Tokenkosten zurückschrecken und da konkurrierende Modell‑Entwickler den Wettbewerb um Entwickler verschärfen.
Der Fonds hebt zudem ein breiteres Risiko hervor: Die extrem hohen Umsatzannahmen im KI‑Ökosystem kollidierten mit der Realität steigender Infrastrukturkosten und enger werdender Unternehmensbudgets.
Für Banxia stellen diese Druckfaktoren die frühen Stadien einer Stimmungsänderung dar, die sich auf die globalen KI‑Bewertungen auswirken könnte.
Ein boomender Markt – und die Kosten der Vorsicht
Trotz der Warnungen haben KI‑Aktien 2026 außergewöhnliche Gewinne geliefert. Chinas CSI Artificial Intelligence Index liegt seit Jahresbeginn mehr als 35 % im Plus und übertrifft damit den 5%‑Zuwachs des wichtigsten heimischen Benchmarks deutlich.
Im Ausland war die Rally noch dramatischer: Südkoreas Kospi ist in diesem Jahr um fast 100 % gestiegen, angetrieben von SK Hynix und Samsung Electronics – beide Profiteure einer beispiellosen Nachfrage nach High‑Bandwidth‑Memory für KI‑Rechenzentren.
Dennoch haben die Fonds, die zur Vorsicht mahnen, kurzfristig einen Preis für das Abseitsbleiben bezahlt.
Wealsprings Zhiyuan‑Fonds und Banxias Low‑Volatility‑Macro‑Strategie verzeichneten Anfang 2026 leichte Verluste, obwohl beide über längere Zeiträume weiterhin stark profitabel sind.
Banxias Gründer Li Bei hält die Disziplin für lohnenswert und rät Anlegern, der Versuchung zu widerstehen, parabolische KI‑Trades zu jagen, und sich auf eine mögliche Korrektur vorzubereiten, die Bewertungen im Sektor neu ordnen könnte.
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