
Nike geht mit den Erwartungen auf Mehrjahrestiefs in den Bericht zum vierten Fiskalquartal diese Woche, da Investoren nach Anzeichen suchen, dass der Sportartikelriese das Wachstum nach Jahren sinkender Verkäufe, Marktanteilsverlusten und zunehmendem Wettbewerbsdruck wiederbeleben kann.
Das Unternehmen wird am Dienstagnachmittag seine Zahlen veröffentlichen; Analysten erwarten ein Ergebnis von 12 Cent pro Aktie (gegenüber 14 Cent vor einem Jahr) bei einem Umsatz von $10.85 billion im Vergleich zu $11.1 billion im gleichen Quartal des Vorjahres, so FactSet.
Einst einer der größten Gewinner während der Pandemie, hat Nike Schwierigkeiten, diesen Schwung aufrechtzuerhalten.
Die Aktie hat sich seit den Höchstständen 2021 um rund 75 % verbilligt und liegt seit Jahresbeginn 2026 etwa 35 % im Minus, was die Anlegerängste über nachlassende Nachfrage und eine unsichere Erholung widerspiegelt.
Analysten senken Erwartungen vor den Zahlen
Mehrere Brokerhäuser haben ihre Erwartungen vor der Veröffentlichung nach unten angepasst, obwohl viele der Ansicht sind, dass die niedrige Messlatte Raum für eine positive Marktreaktion lassen könnte, falls das Management ermutigende Prognosen liefert.
JPMorgan senkte am Montag sein Kursziel für Nike auf $47 von $52, beließ aber die Einstufung auf „Neutral“.
Das Brokerhaus reduzierte auch seine Schätzung für das Ergebnis je Aktie im Fiskaljahr 2027 auf $1.58 von $1.63, nachdem Channel-Checks auf schwächere Verkaufstrends hingewiesen hatten.
Die Bank erklärte, dass sich die Geschäftsbedingungen in wichtigen Märkten abgeschwächt hätten und sich die Nachfrage während ihrer Recherchen vor Ort verschlechtert habe.
Sie beschrieb Nikes künftige Fundamentaldaten als „in flux“, was darauf hindeutet, dass weiterhin Unsicherheit über das Tempo der Erholung besteht.
Trotzdem beträfe das revidierte Kursziel von JPMorgan noch immer ein Aufwärtspotenzial von etwa 13 % gegenüber dem letzten Schlusskurs der Aktie.
Auch andere Analysten sind vorsichtiger geworden.
Stifel senkte sein Kursziel auf $50 von $56 und beließ die Einstufung auf „Hold“, erklärte jedoch, man sei „noch nicht bereit, einen Boden“ für Nike-Aktien vor dem Ergebnisbericht auszurufen.
Das Brokerhaus verwies auf anhaltende Marktanteilsverluste und verhaltene Nachfrage im Markt für Sportschuhe.
Analyst Peter McGoldrick sagte, dass Nikes Führungsposition allein ohne erneute Produktinnovationen oder einen signifikanten Wandel in den Verbraucherpräferenzen nicht zwangsläufig in stärkere Aktionärsrenditen übersetzt werde.
Stifel wies außerdem auf Herausforderermarken hin, die attraktiveres Risiko-Rendite-Potenzial böten, und erklärte, dass jüngste Führungswechsel, einschließlich des Übergangs in der Finanzleitung, voraussichtlich vor dem für später in diesem Jahr geplanten Investor Day die Stimmung nicht substanziell verbessern würden.
Oppenheimer senkte ebenfalls sein Kursziel und halbierte es auf $60 von $120, beließ aber die Einstufung auf „Outperform“.
Das Unternehmen erwartet, dass Nike seine Geschäftsstruktur weiterhin aggressiv neu positionieren wird, während es operative Herausforderungen, schwächere Konsumausgaben und makroökonomischen Druck auf nationalen und internationalen Märkten bewältigt.
Prognosen dürften Marktreaktion bestimmen
Während die Quartalszahlen genau beobachtet werden, sind Analysten der Ansicht, dass der Ausblick des Managements für das kommende Jahr für Investoren noch wichtiger sein könnte.
Die Wall Street dürfte sich auf den aktualisierten Turnaround-Zeitplan des Unternehmens konzentrieren, nachdem Nike letzte Woche angekündigt hatte, dass David Denton, derzeit Chief Financial Officer bei Pfizer, das Amt des Finanzchefs am
17. August übernehmen und Matthew Friend ersetzen.
Jefferies-Analysten erwarten, dass Nike einen konservativen Ansatz bei der Prognosewahl verfolgen wird, sodass Denton während des Investor Day später in diesem Jahr längerfristige Finanzziele etablieren kann.
KeyBanc stufte Nike letzte Woche auf Sector Weight herab und argumentierte, dass sich die Erholung des Unternehmens langsamer entwickle als zuvor erwartet.
Das Brokerhaus verwies auf anhaltende Schwäche in China und Europa, zunehmenden Wettbewerb durch neuere Sportmarken und eine weitere Runde von Führungswechseln als Gründe für Vorsicht.
Obwohl KeyBanc anerkennt, dass Nike Fortschritte beim Wiederaufbau der Beziehungen zu Großhandelspartnern und bei der Verbesserung der operativen Umsetzung gemacht hat, erklärte es, dass Anleger möglicherweise bis zum Investor Day warten müssen, um mehr Vertrauen zu gewinnen, dass der Turnaround wirklich auf Kurs ist.
Das Unternehmen merkte zudem an, dass Nike trotz des unsicheren Ausblicks weiterhin zu einem Bewertungsaufschlag gegenüber vielen Wettbewerbern gehandelt werde.
World-Cup-Strategie unter Beobachtung
Analysten werden auch genau auf Nikes Aussagen zur FIFA-World-Cup-Strategie achten, da das Turnier als potenzieller Katalysator für Umsatzwachstum gilt.
Die Erwartungen sind allerdings zurückhaltender geworden.
KeyBanc-Analysten meinten, dass sich Nikes Chance, sich während des Turniers zu differenzieren, verwässert haben könnte, weil mehrere konkurrierende Marken Spielern ebenfalls pinke Fußballschuhe zur Verfügung gestellt hätten.
Das Brokerhaus sagte, die branchenweite Übernahme ähnlicher Designs „verwische die von NKE angestrebte Markenabgrenzung“, was das Aufwärtspotenzial aus dem Absatz von Fußballschuhen während des Turniers begrenze.
Da das Gewinnwachstum weitgehend zum Stillstand gekommen ist und der Umsatz in den vergangenen drei Quartalen weitgehend stabil blieb, werden Anleger die Ergebnisse vom Dienstag wahrscheinlich weniger anhand der gemeldeten Zahlen beurteilen als danach, ob das Management den Markt davon überzeugen kann, dass Nikes lange erwarteter Turnaround endlich an Fahrt gewinnt.
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