
Die Wall Street schloss am Freitag gemischt. Der S&P 500 konnte trotz anhaltender Sorgen über Zölle, wirtschaftliche Unsicherheit und Schwäche im Technologiesektor eine vierwöchige Verlustserie beenden.
Der Markt blieb während der gesamten Sitzung volatil, da die Anleger die jüngsten Äußerungen von Präsident Donald Trump zu Gegenzöllen verarbeiteten und die nächsten Schritte der Federal Reserve abwarteten.
Der S&P 500 legte um 0,08 % zu und schloss bei 5.667,56 Punkten, was einem Wochengewinn von 0,5 % entspricht – dem ersten seit über einem Monat.
Der Nasdaq Composite stieg um 0,52 % auf 17.784,05 Punkte, während der Dow Jones Industrial Average um 32,03 Punkte oder 0,08 % zulegte und bei 41.985,35 Punkten schloss.
Die Marktteilnehmer meisterten eine turbulente Sitzung, die durch das vierteljährliche „Quadruple Witching“-Ereignis geprägt war, bei dem Aktienoptionen, Indexoptionen, Futures und Einzelaktien-Futures-Kontrakte ausliefen.
Goldman Sachs schätzte, dass Optionen im Wert von über 4,7 Billionen Dollar auslaufen würden, was die Volatilität der Sitzung weiter erhöhte.
Zollunsicherheit schwebt über der Wall Street
Die Aktien versuchten gegen Ende der Sitzung eine Erholung, nachdem Präsident Donald Trump eine gewisse „Flexibilität“ bei den Zöllen signalisiert hatte, aber bekräftigte, dass alle Handelspartner, die Zölle auf US-Waren erheben, ab dem 2. April mit Gegenzöllen rechnen müssten.
“There will be flexibility.” US President Donald Trump on the subject of tariffs. trib.al/61XRMTm 📺 Sky 501 and YouTube
Michael Green, Chefstratege bei Simplify Asset Management, bemerkte, dass die Unsicherheit im Geschäftsleben aufgrund der Handelspolitik begonnen hat, die Investitionsausgaben und Einstellungsentscheidungen zu beeinflussen, was wiederum die Anlegerstimmung belastet.
„Die Unternehmen zögern zunehmend, große finanzielle Verpflichtungen einzugehen“, sagte Green. „Die Märkte spiegeln diese Unsicherheit wider, insbesondere im Hinblick auf den Stichtag am 2. April.“
Technologieaktien setzen ihren Abwärtstrend fort.
Der Technologiesektor war in dieser Woche der schwächste Sektor des S&P 500 und verzeichnete einen Rückgang von 0,8 %, was den fünften wöchentlichen Rückgang in Folge darstellt – eine Serie, die es seit Mai 2022 nicht mehr gegeben hat.
Halbleiteraktien, die 2023 zu den Marktführern gehörten, verzeichneten erhebliche Verluste:
- Nvidia (NVDA) verlor an Wert, da die Nachfrage nach Chips nachließ.
- Micron (MU) und Applied Materials (AMAT) gaben aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Lieferkette nach.
- Auch Accenture (ACN) verzeichnete Verkaufsdruck, was den Sektor nach unten zog.
Die Sorgen über die verlangsamte Konsumausgaben und Industrieproduktion wurden durch schwache Gewinnmeldungen wichtiger Indikatoren verstärkt.
- FedEx (FDX) stürzte um 6,5 % ab, nachdem das Unternehmen seine Gewinnprognose aufgrund der Schwäche der US-Industriewirtschaft gesenkt hatte.
- Nike (NKE) verlor über 5 %, nachdem das Unternehmen gewarnt hatte, dass das Verbrauchervertrauen und zollbedingte Kosten den Umsatz belasten könnten.
Aktien, die 52-Wochen-Tiefs erreichen, signalisieren wirtschaftliche Belastungen.
Eine Reihe von Konsumgüter- und Transportaktien erreichten am Freitag 52-Wochen-Tiefstände, was die Sorgen über die wirtschaftliche Dynamik widerspiegelt.
- Nike (NKE): Tiefster Stand seit März 2020
- Target (TGT): Tiefster Stand seit April 2020
- Host Hotels (HST): Tiefster Stand seit Februar 2021
- Ross Stores (ROST): Tiefster Stand seit November 2023
Im Transportsektor war der Abschwung ebenso stark:
- FedEx (FDX) erreichte wieder das Niveau vom Juni 2023.
- JB Hunt (JBHT) fiel auf das Niveau vom Februar 2021.
- Old Dominion Freight Line (ODFL) rutschte ebenfalls auf ein Jahrestief.
Wird die Angst vor Zöllen die Kursgewinne begrenzen?
Analysten von Barclays warnen davor, dass das Aufwärtspotenzial des Marktes so lange begrenzt bleiben könnte, bis Klarheit über die Zölle herrscht.
„Die Aktien haben sich leicht von überverkauften Niveaus erholt, aber die Unsicherheit über Zölle bleibt ein großes Problem“, sagte Emmanuel Cau, Leiter der europäischen Aktienstrategie bei Barclays.
Mit dem nahenden Fristablauf für die Zölle am 2. April beobachten die Anleger genau alle politischen Veränderungen, die die nächste Richtung des Marktes bestimmen könnten.
Unterdessen werden die Haltung der Federal Reserve zu den Zinssätzen und die Ergebnisse der Unternehmensgewinne weiterhin eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Stimmung spielen.
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