Bei Braze (WKN: A3C7N3) investieren wir in ein Unternehmen, das es seinen Kunden ermöglicht, Kundenbeziehungen ideal aufzubauen. Dabei setzt das Management auf ein Abo-Modell, das Multi-Channel-Marketing ermöglicht. Loyale Kundenbeziehungen sind ein Weg für Unternehmen, um langfristig Mehrwerte zu schaffen. Aber wie sieht es mit der Fähigkeit der Braze-Aktie aus, Mehrwert für ihre Aktionäre zu kreieren?

Die Braze-Aktie in der Fundamentalbetrachtung

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 hat Braze erneut sein gutes Wachstum gezeigt. Der Umsatz stieg um 25,5 % im Jahresvergleich auf 190,8 Mio. US-Dollar. Davon bleibt der Großteil mit 181,6 Mio. US-Dollar ein wiederkehrender Abonnement-Umsatz. Lediglich 9,2 % entfiel auf das Service-Segment, dessen Umsätze sich aber fast verdoppelt haben. Services können ein guter Frühindikator für einen größeren Backlog sein, denn besonders zum Anfang einer Kundenbeziehung setzt Braze zunächst auf Beratungsleistungen.

Das Unternehmen blieb mit einem Nettoverlust von 0,33 US-Dollar je Braze-Aktie zwar in den roten Zahlen. Allerdings konnte auf Non-GAAP-Basis (das bedeutet vor allem ohne aktienbasierte Vergütung) mit 0,06 US-Dollar ein positives Nettoergebnis erzielt werden. Aktienbasierte Vergütungen in Höhe von 37,6 Mio. US-Dollar sind daher im Moment die Bremse für die Profitabilität. Das sollte uns allerdings nicht besonders stark verunsichern.

Die zentralen Wachstumskennzahlen weisen nach oben

Denn das Wachstum von Braze ist überaus intakt und unsere Empfehlung macht bedeutende Fortschritte. Wir lesen das beispielsweise an der hohen Kundenbindung von Braze selbst heraus. Die sogenannte Net Retention Rate in US-Dollar lag bei 108 %. Das bedeutet, dass die eigenen Kunden durchschnittlich 8 % mehr als im Vorjahreszeitraum ausgegeben haben. Aber auch das operative Ergebnis von 5,1 Mio. US-Dollar ist klar im positiven Bereich. Braze tendiert daher hin zur Profitabilität. Wir sehen außerdem, dass eine Bruttomarge von 67,2 % auf ein gut skalierbares und profitabel wachsendes Geschäftsmodell hindeutet. Insbesondere die Bestandsabonnements im Plattformgeschäft benötigen wenig Hinzutun, um aus dem bestehenden Umsatz größere Ergebnisse zu machen.

Bemerkenswert ist ebenfalls, dass Braze weitere Kunden anzieht. Oder, noch mehr: Wie viele. So stieg die Anzahl der Kunden im Jahresvergleich von 2.202 auf 2.528. Von diesen 2.528 Kunden sorgen jedes Jahr 303 Kunden für einen Umsatz von mindestens einer halben Million US-Dollar pro Jahr. Dieser Wert ist im Jahresvergleich um fast 50 % gewachsen. Wir sehen daher, dass Braze mit seiner Land-to-Expand-Strategie ebenfalls sehr erfolgreich ist, wobei Kunden konsequent mehr Geld auf der Plattform lassen. Vielleicht noch ein Highlight: In dem Zeitraum der Black-Week sind 102,5 Mrd. Nachrichten über die Braze-Plattformen versendet worden. Was für ein Volumen!

Wie es nun für die Braze-Aktie weitergehen könnte

Braze setzt jetzt (natürlich!) auf Künstliche Intelligenz für weiteres Wachstum. Insbesondere mit KI-Agenten will das Management für seine Kunden eine Automatisierung bei Kampagnen erzielen. Wir halten das für einen naheliegenden Schritt und eine Möglichkeit, noch mehr Umsätze zu erzielen.

Ein wenig störte den Markt offenbar die Prognose für das vierte Quartal. Denn hier soll der Umsatz auf „lediglich“ 197,5 Mio. US-Dollar wachsen. Wir sehen jedoch, dass das Wachstum weitergeht. Braze plant zwar weiterhin, lediglich auf Non-GAAP-Basis profitabel zu bleiben. Auch das sorgte für Verstimmung bei der Braze-Aktie. Aber, immerhin: Der freie Cashflow lag im vierten Quartal bei 21 Mio. US-Dollar. Bei positiven Mittelzuflüssen haben wir es zumindest rein bilanziell nicht so eilig, dass Braze allzu schnell profitabel werden muss. Wichtig ist, die Marktchance ideal zu nutzen.

Der Artikel Wachstumsmarkt Multichannel-Marketing: Ist das die Top-Aktie bis 2030 und darüber hinaus? ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.