Während viele Anleger derzeit den stark gestiegenen KI-Aktien hinterherlaufen, eröffnen sich an anderer Stelle attraktive Chancen. Besonders im Fintech-Sektor notieren einige Unternehmen noch deutlich unter ihren früheren Höchstständen – obwohl sich ihre operative Entwicklung zuletzt erheblich verbessert hat. Zwei Beispiele dafür sind Remitly Global und Adyen.
Remitly Global-Aktie
Der US-amerikanische Fintech-Anbieter Remitly Global
Seit dem Börsengang im Jahr 2021 konnte Remitly seine Marktposition kontinuierlich ausbauen. Ausschlaggebend dafür sind unter anderem niedrigere Gebühren, eine benutzerfreundliche App sowie vielfältige Auszahlungsmöglichkeiten für Empfänger. Die Geschäftsentwicklung spiegelt diesen Erfolg wider: Im vergangenen Quartal stieg das abgewickelte Überweisungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 37 Prozent auf 16,2 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig hat sich der Umsatz seit dem Börsengang um insgesamt 572 Prozent erhöht.
Bemerkenswert ist zudem der Sprung in die Profitabilität. Im jüngsten Quartal erwirtschaftete Remitly einen Nettogewinn von 49,1 Millionen US-Dollar, was einer Nettomarge von rund 11 Prozent entspricht. Trotz dieser positiven Entwicklung notiert die Aktie weiterhin rund 50 Prozent unter ihrem Höchststand aus der Zeit des Börsengangs.
Auch die Bewertung erscheint zunehmend attraktiv. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt zwar bei etwa 49, allerdings befindet sich das Unternehmen erst am Beginn einer Phase steigender Gewinnmargen. Für das Gesamtjahr 2026 erwarten Analysten einen Umsatz von knapp zwei Milliarden US-Dollar. Sollte die Nettomarge von rund 11 Prozent gehalten werden, entspräche dies einem Jahresgewinn von rund 220 Millionen US-Dollar. Auf Basis der aktuellen Marktkapitalisierung von etwa fünf Milliarden US-Dollar würde sich daraus ein voraussichtliches KGV von rund 23 ergeben – bei gleichzeitig weiterhin hohen Wachstumschancen.
Übrigens: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.
Adyen-Aktie
Auch der niederländische Zahlungsdienstleister Adyen
Obwohl die Marke vielen Verbrauchern kaum bekannt ist, verarbeitet Adyen die Zahlungsströme zahlreicher internationaler Großunternehmen. Zu den langjährigen Kunden zählen unter anderem Uber und Spotify. Das Geschäftsmodell basiert darauf, einen kleinen Anteil jeder abgewickelten Transaktion zu vereinnahmen – unabhängig von der verwendeten Zahlungsmethode.
Die Wachstumsdynamik ist beeindruckend: In den vergangenen zwölf Monaten wickelte Adyen ein Zahlungsvolumen von 1,69 Billionen US-Dollar ab. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 lag dieser Wert noch bei lediglich 35 Milliarden US-Dollar. Seit 2015 ist der Umsatz in US-Dollar durchschnittlich um 38 Prozent pro Jahr gewachsen. Im jüngsten Quartal legte der Nettoumsatz währungsbereinigt um weitere 20 Prozent zu.
Ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil des Unternehmens liegt in seiner hohen Kostendisziplin. Diese sorgt für attraktive Margen und eine hohe Profitabilität. Das Management strebt bis 2028 eine EBITDA-Marge von rund 55 Prozent an und verbindet dieses Ziel mit weiterem Umsatzwachstum.
Trotz dieser Perspektiven notiert die Aktie noch immer rund 72 Prozent unter ihrem Höchststand aus dem Jahr 2021. Mit einem aktuellen KGV von etwa 25, einer soliden Bilanz und steigenden Margen erscheint die Bewertung im historischen Vergleich inzwischen deutlich moderater.
Sowohl Remitly Global als auch Adyen verbinden anhaltend hohe Wachstumsraten mit inzwischen deutlich günstigeren Bewertungen als noch vor einigen Jahren. Während Remitly gerade den Übergang zu nachhaltiger Profitabilität vollzieht, überzeugt Adyen mit einer etablierten globalen Zahlungsinfrastruktur, hoher Effizienz und langfristigem Wachstumspotenzial.
Für langfristig orientierte Anleger könnten beide Fintech-Unternehmen deshalb interessante Investmentchancen darstellen. Sollten sich Umsatzwachstum und Margen wie erwartet weiter verbessern, bieten die aktuell deutlich unter ihren historischen Höchstständen notierenden Aktien aus heutiger Sicht attraktives Potenzial über einen Anlagehorizont von fünf bis zehn Jahren.
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