An der Börse bieten Kursrückgänge bei wachstumsstarken Unternehmen immer wieder Chancen für langfristig orientierte Anleger. Axon Enterprise und Airbnb sind in vielversprechenden Märkten aktiv, verzeichnen weiterhin ein deutliches Umsatzwachstum und notieren dennoch noch deutlich unter ihren früheren Höchstständen.
Axon Enterprise-Aktie
Axon Enterprise
Die operative Entwicklung bleibt derweil bemerkenswert stark. Im zweiten Quartal 2026 steigerte Axon seinen Umsatz um 35 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit verzeichnete das Unternehmen bereits das zehnte Quartal in Folge ein Umsatzwachstum von mehr als 30 Prozent. Diese Dynamik ist keine kurzfristige Erscheinung: Über die vergangenen zehn Jahre hat sich der Aktienkurs nahezu verzwanzigfacht.
Besonders wichtig für die weitere Entwicklung ist der zunehmende Anteil von Software und Dienstleistungen. Deren Umsatz legte im Jahresvergleich um 36 Prozent zu. Damit verschiebt sich das Geschäftsmodell zunehmend weg vom Verkauf einzelner Hardwareprodukte hin zu margenstärkeren, wiederkehrenden Erlösen. Ein Beispiel dafür ist der sogenannte AI Era Plan, mit dem Axon mithilfe künstlicher Intelligenz zeitaufwendige Aufgaben wie das Erstellen von Polizeiberichten automatisieren will.
Auch international gewinnt das Unternehmen an Dynamik. Die internationalen Buchungen verdreifachten sich im vergangenen Quartal gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig stiegen die zukünftigen vertraglich zugesicherten Buchungen um 41 Prozent auf 15 Milliarden US-Dollar. Das deutet auf eine beträchtliche Visibilität für das künftige Wachstum hin.
Axon verfolgt dabei eine Strategie, die weit über einzelne Produkte hinausgeht. Das Unternehmen will eine integrierte Plattform schaffen, die Sensoren, Geräte und KI-gestützte Software miteinander verbindet. Die hohe Bewertung bleibt allerdings ein wesentlicher Risikofaktor: Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei etwa 78. Dem stehen Analystenschätzungen gegenüber, die für die kommenden Jahre ein jährliches Gewinnwachstum von rund 29 Prozent erwarten. Gelingt es Axon, seine Plattformstrategie weiterhin erfolgreich umzusetzen, könnte die Aktie langfristig dennoch das Potenzial für eine überdurchschnittliche Rendite besitzen.
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Airbnb-Aktie
Auch Airbnb
Das operative Momentum hat sich im ersten Halbjahr 2026 spürbar beschleunigt. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 17 Prozent auf 3,6 Milliarden US-Dollar. Der Bruttobuchungswert legte gleichzeitig um 16 Prozent auf 27 Milliarden US-Dollar zu. Damit konnte Airbnb das stärkste Wachstum seit mehreren Jahren erzielen.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die zunehmende Nachfrage jüngerer Reisender. Insbesondere die Generation Z gewinnt für Airbnb an Bedeutung. Die Zahl der Erstbucher stieg im vergangenen Quartal um 11 Prozent. Gleichzeitig wächst das Geschäft in neueren Märkten schneller als in bereits etablierten Regionen und eröffnet dem Unternehmen zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten.
Auch künstliche Intelligenz wird zunehmend zu einem Produktivitäts- und Wachstumstreiber. Airbnb nutzt KI intern, um neue Funktionen schneller zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. KI-generierte Informationen zu Unterkünften und Highlights sollen es Nutzern zudem erleichtern, passende Angebote zu entdecken und zu buchen. Diese Maßnahmen könnten dazu beitragen, die Wachstumsdynamik weiter zu erhöhen.
Ein weiterer Pluspunkt ist die hohe Cashflow-Generierung. Airbnb erwirtschaftete in den vergangenen zwölf Monaten einen freien Cashflow von 4,8 Milliarden US-Dollar, was einer Marge von rund 37 Prozent entspricht. Gemessen am freien Cashflow wird die Aktie mit dem 23-Fachen bewertet, während das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis bei etwa 35 liegt. Analysten rechnen für die kommenden Jahre mit einem durchschnittlichen Gewinnwachstum von rund 19 Prozent pro Jahr.
Langfristig könnte Airbnb zudem vom strukturellen Wachstum des weltweiten Tourismus profitieren. Der World Travel and Tourism Council erwartet bis 2035 eine zunehmende Arbeitskräfteknappheit in der Branche, während gleichzeitig die Nachfrage nach Reisen weiter steigen dürfte. Für Airbnb spricht dabei insbesondere das kapitalarme Geschäftsmodell, das Wachstum ermöglicht, ohne dass das Unternehmen selbst ein umfangreiches Immobilienportfolio finanzieren muss.
Sowohl Axon Enterprise als auch Airbnb verbinden starkes Umsatzwachstum mit strukturellen Wachstumstrends und einer führenden Position in ihren jeweiligen Märkten. Axon bietet mit seiner Entwicklung von einem Hardwareanbieter zu einer umfassenden Plattform für öffentliche Sicherheit besonders hohe Wachstumschancen, ist allerdings auch entsprechend ambitioniert bewertet. Airbnb punktet dagegen mit einem kapitalarmen Geschäftsmodell, hohen Cashflows und einer starken Position im globalen Reisemarkt.
Für Anleger mit einem Anlagehorizont von zehn Jahren könnten beide Aktien daher interessant sein. Entscheidend bleibt jedoch, dass die Unternehmen ihre hohen Wachstumserwartungen tatsächlich erfüllen können – denn insbesondere bei Axon, aber auch bei Airbnb, ist ein beträchtlicher Teil des künftigen Erfolgs bereits in den aktuellen Bewertungen enthalten.
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