Es ist allgemein bekannt: Das Sparkonto bringt nur magere zwei Prozent Zinsen, doch die Inflation frisst die Kaufkraft auf. Wer sein Vermögen also langfristig mehren möchte, sollte einen Blick auf eine besondere Kategorie von Aktien werfen – den Dividenden Aristokraten.
Dabei handelt es sich um Unternehmen, die seit Jahrzehnten ihre Ausschüttungen kontinuierlich steigern. Drei von ihnen stechen besonders hervor: Altria (WKN: 200417), Enbridge (WKN: 885427) und Clorox (WKN: 856678).
Sie bringen es auf 31 bis 57 Jahre stetige Dividendenerhöhungen und bieten aktuell Renditen zwischen 4,5 und 6,4 % – mehr als das Doppelte eines durchschnittlichen Tagesgeldkontos. Die Anlage ist natürlich nicht risikofrei, bietet im Gegenzug jedoch noch zusätzliche Chancen über Wachstum!
Altria: Der umstrittene Cashflow-König
Altria ist im Tabakgeschäft tätig und erwirtschaftet den Großteil seiner Einnahmen mit der Kultmarke Marlboro auf dem US-Heimatmarkt. Mit einer Dividendenrendite von 5,9 % und einem erwarteten KGV von 13 ist die Aktie nicht überteuert.
Besonders spannend: Da die Zigarettennachfrage preisunelastisch ist, kann Altria regelmäßig die Preise erhöhen, um höhere Verbrauchssteuern zu kompensieren. Doch die Wachstumschancen sind begrenzt.
Das fundamentale Zigarettengeschäft schrumpft, weshalb Altria zunehmend auf orale Nikotinprodukte oder E-Zigaretten setzt. Der Übergang zu rauchfreien Alternativen ist aber mit Unsicherheiten verbunden. Das primäre Risiko besteht also darin, dass die Transformation zu rauchfreien Produkten scheitern könnte.
Mit dem großen Tafelsilber in der Schublade und starken Cashflows könnte die Rückkehr zu nachhaltigem Wachstum bei gleichzeitig steigenden Dividenden dennoch gelingen.
Enbridge: Stabilität durch Infrastruktur
Während Altria vom kontroversen Tabakgeschäft lebt, versorgt Enbridge Nordamerika mit seiner essentiell wichtigen Energie-Infrastruktur. Das Unternehmen betreibt Öl- und Gaspipelines und kassiert gebührenbasierte Einnahmen für die Nutzung seiner Anlagen.
Enbridge ist damit weitgehend unabhängig von schwankenden Rohstoffpreisen. Fast 5 % Rendite gibt es aktuell als Einstand beim Kauf der Aktie.
Untermauert ist es durch ein Portfolio gesicherter Infrastrukturprojekte im Milliardenwert. Und auch die Wachstumsperspektiven sind solide, wenngleich unspektakulär. Enbridge profitiert von langfristigen Verträgen und der steigenden Energienachfrage in Nordamerika.
Das Risiko sehe ich vielmehr in der Energiewende. Als Betreiber von Öl- und Gaspipelines könnte das Geschäftsmodell durch den Übergang zu erneuerbaren Energien langfristig beeinträchtigt werden.
Allerdings betreibt man auch zahlreiche Projekte im Bereich Wind- und Solarenergie, um die Abhängigkeiten zu verringern. Mittelfristig gibt es außerdem keine Alternative zu fossilen Brennstoffen, um den kurzfristig stark steigenden Energiebedarf zu decken.
Clorox-Aktie: Der unterschätzte Haushaltsriese
Bleichmittel, Katzenstreu und Müllbeutel sind nicht gerade glamourös, doch damit verdient Clorox gutes Geld. Das Unternehmen produziert und vermarktet unter Marken wie Clorox, Glad, Kingsford und Fresh Step Haushalts- und Reinigungsprodukte.
Die Dividendenrendite liegt bei 5,3 %, das für 2027 erwartete KGV beträgt nur 15. Dabei profitiert das Geschäftsmodell von starken Marken mit hohen Marktanteilen und einer hohen Preissetzungsmacht.
Doch auch hier sind die aktuellen Herausforderungen erheblich: Clorox leidet unter Wettbewerbsdruck durch Promotions und Rabatte, besonders im Lebensmittelbereich. Außerdem belasten hohe Rohstoffpreise und die K-Shape-Konjunktur.
Die organische Umsatzprognose für 2026 wurde von einem Rückgang um fünf bis neun Prozent auf neun Prozent eingegrenzt. Positiv zu bewerten ist dagegen die abgeschlossene Modernisierung des ERP-Systems für 580 Mio. Dollar, die langfristig zu Effizienzgewinnen führen sollte. Die Akquisition von GOJO Industries für 2,3 Mrd. Dollar erweitert das Portfolio und dürfte für weiteres Wachstum und Synergien stehen.
Fazit: Aktie mit Dividende statt Wachstumsraketen
Anleger, die regelmäßige Erträge aus ihrem Depot erwarten, finden in diesen drei Dividenden Aristokraten meiner Meinung nach recht verlässliche Partner. Die Renditen übertreffen die von Tagesgeld deutlich, doch Anleger sollten sich der branchenspezifischen Risiken bewusst sein.
Der Artikel Vergiss Tagesgeld mit 2 % Zinsen: Diese Aktien erhöhen seit über 25 Jahren die Ausschüttung und bieten mehr als 4 %! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.