Die Geschäfte beim deutschen Biokraftstoffunternehmen Verbio laufen wieder deutlich besser. Hiervon profitierte auch die Verbio-Aktie. Während des Iran-Konflikts stieg sie in der Spitze bis auf rund 47 €. Mittlerweile korrigierte sie wieder. Der starke Kursanstieg setzt sich auch am Donnerstag fort; aktuell steht sie bei knapp 40 €. Besitzt sie weiteres Kurspotenzial?

Ertrag vervielfacht

Es deutete sich bereits im ersten Halbjahr an: Der Konzern nimmt wieder deutlich an Fahrt auf. Hiervon sind auch die Zahlen für das dritte Quartal vom 13. Mai geprägt. Auffallend ist der extreme Sprung beim Ertrag. Verantwortlich hierfür sind die hohe Nachfrage nach Biokraftstoffen, sowie die zunehmend gefragten THG-Zertifikate. Wenn Mineralölkonzerne ihre CO₂‑Quoten nicht erreichen, müssen sie als Ausgleich solche Zertifikate kaufen.

Der Konzernumsatz in den ersten neun Monaten verbesserte sich um 16,9% gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 1,34 Milliarden €. Besonders stark war das Wachstum im Segment Bioethanol mit 35%. Hier machte sich der Hochlauf der Anlage in Nevada bemerkbar. Ein weiterer Treiber waren die Erlöse aus dem Verkauf von THG-Zertifikaten.

Dank des höheren Absatzvolumens sowie der gestiegenen Preise vervielfachte sich der Ertrag. Das operative EBITDA sprang von 22,4 auf 105,7 Millionen €. Beim Periodenergebnis wurde aus einem Vorjahresverlust von 40 Millionen € ein Gewinn von 22,3 Millionen €.

Die wichtige Kennzahl der Nettofinanzverschuldung reduzierte sich auf 127 Millionen €.

In der Summe sind die Geschäftszahlen hervorragend ausgefallen, das gilt sowohl für das dritte Quartal als auch für die ersten neun Monate.

Ertragsprognose deutlich angehoben

Bereits Ende März hob das Unternehmen die Jahresprognose deutlich an. Bereits damals war ersichtlich, dass sich die Erträge deutlich verbesserten. Dieser Trend dürfte sich auch im vierten Quartal fortsetzen.

Statt eines hohen zweistelligen Millionen-EBITDA wird jetzt mit einem Wert von 100 bis 140 Millionen € gerechnet. Die Spanne wurde wegen der Spannungen im Iran-Konflikt bewusst sehr breit gefasst. Bei der Nettofinanzverschuldung wurde statt eines moderaten Rückgangs von 164 Millionen € jetzt ein konkreter Wert von 140 Millionen € genannt.

Der Kursanstieg seit Oktober letzten Jahres verstärkte sich seit dem Angriff auf den Iran und die damit verbundenen höheren Ölpreise. Der weitere Kursverlauf hängt wesentlich mit dem weiteren Verlauf im Iran-Konflikt zusammen.

Auch die zukünftige Ertragslage des Unternehmens wird wesentlich von den Preisen von Benzin und Diesel beeinflusst. Die THG-Quoten dürften jedoch weiterhin sehr gefragt sein.

In der Summe halte ich das weitere Potenzial für begrenzt. Der Kurs dürfte sich sehr volatil in einer Range von 36 bis 43 € bewegen. Hierbei kommt es immer auf die jeweilige Nachrichtenlage an. Mittel- und langfristig sieht das anders aus. Das Geschäftsmodell wird zunehmend profitabler und das wird zu höheren Kursen führen.

Die Analysten sind völlig unterschiedlicher Meinungen. Deren Bandbreite reicht von 25 bis 55 €. Die Deutsche Bank mit ihrem Zielkurs von 42 € liegt bei meinen Erwartungen.

Vorerst sollten Anleger wieder eine Korrektur abwarten.

In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – 1 analysiert zwei Aktien, die Profiteur zu großen Profiteuren werden dürften.

Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens Verbio. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.

ℹ Verbio in Kürze

  • Die Verbio SE ist einer der führenden Bioenergieproduzenten und gleichzeitig der einzige großindustrielle Hersteller von Biodiesel.
  • Neben dem Hauptsitz in Leipzig befinden sich Produktionsstätten in Deutschland, Polen und den USA. In Indien ist eine Anlage im Bau.
  • Das im SDAX gelistete Unternehmen wird mit rund 2,5 Milliarden € bewertet.

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