Die Verbio-Aktie fiel in den vergangenen Monaten durch starke Kursschwankungen auf. Nach einer kräftigen Rallye kam es zuletzt wieder zu deutlichen Kursrückgängen. Am Mittwoch notiert die Aktie bei rund 30 €. Damit stellt sich die Frage: Bleibt die hohe Volatilität bestehen oder rücken wieder die Fundamentaldaten in den Vordergrund?

Eigene Erwartungen übertroffen

Die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025/2026 zeigen eine deutlich bessere Entwicklung als vom Management zuletzt erwartet.

Im Mai hatte Verbio seine EBITDA-Prognose auf 160 bis 180 Millionen € angehoben. Grundlage war das starke dritte Quartal. Nach den vorläufigen Zahlen wird nun ein EBITDA von 192 Millionen € erreicht und damit selbst die obere Prognosegrenze klar übertroffen.

Als wesentliche Gründe nennt das Unternehmen die hohe Nachfrage nach THG-Quoten, wodurch die Preise für entsprechende Zertifikate deutlich anzogen. Gleichzeitig entwickelte sich auch die Nachfrage nach den Biokraftstoffen des Unternehmens erfreulich.

Positiv fiel zudem die Entwicklung der Bilanz aus. Die Nettoverschuldung liegt mit 92 Millionen € deutlich unter der zuletzt erwarteten Obergrenze von 140 Millionen €.

Die endgültigen Jahreszahlen sollen am 24. September veröffentlicht werden.

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Energiepreise bleiben wichtiger Einflussfaktor

Die Geschäftsentwicklung von Verbio wird kurzfristig weiterhin stark von den Entwicklungen an den Energiemärkten beeinflusst.

Steigende Preise für fossile Energieträger verbessern in der Regel die Wettbewerbsfähigkeit von Biokraftstoffen. Umgekehrt können sinkende Öl- und Gaspreise den Kostenvorteil alternativer Kraftstoffe verringern.

Entsprechend bleibt auch die geopolitische Lage im Nahen Osten ein wichtiger Einflussfaktor. Sollten Lieferketten oder Öltransporte erneut beeinträchtigt werden, könnten steigende Energiepreise die Nachfrage nach Biokraftstoffen zusätzlich unterstützen.

Bewertung

Neben den geopolitischen Einflüssen verbessert sich auch das operative Umfeld des Unternehmens.

So geht die Europäische Union verstärkt gegen Dumpingimporte aus China vor. Gleichzeitig sollen mutmaßlich gefälschte THG-Zertifikate intensiver überprüft werden. Beide Entwicklungen könnten den Wettbewerb fairer gestalten und Verbio zugutekommen.

Damit stützt sich die positive Perspektive nicht ausschließlich auf kurzfristige Energiepreise, sondern zunehmend auch auf die operative Entwicklung und regulatorische Verbesserungen.

Die wirtschaftliche Entwicklung von Verbio hat sich zuletzt deutlich verbessert. Das Unternehmen übertraf seine eigenen Erwartungen, reduzierte die Nettoverschuldung stärker als geplant und profitiert von einem insgesamt günstigeren Marktumfeld.

Kurzfristig dürfte die Aktie aufgrund der Entwicklungen an den Energie- und Rohstoffmärkten volatil bleiben. Mittelfristig sollten jedoch wieder stärker die fundamentalen Daten den Kurs bestimmen.

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Interessenkonflikt: Der Autor hält Aktien des besprochenen Unternehmens Verbio. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, die Aktien – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.

ℹ Verbio in Kürze

  • Die Verbio SE ist einer der führenden Bioenergieproduzenten und gleichzeitig der einzige großindustrielle Hersteller von Biodiesel.
  • Neben dem Hauptsitz in Leipzig befinden sich Produktionsstätten in Deutschland, Polen und den USA. In Indien ist eine Anlage im Bau.
  • Das im SDAX gelistete Unternehmen wird mit rund 1,9 Milliarden € bewertet.

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