
Der USD/JPY-Wechselkurs stürzte auf den tiefsten Stand seit einem Monat, als der japanische Yen ein starkes Comeback feierte. Er fiel auf 156,85, damit über 4,40 % unter dem Jahreshöchststand, da Anleger prognostizierten, die Bank of Japan (BoJ) werde so früh wie noch in diesem Monat die Leitzinsen anheben.
Polymarket: Wahrscheinlichkeit für BoJ-Zinserhöhungen steigt
Die Märkte erwarten, dass die Bank of Japan in ihrer Sitzung am 18. September die Leitzinsen anheben wird. Ein Polymarket-Eventkontrakt weist eine Wahrscheinlichkeit von 97,5 % für dieses Eintreten auf.
Diese Wahrscheinlichkeit ist nach jüngsten Statements hochrangiger BoJ-Vertreter, darunter Gouverneur Kazuo Ueda und stellvertretender Gouverneur Ryozo Himino, deutlich gestiegen. Sie deuteten an, dass die Bank sich damit wohlfühlen würde, eine weitere Zinserhöhung vorzunehmen, da die Inflation in diesem Jahr stabil geblieben ist.
Die jüngsten Daten zeigten, dass der Tokio-CPI im August auf 1,9 % sprang gegenüber 1,8 % im Vormonat. Seit dem Tief von 1,3 % im Mai dieses Jahres steigt er kontinuierlich.
Dieser Trend wird sich in absehbarer Zukunft fortsetzen, da die USA und Japan ihren Krieg wieder aufgenommen haben. Iran führte Angriffe gegen wichtige US-Verbündete wie Kuwait und Bahrain durch, was zu höheren Rohölpreisen führte. Brent ist auf über 95 $ gestiegen, während der West Texas Intermediate (WTI) bei 91 $ notiert.
Japan ist stark von den Ereignissen auf dem Ölmarkt betroffen, da es aus dem Nahen Osten importiert, unter anderem aus Saudi-Arabien, den VAE, Kuwait und Katar. Steigende Ölpreise bedeuten, dass die Inflation in den kommenden Monaten weiter ansteigen wird.
Der Anstieg der BoJ-Hoffnungen auf Zinserhöhungen fällt in eine Zeit, in der die japanischen Anleiherenditen auf den höchsten Stand seit Jahren geklettert sind. Die zehnjährige Rendite stieg auf 3,03 %, deutlich über dem Jahrestief von 2,045 %.
Ähnlich stieg die 30-jährige auf 4,20 %, bevor sie heute auf 4,068 % fiel, als die Wahrscheinlichkeit einer BoJ-Zinserhöhung zunahm.
Die Herausforderung für den japanischen Yen besteht jedoch darin, dass auch von der Federal Reserve in den kommenden Sitzungen Zinserhöhungen erwartet werden. Die Wahrscheinlichkeit für eine Fed-Anhebung im September stieg auf Polymarket auf 60 %.
Eine gleichzeitige Fed- und BoJ-Anhebung würde die Zinsdifferenz dort belassen, wo sie heute steht, und den japanischen Yen zu einer beliebten Finanzierungswährung für Carry-Trades machen. Ein Carry-Trade ist eine Situation, in der Investoren sich in einer Niedrigzinswährung verschulden und dann in eine Hochzinswährung investieren.
Der nächste wichtige Katalysator für das USD/JPY-Paar sind die bevorstehenden US-Nonfarm-Payrolls-Daten. Ökonomen erwarten, dass die Wirtschaft im August zwischen 50.000 und 80.000 Stellen hinzugefügt hat, nachdem im Vormonat 23.000 Stellen abgebaut worden waren.
USD/JPY technische Analyse

USDJPY-Chart | Quelle: TradingView
Das Tageschart zeigt, dass USD/JPY auf ein Tief von 156 abgestürzt ist, dem niedrigsten Stand seit dem 7. August. Dieser Rückgang erfolgte, nachdem das Paar einen aufsteigenden Keil ausgebildet hatte, der aus zwei ansteigenden und konvergierenden Trendlinien besteht. Dieses Muster ist eines der häufigsten bärischen Umkehrsignale in der technischen Analyse.
Der Keil war Teil eines bärischen Wimpelmusters, das nach einem starken Kurssturz auftritt. Das Paar notiert nun unter den 50- und 100-Tage-Exponentiellen Gleitenden Durchschnitten (EMA).
Daher wird das Paar voraussichtlich weiter fallen, möglicherweise bis zur wichtigen Unterstützungsmarke bei 155,25. Ein Unterschreiten dieser Unterstützung würde auf weiteres Abwärtspotenzial hindeuten.
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