
Der japanische Yen setzte sein Comeback gegenüber dem US-Dollar fort, da der Fokus auf die Zinsentscheidungen der Bank of Japan (BoJ) und der Federal Reserve in der nächsten Woche gerichtet war. Der USD/JPY-Kurs fiel am Dienstag auf ein Tief von 156, nach einem Monatshoch von 161,76.
Zinserhöhungen und Interventionen der Bank of Japan
Der Wechselkurs USD/JPY ist in den letzten Tagen leicht zurückgegangen, da sich die Anleger auf die Interventionen der BoJ konzentrierten. Aktuelle Daten zeigen, dass die BoJ über 22 Milliarden Dollar auf dem Devisenmarkt ausgegeben hat, um den Absturz des Yen zu verhindern. In einer Notiz zu dieser Zeit schrieb ein Analyst von Mitsubishi UFJ:
„Der Zeitpunkt der Intervention war unerwartet. Sie wollten zeigen, dass sie viele Möglichkeiten haben, einzugreifen, da sich dieser Kampf hinzieht, ohne dass ein klares Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist.“
Die diesjährigen Interventionen sind die größten, die die BoJ seit 2022 durchgeführt hat, als sie aufgrund des Währungsverfalls über 66 Milliarden Dollar ausgab.
Die nächsten wichtigen japanischen Wirtschaftszahlen werden am Mittwoch veröffentlicht, wenn S&P Global und die Jibun Bank ihre vorläufigen PMI-Zahlen für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor für diesen Monat veröffentlichen.
Die Statistikbehörde des Landes wird am Freitag auch die neuesten Zahlen zur Verbraucherinflation in Tokio veröffentlichen. Ökonomen erwarten, dass die Daten zeigen werden, dass die Inflation in der Stadt im Juli leicht auf 2,2% gestiegen ist und damit über dem Ziel der BoJ von 2,0% liegt.
Die VPI-Zahl für Tokio ist wichtig, da es mit über 13,9 Millionen Einwohnern die größte Stadt des Landes ist.
Der wichtigste Katalysator für das Paar USD/JPY wird nächste Woche eintreten, wenn die BoJ ihre Zinsentscheidung bekannt gibt. Da die Inflation über dem Zielwert von 2% bleibt, erwarten Analysten, dass die BoJ die zweite Zinserhöhung des Jahres vornehmen wird.
Analysten der Barclays Bank erwarten, dass die BoJ die Zinsen um 0,25% anheben wird, während andere Analysten nur eine Senkung um 0,15% erwarten. Diese Zinserhöhungserwartungen erklären, warum sich der japanische Yen in letzter Zeit erholt hat. In einer Erklärung sagte ein Analyst von Nomura Securities:
„Wenn der Yen bis zur Sitzung im Juli weiterhin schwach bleibt, müsste die Bank eine vorzeitige Zinserhöhung in Erwägung ziehen, selbst wenn sie über das Tempo der Reduzierung der Ankäufe japanischer Staatsanleihen entscheidet.“
US-PCE-Daten und Fed-Entscheidung
Das Paar USD/JPY ist vor der Veröffentlichung der US-Daten zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) am Freitag ebenfalls zurückgegangen. Dies ist eine wichtige Inflationszahl, die die Fed genau beobachtet, da sie die Preisänderungen in ländlichen und städtischen Zentren berücksichtigt.
Der Bericht ist auch deshalb wichtig, weil er von Zahlen zu den persönlichen Ausgaben und Einkommen begleitet wird, denen die Fed große Aufmerksamkeit schenkt.
Ökonomen gehen davon aus, dass die neuesten PCE-Daten zeigen werden, dass die Preise im Juni, den dritten Monat in Folge, weiter gesunken sind.
Sollte diese Einschätzung zutreffen, würde dies für die Federal Reserve einen Anreiz bedeuten, im September mit der Senkung der Zinssätze zu beginnen.
Die Fed tagt ebenfalls nächste Woche und wird am Mittwoch ihre Zinsentscheidung bekannt geben. Es herrscht Konsens, dass die Bank diesmal keine Zinserhöhung vornehmen wird. Stattdessen werden die Verantwortlichen ihren jüngsten Ton beibehalten, in dem sie die Inflationsdaten begrüßen und sich verpflichten, die Zinsen im weiteren Jahresverlauf zu senken.
Die wichtigsten Daten, die es zu beachten gilt, sind die Zahlen zu den Non-Farm Payrolls (NFP) für Juli, die nächste Woche veröffentlicht werden. Wenn die Daten zeigen, dass die Arbeitslosenquote im Juli weiter gestiegen ist, steigen die Chancen auf eine Senkung im September exponentiell.
In einer kürzlichen Erklärung gab Jerome Powell an, dass er auch bei einer Inflation über dem Zielwert von 2,0% bereit sei, die Zinsen zu senken. Er merkte an, dass die Bank jetzt mehr über den Arbeitsmarkt besorgt sei.
Das nächste wichtige geldpolitische Ereignis findet im August beim Jackson Hole Symposium statt, bei dem die Fed die Grundlagen für eine Zinssenkung im September legen wird. Jackson Hole ist ein Gipfel, bei dem die Zentralbanken vieler Industrieländer zusammenkommen und über die Geldpolitik beraten.
USD/JPY technische Analyse

Wenn wir uns dem Tagesdiagramm zuwenden, sehen wir, dass der USD/JPY-Wechselkurs letzte Woche mit 161,76 einen mehrjährigen Höchststand erreichte und dann aufgrund der Intervention der BoJ zurückging. Er ist nun unter den 50-Tage-Durchschnitt und die untere Seite des aufsteigenden Kanals gefallen. Dies sind Anzeichen dafür, dass der Abwärtstrend an Dynamik gewinnt.
Auch der Wechselkurs USD/JPY fiel unter den psychologischen Punkt bei 155. Gleichzeitig sanken die Balken des Histogrammindikators unter die Nulllinie, während der RSI-Indikator nachgab.
Daher könnte das Paar weiter fallen, da die Verkäufer die Schlüsselunterstützung bei 151,91 anpeilen, den höchsten Stand im November letzten Jahres. Sollte es unter dieses Niveau fallen, wird ein weiterer Abwärtstrend bestätigt.
Das alternative Szenario besteht darin, dass sich der USD/JPY erholt, da Käufer versuchen, den psychologischen Punkt bei 160 erneut zu testen.
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