Der USD/CAD-Wechselkurs blieb am Dienstag unter Druck, da sich die Anleger auf die bevorstehenden Zölle zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada konzentrierten. Er notierte bei 1,4250 und lag damit 3,62 % unter seinem diesjährigen Höchststand. Was also erwartet die USD/CAD-Paarung angesichts steigender Zollrisiken?

US-amerikanische und kanadische Zölle

Der Hauptkatalysator für das USD/CAD-Paar werden die möglichen Zölle zwischen den USA und Kanada sein, die Waren im Wert von über 923 Milliarden Dollar betreffen könnten.

In einer Erklärung am Montag sagte Donald Trump, dass der 25-prozentige Zoll auf mexikanische und kanadische Waren wie geplant in Kraft treten werde.

Ende Januar kündigte er an, einen 25-prozentigen Zoll auf Waren aus den beiden Ländern zu erheben und damit das USMCA-Abkommen, das er in seiner ersten Amtszeit in Kraft gesetzt hatte, faktisch rückgängig zu machen.

Anschließend verschob er die Zölle auf den 1. März, ein Schritt, von dem er erwartet, dass er zu einer Einigung zwischen den beiden Ländern in den Bereichen Einwanderung und Drogen führen würde.

Es ist unklar, wie weit die Gespräche fortgeschritten sind und ob es Anzeichen für eine Einigung zwischen Kanada und Mexiko gibt. Seine Erklärung ist ein Zeichen dafür, dass die drei Länder noch keine Einigung erzielt haben, was bedeutet, dass Zölle erhoben werden. Kanada hat auch eigene Zölle angekündigt, mit denen es die Vereinigten Staaten bestrafen will.

Auswirkungen von Zöllen auf die kanadische Wirtschaft

Ein Handelskrieg zwischen den USA und Kanada hätte aufgrund des Handelsvolumens katastrophale Auswirkungen auf beide Länder.

Es würde insbesondere Kanada schaden, ein Land, dessen Wirtschaft zu kämpfen hat. Die jüngsten Daten zeigten, dass die Wirtschaft im vierten Quartal um 1 % wuchs, unterstützt durch höhere Exporte in die USA und weniger Importe. Das Wirtschaftswachstum lag unter der Schätzung der Bank of Canada von 2 %.

Diese Entwicklung hat die Bank of Canada (BoC) zum Handeln gezwungen und zu Zinssenkungen im schnellsten Tempo unter den Vergleichsländern geführt. Sie hat die Zinssätze in den letzten sechs Sitzungen von 5 % auf 3 % gesenkt.

Zölle würden die Sichtweise der Bank of Canada (BoC) durch die Auslösung von Inflation und ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum verkomplizieren. Idealerweise würde die Bank die Zinsen senken, um das Wachstum anzukurbeln, aber das würde zu einer höheren Inflation führen.

Rohölpreisentwicklung

Ein weiterer Katalysator für das USD/CAD-Paar ist die anhaltende Preisentwicklung im Rohölsektor. Brent ist von seinem Jahreshoch von 82,42 $ auf 75 $ gefallen.

Es besteht die Gefahr eines Einbruchs des Rohölpreises, wenn sich die Gespräche zwischen den USA und Russland intensivieren. Ein Abkommen zwischen den beiden Ländern würde wahrscheinlich die bestehenden Sanktionen gegen Russland aufheben und zu einem höheren Angebot führen.

Donald Trump drängt amerikanische Unternehmen auch dazu, mehr Öl zu fördern, in der Hoffnung, die Preise zu senken. Er hat außerdem gewarnt, dass er einen 10-prozentigen Zoll auf kanadisches Öl und Gas erheben werde.

Der USD/CAD reagiert sehr empfindlich auf die Preise für Rohöl und Erdgas, da Kanada einer der größten Ölexporteure ist.

USD/CAD technische Analyse

USD/CAD

USDCAD -Chart von TradingView

Das Tageschart zeigt, dass der USD/CAD-Wechselkurs vom Jahreshoch von 1,4787 auf den aktuellen Wert von 1,4247 zurückgegangen ist. Er ist unter das 23,6%-Fibonacci-Retracement-Niveau gefallen.

Das Paar ist unter die 50-Tage- und die 25-Tage-Exponential Moving Averages (EMA) gefallen. Es hat sich außerdem ein kleines bärisches Pennant-Muster auf dem Tageschart gebildet.

Das USD/CAD-Paar hat sich ebenfalls zwischen dem 23,6 % und dem 38,2 % Fibonacci-Retracement-Niveau bewegt. Daher gibt es Anzeichen dafür, dass es weiter fallen wird, da die Bären das psychologische Niveau von 1,4000 anpeilen, das mit dem 50 % Retracement-Punkt zusammenfällt.

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