
Die Trump-Regierung unternahm am Dienstag einen drastischen Schritt und entzog dem amerikanischen Ölriesen Chevron eine wichtige Betriebslizenz, die für den Betrieb in Venezuela benötigt wurde.
Die Entscheidung folgt auf die Verurteilung der Regierung von Präsident Nicolás Maduro durch Washington, da diese keine konkreten Fortschritte bei wichtigen Wahlrechtsreformen erzielt hat.
Seit 2022 hat Chevron laut einem Reuters-Bericht täglich etwa 200.000 Barrel venezolanisches Rohöl verschifft, was mindestens ein Viertel der Ölproduktion des Landes ausmachte.
Auswirkungen auf die venezolanische Wirtschaft und die Ölproduktion
Chevron hat laut einer aktualisierten Lizenz des US-Finanzministeriums bis zum 3. April Zeit, um Exporte und andere Aktivitäten in Venezuela einzustellen.
Die Auslaufphase wirft Fragen auf, wie schnell sich Venezuelas Ölmarkt an den Verlust eines seiner größten Absatzmärkte anpassen kann.
Chevrons Joint Ventures mit dem staatlichen venezolanischen Ölkonzern Petróleos de Venezuela, SA (PDVSA) machen mehr als ein Viertel der gesamten Rohölproduktion des Landes aus.
Der Lizenzentzug könnte einen drastischen Produktionsrückgang zur Folge haben und die ohnehin schon akute Wirtschaftskrise mit steigender Inflation und Engpässen bei Lebensmitteln und anderen Grundnahrungsmitteln verschärfen.
Die Entscheidung stieß auf eine scharfe Reaktion der venezolanischen Vizepräsidentin Delcy Rodríguez.
Rodríguez betonte, dass diese Maßnahme nicht nur Auswirkungen auf die venezolanische Wirtschaft, sondern auch auf die globalen Ölmärkte und die diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Venezuela haben werde.
Er sagte außerdem, dass die Lizenzkündigung vor allem die USA betreffen würde, indem sie die Benzinpreise in die Höhe treibe und die Risiken für US-Unternehmen, die im Ausland investieren, erhöhe.
Politische Konsequenzen und Reaktionen
Diese Politikänderung folgt den umstrittenen Präsidentschaftswahlen vom 28. Juli 2024. Die internationale Gemeinschaft hat diese Wahlen scharf kritisiert und ihnen mangelnde Offenheit und Unparteilichkeit vorgeworfen.
Trotz Maduros Kontrolle über die Wahl- und Justizinstitutionen erklärte die von Edmundo González und María Corina Machado angeführte Opposition den Wahlsieg.
Die Maduro-Regierung hat die Sanktionen der USA und anderer Länder wiederholt als illegal und als „Wirtschaftskrieg“ verurteilt, der darauf abziele, das Land zu destabilisieren.
Die politische Krise bleibt ungelöst, und die Opposition festigt ihre Autorität inmitten weit verbreiteter Entfremdung, wirtschaftlicher Not und Verzweiflung.
Trump und Venezuela
Seit seinem Amtsantritt im Januar hat US-Präsident Donald Trump erklärt, dass das Land kein venezolanisches Öl benötige, das im vergangenen Jahr etwa 3,5 % der US-Rohölimporte ausmachte, also ungefähr 220.000 Barrel pro Tag.
Diese Exporte waren jedoch entscheidend für Chevron, um Milliarden an ausstehenden Schulden von Venezuela zurückzufordern.
Eine ähnliche Anordnung zur schrittweisen Einstellung der Aktivitäten unter Trumps vorheriger Regierung im Jahr 2020 erlaubte Chevron die Fortsetzung der Rohölproduktion und die Aufrechterhaltung seiner Joint Ventures mit PDVSA, verbot jedoch Exporte und Importe.
Im Laufe der Zeit führte dies zu einem starken Produktionsrückgang und einem Anstieg der ausstehenden Einnahmen.
Die Frage ist, wie effektiv diese Sanktionen sind. Kritiker argumentieren, dass diese Maßnahmen zwar kurzfristig wirtschaftliches Leid verursachen können, sie letztendlich aber die Maduro-Regierung stärken, indem sie nationalistische Gefühle gegen ausländische Feinde schüren.
Sollte Chevrons Lizenz auslaufen, könnte dies Auswirkungen auf den gesamten globalen Ölmarkt haben. Dies würde wahrscheinlich die Ölpreise beeinflussen, die Analysten genau beobachten, insbesondere im Hinblick auf die geopolitische Instabilität in anderen ölproduzierenden Regionen.
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