Da die Inflation die amerikanischen Familien bereits stark belastet, werden neue Zölle auf Importgüter die finanzielle Belastung, insbesondere für Haushalte mit niedrigem Einkommen, weiter verschärfen.

Die Auswirkungen dieser Abgaben – die alltägliche Artikel wie Kleidung, Elektronik und Lebensmittel betreffen – werden sich auf das Konsumverhalten auswirken und die Kosten in Sektoren in die Höhe treiben, in denen die Erschwinglichkeit bereits ein Problem darstellt.

Ökonomen der Bank of America und der BNP Paribas erwarten, dass der Bericht zum Verbraucherpreisindex (VPI) für Februar erste klare Anzeichen für die Auswirkungen dieser Zölle liefern wird, wobei in den kommenden Monaten weitere Steigerungen erwartet werden.

Während sich US-Einzelhändler wie Target und Best Buy auf höhere Kosten einstellen, sind die langfristigen Inflationserwartungen auf ein fast 30-jähriges Hoch gestiegen.

Die Belastung wird am stärksten diejenigen treffen, die bereits mit steigenden Lebenshaltungskosten zu kämpfen haben, da die Unternehmen die höheren Importkosten an die Verbraucher weitergeben.

Einkommensschwache Verbraucher am stärksten von steigenden Kosten betroffen

Familien mit knapperen Budgets, die in der Regel einen größeren Teil ihres Einkommens für lebensnotwendige Güter ausgeben, sind besonders anfällig für diese Preiserhöhungen.

Waren aus China, Mexiko und Kanada – wie Möbel, frische Lebensmittel und Energieversorgung – werden teurer, was den finanziellen Druck auf einkommensschwache Verbraucher, die bereits mit hoher Inflation und hohen Kreditkosten zu kämpfen haben, noch verstärkt.

Einzelhandelsriesen haben bereits signalisiert, dass Preiserhöhungen unvermeidlich sind.

Target-CEO Brian Cornell hat gewarnt, dass Zölle auf wichtige Importe, wie mexikanisches Obst und Gemüse, es schwierig machen werden, stabile Preise aufrechtzuerhalten.

Walmart, der größte Einzelhändler des Landes, hat ebenfalls ein zunehmendes „Stressverhalten“ bei preisbewussten Käufern festgestellt, wobei einige auf kleinere Packungsgrößen umsteigen oder sich für günstigere Alternativen entscheiden.

Laut einem aktuellen Bericht von Bloomberg hat Walmart mit chinesischen Lieferanten Verhandlungen aufgenommen und Preisnachlässe von bis zu 10 % gefordert, um die Auswirkungen der Zölle abzumildern.

Solche Bemühungen reichen jedoch möglicherweise nicht aus, um die Kunden vor steigenden Kosten zu schützen.

Inflationssorgen nehmen zu, während die Konsumausgaben sinken.

Höhere Einfuhrzölle werden voraussichtlich als versteckte Steuer auf die Verbraucher wirken und das ohnehin schon schwache Konsumwachstum weiter verlangsamen.

Der jüngste Beige Book-Bericht der Federal Reserve hat eine erhöhte Preissensibilität der Käufer, insbesondere bei nicht lebensnotwendigen Artikeln, hervorgehoben.

Diese Veränderung im Konsumentenverhalten deutet darauf hin, dass der Inflationsdruck Kaufentscheidungen umgestaltet und zu einem Rückgang der Nachfrage nach Konsumgütern geführt hat, die nicht zum Grundbedarf gehören.

David French, Executive Vice President für Regierungsbeziehungen beim National Retail Federation, hat darauf hingewiesen, dass diese Zölle als „Verbrauchsteuer“ wirken und einkommensschwächere Familien unverhältnismäßig stark belasten.

Im Gegensatz zu traditionellen Steuerpolitiken erhöhen diese Handelsabgaben die Kosten für lebensnotwendige Güter und erschweren es gefährdeten Haushalten, ihren Lebensstandard aufrechtzuerhalten.

Die wirtschaftlichen Folgen dieser Zölle sind besonders gravierend für Haushalte am unteren Ende des Einkommensspektrums.

Laut der Federal Reserve Bank of Minneapolis stiegen die Verbraucherpreise zwischen Februar 2020 und Juni 2024 für die ärmsten 20 % der US-Haushalte um 8,3 % schneller als für das wohlhabendste Segment.

Diese Divergenz der Inflationsraten hat zu einer breiteren wirtschaftlichen Unzufriedenheit beigetragen und die Wählerstimmung im Wahlzyklus 2024 beeinflusst.

Trumps Zollstrategie

Donald Trumps aktuelle Handelspolitik stellt eine deutliche Abkehr von seinem Tarifansatz der ersten Amtszeit dar, der sich zunächst auf Industriematerialien wie Stahl und Aluminium konzentrierte.

Diesmal sind die Maßnahmen deutlich aggressiver und treiben die durchschnittlichen US-Zolltarife auf den höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg.

Die jüngste Runde der Abgaben umfasst eine breite Palette von Konsumgütern und weckt Bedenken hinsichtlich anhaltender inflationärer Auswirkungen.

Trotz der finanziellen Belastung für die Haushalte hat das Weiße Haus die Politik verteidigt und argumentiert, dass Zölle letztendlich amerikanischen Arbeitnehmern und Unternehmen zugutekommen werden.

Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte, die Strategie der Regierung ziele darauf ab, „die Löhne zu erhöhen, Arbeitsplätze zu schaffen und Investitionen auszuweiten“, und wies Bedenken hinsichtlich kurzfristiger Preiserhöhungen als „kleine Störung“ zurück, die die Wirtschaft verkraften könne.

Für viele amerikanische Familien, die bereits mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, ist die Realität jedoch weitaus unmittelbarer.

Die Kombination aus Zöllen, stagnierenden Löhnen und bestehenden wirtschaftlichen Belastungen macht es einigen Haushalten zunehmend schwer, sich die Grundbedürfnisse zu leisten.

Während die Auswirkungen dieser Zölle spürbar werden, bleibt die Frage: Wie werden die kämpfenden Verbraucher in einer Wirtschaft zurechtkommen, in der die Lebenshaltungskosten weiter steigen?

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