
Das US-Verbrauchervertrauen ging im Mai leicht zurück, da steigende Benzinpreise und wachsende Sorgen über die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts mit Iran das Haushaltsvertrauen weiter belasteten.
Am Dienstag veröffentlichte Daten des Conference Board zeigten, dass sein Verbrauchervertrauensindex im Mai um 0,7 Punkte auf 93,1 sank und damit leicht über den in einer Bloomberg-Umfrage von Ökonomen erwarteten 92 Punkten lag.
Der Rückgang erfolgt, während US-Verbraucher weiterhin mit gestiegenen Lebenshaltungskosten und wachsender Unsicherheit bezüglich der Inflation zu kämpfen haben, obwohl der Arbeitsmarkt insgesamt relativ stabil bleibt.
Die jüngste Messung folgt einer separaten Umfrage der University of Michigan, die Anfang des Monats veröffentlicht wurde und zeigte, dass das Verbrauchervertrauen im Mai auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen gefallen ist.
Einschätzungen zur aktuellen Lage verschlechtern sich
Die Einschätzung der Verbraucher zur aktuellen Geschäfts- und Arbeitsmarktlage verschlechterte sich während des Monats.
Das Maß des Conference Board für die gegenwärtigen Bedingungen fiel um 3,2 Punkte auf 121,2 und spiegelt damit schwächere Wahrnehmungen sowohl bei den Einstellungsbedingungen als auch bei der gesamtwirtschaftlichen Aktivität wider.
Unterdessen stieg der Erwartungsindex, der die kurzfristige Aussicht der Verbraucher für Einkommen, Geschäftsentwicklung und Arbeitsmarktbedingungen abbildet, leicht um einen Punkt auf 74,4.
Das Arbeitsmarktdifferential – von Ökonomen als Gradmesser für die Stärke des Arbeitsmarkts genau beobachtet – schwächte sich ebenfalls leicht ab.
Der Anteil der Verbraucher, die Arbeitsplätze als „reichlich vorhanden“ bezeichneten, abzüglich derer, die sagten, Jobs seien „schwer zu bekommen“, fiel im Mai um 0,6 Prozentpunkte auf 6,9.
Ökonomen sagten, die Daten deuteten darauf hin, dass Haushalte vorsichtiger würden, obwohl Entlassungen vergleichsweise begrenzt bleiben.
Konflikt mit Iran und höhere Energiepreise belasten die Stimmung
Der Conference Board führte einen Großteil der jüngsten Schwäche im Verbrauchervertrauen auf wachsende Inflationssorgen zurück, die durch den Konflikt im Nahen Osten befeuert werden.
„Das Verbrauchervertrauen ging im Mai leicht zurück, da die inflationsfördernden Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten zugenommen haben“, sagte Dana Peterson, Chefökonomin beim Conference Board.
Peterson sagte, die Nennungen von „Preise und Öl und Gas“ hätten zum zweiten Monat in Folge an Häufigkeit gewonnen, während Erwähnungen von „Krieg, Geopolitik und Konflikt“ auf erhöhtem Niveau blieben.
Sie fügte hinzu, dass der Trend wahrscheinlich die Sorge der Verbraucher widerspiegele, wie höhere Energiekosten im Zusammenhang mit dem Konflikt die Haushaltsfinanzen beeinträchtigen könnten.
Eine Reihe von Lieferstörungen in den vergangenen Jahren hat viele US‑Haushalte bereits pessimistisch hinsichtlich ihrer finanziellen Perspektive zurückgelassen, trotz robuster Beschäftigungsbedingungen.
Der andauernde Konflikt mit Iran und Störungen rund um die Straße von Hormus haben in den letzten Monaten die Ölpreise nach oben getrieben und Befürchtungen über breitere inflationsfördernde Effekte in der Wirtschaft ausgelöst.
Jüngere und ältere Verbraucher werden vorsichtiger
Der Conference Board sagte, das Vertrauen habe sich bei Verbrauchern im Alter von 35 bis 54 Jahren leicht verbessert.
Das Vertrauen schwächte sich jedoch sowohl bei jüngeren als auch bei älteren Amerikanern, was auf eine breitere Verunsicherung über die künftigen wirtschaftlichen Bedingungen hindeutet.
Ökonomen stellten fest, dass beschäftigte Arbeitnehmer zwar weiterhin von einem relativ stabilen Arbeitsmarkt profitierten, Haushalte auf Jobsuche jedoch mit einem schwierigeren Umfeld konfrontiert seien.
Die schwächeren Vertrauenskennzahlen erscheinen zudem vor der Veröffentlichung des Preisindexes für persönliche Konsumausgaben am Donnerstag, dem von der Federal Reserve bevorzugten Inflationsindikator.
Es wird erwartet, dass Investoren und politische Entscheidungsträger die Daten genau beobachten, um Anzeichen dafür zu finden, dass steigende Energiepreise verstärkt in die Gesamtwirtschaft durchschlagen.
Verbraucherstimmung fällt in separater Umfrage auf Rekordtief
Separate Daten der University of Michigan unterstrichen den wachsenden Pessimismus unter den Haushalten.
Ihr Verbraucherstimmungsindex sank im Mai auf 44,8 von April-Endwert 49,8 und markiert damit den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen.
Joanne Hsu, Direktorin der Umfrage, sagte, der jüngste Wert liege „gerade unter dem zuvor historischen Tief, das im Juni 2022 verzeichnet wurde“.
Der Bericht hob verschlechterte Inflationserwartungen hervor, da die Amerikaner weiterhin mit höheren Benzinpreisen und steigenden Kosten im Zusammenhang mit dem anhaltenden geopolitischen Konflikt konfrontiert sind.
Die Finanzmärkte rechnen nun damit, dass die Federal Reserve bei den Zinssätzen vorsichtig bleibt, da politische Entscheidungsträger die sinkende Verbrauchervertrauenslage gegen anhaltende Inflationsrisiken abwägen.
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