Das Verbrauchervertrauen in den Vereinigten Staaten hat sich im März deutlich abgeschwächt, da steigende Benzinpreise und markttechnische Volatilität im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt die Stimmung der Haushalte belasteten, wie die jüngste Umfrage der University of Michigan zeigt.

Der Leitindex der Umfrage sank im März auf 53,3 gegenüber 56,6 im Februar und lag damit unter den Erwartungen der Ökonomen von 54.

Eine vorläufige Schätzung zu Monatsbeginn hatte einen Wert von 55,5 ausgewiesen, was eine weitere Verschlechterung der Stimmung unterstreicht, als sich der Konflikt verschärfte.

„Das Verbrauchervertrauen ist in diesem Monat um 6% zurückgegangen und hat damit den niedrigsten Stand seit Dezember 2025 erreicht“, sagte Joanne Hsu, Direktorin der Umfrage.

Auswirkungen von Krieg und Kraftstoffpreisen drücken auf die Stimmung

Der Rückgang der Stimmung fiel mit einem starken Anstieg der Kraftstoffkosten zusammen, da der Krieg im Iran die Energiemärkte störte und die Benzinpreise in die Höhe trieb.

Nach Daten von AAA stiegen die durchschnittlichen Benzinpreise in den Vereinigten Staaten auf $3.978 pro Gallone, rund 33% mehr als einen Monat zuvor.

Hsu merkte an, dass der Vertrauensverlust breit gefächert sei.

„Rückgänge waren über alle Altersgruppen und Parteizugehörigkeiten hinweg zu beobachten“, sagte sie und fügte hinzu, dass Verbraucher mit mittleren und höheren Einkommen besonders starke Einbußen beim Vertrauen verzeichneten.

Diese Gruppen seien sowohl von höheren Kraftstoffkosten als auch von einem Rückgang der Aktienmärkte betroffen, wobei US-Aktien in diesem Monat bisher um etwa 6% gefallen seien, was das Vermögen der Haushalte und das Vertrauen schmälerte.

Kurzfristiger Ausblick verschlechtert sich deutlich

Die Umfrage zeigte, dass der Rückgang größtenteils durch schlechtere kurzfriste Erwartungen getrieben wurde, während die längerfristigen Aussichten vorerst relativ stabil blieben.

Der kurzfristige konjunkturelle Ausblick fiel um 14%, während die Erwartungen zur persönlichen Finanzlage im nächsten Jahr um 10% zurückgingen – ein Hinweis auf wachsende Sorge über die kurzfristigen Bedingungen.

Sie fügte jedoch hinzu, dass die Verbraucher bislang vorsichtig optimistisch hinsichtlich der längerfristigen Perspektiven geblieben seien, obwohl sich dies ändern könne, falls sich der Konflikt hinziehe.

Inflationserwartungen steigen deutlich

Die Umfrage hob zudem einen starken Anstieg der Inflationserwartungen hervor, was die Sorgen der Politikverantwortlichen verstärkt.

Die einjährige Inflationserwartung stieg im März auf 3.8% von 3.4% im Februar und verzeichnete damit den größten monatlichen Anstieg seit April 2025.

Der jüngste Wert liegt weiterhin deutlich über der Vor-Pandemie-Spanne von 2.3% bis 3.0%.

Die langfristigen Inflationserwartungen sanken leicht auf 3.2%, bleiben aber im Vergleich zu den Werten vor 2020 erhöht.

„Diese Muster deuten darauf hin, dass die Verbraucher derzeit möglicherweise nicht erwarten, dass sich die jüngsten negativen Entwicklungen weit in die Zukunft fortsetzen“, sagte Hsu.

„Diese Einschätzungen können sich jedoch ändern, falls sich der Iran-Konflikt verfestigt oder höhere Energiepreise auf die Gesamtinflation durchschlagen.“

Zentrale politische Implikationen

Steigende Inflationserwartungen werden von der Federal Reserve genau beobachtet, da sie das Konsumverhalten und Lohnforderungen beeinflussen können.

Wenn Haushalte mit höheren Preisen rechnen, könnten sie kurzfristig ihre Ausgaben erhöhen und höhere Löhne fordern, was die inflationären Druckfaktoren verstärken könnte.

Die neuesten Daten unterstreichen das schwierige Gleichgewicht, vor dem die Politik steht, da sie sich in einem komplexen Umfeld aus geopolitischer Unsicherheit, steigenden Energiekosten und fragilem Verbrauchervertrauen bewegt.

Da das Vertrauen nun auf einem der niedrigsten Niveaus der letzten Monate liegt, werden der Verlauf des Iran-Konflikts und die Entwicklung der Energiepreise in den kommenden Wochen entscheidende Determinanten für den Konjunkturausblick bleiben.

The post US-Verbrauchervertrauen fällt im März deutlich – Treiber: Kraftstoffpreise, Volatilität appeared first on Invezz