
Die US-Verbraucherpreise stiegen im Februar moderat an, was darauf hindeutet, dass die Inflation vor dem jüngsten Anstieg der Energiepreise infolge des Konflikts mit Iran unter Kontrolle blieb, wie aus am Mittwoch veröffentlichten Regierungsdaten hervorgeht.
Der Verbraucherpreisindex (CPI) stieg im Februar um 0,3 % nach einem Anstieg von 0,2 % im Januar, teilte das Bureau of Labor Statistics des Arbeitsministeriums mit.
Der Wert lag damit im Großen und Ganzen im Rahmen der Erwartungen von Ökonomen.
Auf Jahresbasis stieg der CPI in den 12 Monaten bis Februar um 2,4 %, unverändert gegenüber dem Tempo im Januar, was die allmähliche Abklingung der höheren Preiszuwächse vom Vorjahr widerspiegelt.
Obwohl die Daten darauf hindeuten, dass die Inflation in der Periode vor der jüngsten geopolitischen Eskalation stabil war, warnen Ökonomen, dass der Anstieg der Öl- und Benzinpreise nach Beginn des US-israelischen Konflikts mit Iran bald wieder Druck auf die Verbraucherpreise ausüben könnte.
Iran-Konflikt macht Energiepreise zum neuen Inflationsrisiko
Die Benzinpreise sind bereits deutlich gestiegen.
Nach Angaben der Autofahrer-Verbraucherorganisation AAA sind die durchschnittlichen Kraftstoffpreise seit Beginn des Konflikts Ende Februar um mehr als 18 % auf etwa $3.54 pro Gallone gestiegen.
Die Ölpreise schossen in den frühen Phasen des Konflikts zeitweise über 100 $ pro Barrel, zogen sich dann aber leicht zurück, nachdem Präsident Donald Trump angedeutet hatte, der Krieg könnte bald enden.
Selbst wenn sich die Feindseligkeiten kurzfristig abschwächen sollten, sagen Ökonomen, dass die Folgen höherer Energiekosten Monate anhalten könnten und damit eine potenzielle Herausforderung für die Politikgestaltung darstellen.
Höhere Kraftstoffkosten wirken sich nicht nur direkt auf Haushaltsbudgets aus, sondern können auch über erhöhte Transport- und Produktionskosten in der gesamten Wirtschaft spürbar werden.
Ökonomen gehen davon aus, dass die Verantwortlichen der Federal Reserve genau verfolgen werden, ob steigende Benzinpreise das Verbraucherverhalten belasten, insbesondere wenn Haushalte ihre Ausgabenprioritäten zur Bewältigung höherer Energiekosten verschieben.
Wohnkosten und Nahrungsmittel treiben Monatszuwächse
Der Anstieg der Verbraucherpreise im Februar wurde größtenteils von den Wohnkosten getragen.
Der Shelter-Index stieg im Monatsverlauf um 0,2 % und blieb der größte Beitrag zum Gesamtanstieg des CPI.
Auch die Nahrungsmittelpreise zogen an: Der Gesamtindex für Nahrungsmittel stieg um 0,4 %.
Nahrungsmittel für den Konsum zu Hause legten um denselben Wert zu, während die Ausgaben für auswärts verzehrte Kost um 0,3 % stiegen.
Die Energiepreise stiegen im Monatsverlauf um 0,6 % und erhöhten damit den Inflationsdruck.
Mehrere andere Kategorien verzeichneten ebenfalls Zuwächse, darunter medizinische Versorgung, Bekleidung, Haushaltsmöbel und -geräte, Flugpreise und Bildung.
Gleichzeitig gingen einige Komponenten zurück.
Preise für Kommunikationsdienste, gebrauchte Pkw und Trucks, Kfz-Versicherungen und Körperpflegeprodukte gehörten zu den Kategorien, die im Monatsverlauf fielen.
Kerninflation bleibt gebremst
Ohne die volatileren Kategorien Nahrungsmittel und Energie stieg der Kern-CPI im Februar um 0,2 % nach einem Anstieg von 0,3 % im Januar.
Auf Jahresbasis erhöhte sich die Kerninflation um 2,5 %, womit sie dem im Januar verzeichneten Jahresanstieg entsprach.
Ein Rückgang der Preise für Gebrauchtwagen und ein langsameres Mietwachstum trugen dazu bei, den zugrundeliegenden Inflationsdruck zu dämpfen.
Ein Bereich, der relativ stark bleibt, ist die Nahrungsmittelinflation.
Insgesamt stiegen die Lebensmittelpreise im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 %, wobei die Restaurantpreise um 3,9 % zunahmen.
Ökonomen erklären, dass höhere Kosten im Lebensmittelbereich teilweise auf Arbeitskräftemangel im Gastgewerbe zurückzuführen sein könnten, der durch eine strengere Durchsetzung der Einwanderungsbestimmungen, die das Arbeitskräfteangebot verringert hat, verstärkt wurde.
Fed dürfte vorsichtig bleiben
Die jüngsten Inflationsdaten dürften die derzeitige Politik der Federal Reserve kaum grundlegend verändern.
Nach mehreren Zinssenkungen zwischen September und Dezember des vergangenen Jahres hat die Zentralbank ihren Leitzins seit Januar in einer Spanne von 3,5 % bis 3,75 % stabil gehalten.
Von den Fed-Vertretern wird allgemein erwartet, dass sie diese Pause bei der Sitzung in der nächsten Woche beibehalten, zumal die politischen Entscheidungsträger gegensätzliche Risiken für die Wirtschaft abwägen müssen.
Während der jüngste Anstieg der Energiepreise die Inflation wieder anfachen könnte, warnen Ökonomen zugleich, dass höhere Benzinkosten die Verbraucherausgaben dämpfen und damit das Wirtschaftswachstum verlangsamen könnten.
Der mit Iran verbundene Konflikt hat somit eine neue Unsicherheitsebene für die Politik geschaffen: Die Entscheidungsträger müssen das Risiko steigender Inflation gegen die Möglichkeit abwägen, dass höhere Energiepreise die gesamtwirtschaftliche Nachfrage schwächen könnten.
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