
US-Arbeitsmarktdaten deuteten auf eine Abkühlung der Nachfrage nach Arbeitskräften im Februar hin, obwohl das Verbrauchervertrauen angesichts eskalierender geopolitischer Spannungen im Zusammenhang mit dem Konflikt im Iran unerwartet robust blieb.
Vom Bureau of Labor Statistics veröffentlichte Zahlen zeigten, dass die Zahl der offenen Stellen im Februar auf 6,88 Millionen zurückging gegenüber revidierten 7,24 Millionen im Januar, womit sie im Großen und Ganzen den Erwartungen von Ökonomen entsprach.
Der Rückgang deutet darauf hin, dass sich die Arbeitskräftenachfrage bereits abschwächte, noch bevor die jüngste Zunahme der Unsicherheit durch die Krise im Nahen Osten einsetzte.
Auch die Einstellungsaktivität schwächte sich deutlich ab.
Die Zahl der Einstellungen fiel um nahezu eine halbe Million auf 4,85 Millionen und verzeichnete damit einen der stärksten monatlichen Rückgänge der letzten Jahre.
Arbeitskräftenachfrage schwächt sich sektorenübergreifend ab
Der Rückgang der offenen Stellen war besonders in Sektoren sichtbar, die empfindlich auf Konsumausgaben und Rohstoffzyklen reagieren.
Die Zahl der offenen Stellen im Beherbergungs- und Gastgewerbe sank um 211.000 und ging im Bergbau und in der Forstwirtschaft leicht zurück.
Auch die Einstellungsentwicklung spiegelte eine ähnliche Schwäche wider.
Die Einstellungen sanken deutlich im Beherbergungs- und Gastgewerbe sowie im Baugewerbe, was einen breiteren Rückgang der Arbeitskräftenachfrage unterstreicht.
Die Einstellungsquote sank auf 3,1%, den niedrigsten Stand seit April 2020, als pandemiebedingte Störungen die wirtschaftliche Aktivität stark drosselten.
Trotz des Rückgangs bei Einstellungen blieben die insgesamt erfolgten Trennungen mit rund 5 Millionen relativ stabil.
Davon blieben freiwillige Kündigungen bei 3 Millionen stabil, während Entlassungen und Freisetzungen unverändert bei 1,7 Millionen lagen, was darauf hindeutet, dass Arbeitgeber weiterhin vorsichtig sind, Personal abzubauen.
Verbrauchervertrauen zeigt Widerstandskraft
Im Gegensatz zu den nachgebenden Arbeitsmarktdaten deutete eine separate Umfrage von The Conference Board darauf hin, dass das Verbrauchervertrauen im März stabil blieb.
Der Stimmungsindex von The Conference Board stieg leicht auf 91,8 von 91 im Februar und widersetzte sich damit den Erwartungen eines Rückgangs.
Der Wert deutet darauf hin, dass sich die Haushalte vorerst trotz steigender Energiepreise und Volatilität an den Finanzmärkten behaupten.
Dana Peterson, Chefökonomin bei The Conference Board, sagte, dass der Druck durch die Lebenshaltungskosten weiterhin ein zentrales Anliegen der Haushalte sei.
Viele Befragte betonten ihre Frustration über höhere Energiepreise, was die Auswirkungen steigender Ölpreise auf Haushaltsbudgets widerspiegelt.
Die Wahrnehmung des Arbeitsmarkts blieb jedoch weitgehend stabil.
Das Arbeitsmarkt-Differential, das die Lücke zwischen den Befragten misst, die Jobs als reichlich vorhanden versus schwer zu bekommen einstufen, stieg leicht auf 5,8 Prozentpunkte und signalisiert eine marginale Verbesserung der Stimmung.
Ausblick durch geopolitische Risiken eingetrübt
Die neuesten Daten spiegeln weitgehend die Verhältnisse vor der Eskalation des Iran-Konflikts wider, der seitdem neue Unsicherheit für den wirtschaftlichen Ausblick gebracht hat.
Steigende Ölpreise haben bereits begonnen, die Finanzmärkte zu belasten, wobei der S&P 500 im März um 7,8% fiel und damit Gewinne der Vormonate zunichtemachte.
Während die zugrunde liegenden Fundamentaldaten der US-Wirtschaft — darunter moderate Arbeitslosigkeit und stetiges Wachstum — intakt bleiben, könnten die Kombination aus schwächerer Arbeitskräftenachfrage und steigenden Kostenbelastungen die Widerstandskraft in den kommenden Monaten auf die Probe stellen.
Ökonomen sagen, dass der Verlauf der Energiepreise und die Dauer der geopolitischen Spannungen entscheidend dafür sein werden, ob sich die jüngste Stabilität im Verbrauchervertrauen halten lässt.
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