
Die Einstellungen im Privatsektor der Vereinigten Staaten fielen im April stärker aus als erwartet, ein weiteres Indiz für die Resilienz des Arbeitsmarkts und eine Bestärkung dafür, dass die Federal Reserve die Leitzinsen vorerst unverändert lassen sollte.
Daten von ADP zeigten, dass Unternehmen im Monat 109,000 Stellen schufen, nach einer revidierten Zahl von 61,000 im März und über dem Dow-Jones-Konsens von 84,000.
Die März-Zahl wurde um 1,000 Stellen nach unten revidiert.
Das Lohnwachstum für Beschäftigte, die in ihrer Position geblieben sind, stieg im Jahresvergleich um 4.4%, und zeigte damit eine leichte Abschwächung gegenüber dem Vormonat.
Gesundheitswesen und Bildung führen erneut die Zuwächse an
Trotz der stärkeren Gesamtsumme konzentrierte sich die Einstellungstätigkeit auf einige wenige Sektoren, was nahelegt, dass das Stellenwachstum nicht gleichmäßig über die gesamte Wirtschaft verteilt ist.
Erneut führten Bildung und Gesundheitsdienste die Zuwächse an und fügten 61,000 Stellen hinzu.
Handel, Transport und Versorgungsunternehmen steuerten 25,000 Stellen bei, während das Baugewerbe 10,000 hinzufügte.
Die Finanzbranche verzeichnete einen Zuwachs von 9,000 Stellen.
Andere Sektoren zeigten eher moderates Wachstum.
Freizeit und Gastronomie sowie Informationsdienste bauten jeweils 4,000 Stellen auf, während die industrienahen Zuwächse im Zusammenhang mit durch Zölle ausgelösten Rückverlagerungen begrenzt blieben und nur 2,000 neue Stellen entstanden.
Die Berufs- und Unternehmensdienstleistungen meldeten hingegen einen Rückgang um 8,000 Stellen.
Kleine und große Firmen treiben die Einstellungen
Die Trends bei der Stellenbildung variierten deutlich nach Unternehmensgröße.
Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten trugen 65,000 der neuen Stellen bei, während große Firmen mit mehr als 500 Beschäftigten 42,000 hinzufügten.
„Kleine und große Arbeitgeber stellen ein, aber wir sehen Schwäche in der Mitte“, sagte Dr. Nela Richardson,
ADP’s chief economist. „Große Unternehmen haben Ressourcen zur Verfügung, und kleine sind am flexibelsten – beides wichtige Vorteile in einem komplexen Arbeitsumfeld.“
Ökonomen sagen, die Daten spiegeln eine Dynamik von „low-hire, low-fire“ wider, bei der Unternehmen Beschäftigte halten, aber bei der Personalaufstockung vorsichtig bleiben.
Fed voraussichtlich auf Pause
Das konstante Einstellungsniveau zusammen mit anhaltend hoher Inflation, die teilweise durch Zölle und geopolitische Spannungen angefacht wird, hat die Federal Reserve in einer Abwartestellung bei den Zinsen gehalten.
Das zinssetzende Federal Open Market Committee stimmte kürzlich dafür, die Zinsen unverändert zu lassen, obwohl die Entscheidung eine ungewöhnlich hohe Zahl von Dissensen enthielt, da einige Politikmacher die Leitzinsprognose infrage stellten, die als nächstes eine Senkung andeutet.
Stärkere Arbeitsmarktdaten verringern den Druck für eine geldpolitische Lockerung, da die Entscheidungsträger weiterhin das Inflationsrisiko gegen das Wirtschaftswachstum abwägen.
Blick richtet sich auf den offiziellen Arbeitsmarktbericht
Die Märkte blicken nun auf den bevorstehenden Bericht zu den Nonfarm Payrolls des Bureau of Labor Statistics, der ein breiteres Bild des Arbeitsmarkts liefert, einschließlich der staatlichen Beschäftigung.
Ökonomen erwarten für April ein Stellenwachstum von rund 55,000, bei dem die Arbeitslosenquote voraussichtlich unverändert bei 4.3% bleibt.
Während ADP-Daten dazu neigen, kleinere und mittelgroße Unternehmen stärker zu gewichten, dienen sie oft als Frühindikator für breitere Beschäftigungstrends und prägen die Erwartungen vor der offiziellen Regierungsveröffentlichung.
The post US-Privatsektor übertrifft Erwartungen – 109.000 Neueinstellungen im April appeared first on Invezz