
Präsident Joe Biden sieht sich erneut mit Zweifeln an seiner Wiederwahl konfrontiert, und zwar von prominenten Persönlichkeiten wie der ehemaligen Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi, dem Schauspieler George Clooney und zwei demokratischen Senatoren.
Diese Zweifel könnten im Vorfeld der Wahlen im Jahr 2024 auch andere demokratische Abgeordnete und Spender beeinflussen.
Pelosis bedingte Unterstützung
Nancy Pelosi, eine langjährige Verbündete Bidens, erklärte auf MSNBC, Biden müsse sich schnell entscheiden, ob er im Rennen um die Präsidentschaft 2024 bleibe.
Pelosi äußerte sich zwar nicht definitiv zu einer Kandidatur Bidens, ihre Äußerungen deuten jedoch auf eine wachsende Besorgnis in der Führungsspitze der Demokraten hin.
Clooney zieht Unterstützung zurück
In einem überraschenden Schritt zog Hollywood-Star George Clooney, der im vergangenen Monat Co-Moderator einer Spendenaktion für Biden war, seine Unterstützung zurück.
In einem Kommentar der New York Times äußerte Clooney Zweifel an Bidens Chancen zu gewinnen und erklärte: „Der Joe Biden, mit dem ich vor drei Wochen bei der Spendenveranstaltung war, war nicht der Joe Biden von 2020. Er war nicht einmal der Joe Biden von 2020. Er war derselbe Mann, den wir alle bei der Debatte erlebt haben.“
Die Positionen von Schumer und Welch
Laut Axios hat der Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, privat angedeutet, dass er für einen anderen demokratischen Kandidaten offen sei. Nach dem Bericht bekräftigte er jedoch öffentlich seine Unterstützung für Biden.
Senator Peter Welch war der erste demokratische Senator, der Biden ausdrücklich zum Rücktritt aufforderte und seine Bedenken in einem am Mittwochabend veröffentlichten Meinungsartikel zum Ausdruck brachte.
Wachsende Besorgnis bei Demokraten
Ein wichtiger Geldgeber gab bekannt, dass die Politiker der Demokraten nach dem NATO-Gipfel möglicherweise besorgte Erklärungen abgeben würden.
Dieser Spender beschrieb die wachsende Wut unter den Abgeordneten und Spendern sowie den Druck auf die Kandidaten auf den unteren Wahlzetteln und sagte ein „Blutbad“ voraus.
Auch die „Abandon Biden Campaign“, die Bidens Kandidatur wegen seines Umgangs mit dem Israel-Gaza-Konflikt ablehnt, forderte Bidens Rücktritt, steht dem ehemaligen Präsidenten Trump allerdings weiterhin kritisch gegenüber.
Andere demokratische Politiker schlossen sich Pelosis Ansichten an. Senator Richard Blumenthal äußerte „tiefe Besorgnis“ über Bidens Fähigkeit, das Rennen zu gewinnen.
Unterdessen sprach Vizepräsidentin Kamala Harris, die als Favoritin für die Nachfolge Bidens im Falle seines Rücktritts gilt, vor einer Menschenmenge in Dallas. Sie betonte die Bedeutung der Wahl und rief zur Unterstützung für „Vier weitere Jahre“ auf.
Der Abgeordnete Earl Blumenauer war das neunte demokratische Mitglied des Repräsentantenhauses, das Biden aufforderte, seinen Wiederwahlkampf zu beenden.
Auch wenn nur ein kleiner Teil der 213 demokratisch eingestellten Abgeordneten öffentlich übergelaufen ist, haben die Aussagen von Pelosi und Clooney die internen Debatten verschärft.
Bidens Antwort
Trotz dieser wachsenden Bedenken beharrte Biden darauf, dass er im Rennen bleiben und Trump besiegen werde.
Während des NATO-Gipfels reagierte Biden auf Fragen zu Pelosis Unterstützung mit triumphierender Faust.
Seine Wahlkampfleiterin Jen O’Malley Dillon wird zusammen mit hochrangigen Beratern die Demokraten im Senat am Donnerstag informieren.
Bidens wichtigste Unterstützer
Biden sammelt Unterstützung von seinen treuesten Verbündeten, darunter schwarze demokratische Abgeordnete und Gewerkschaftsführer.
Bei einer Vorstandssitzung der American Federation of Labor and Congress of Industrial Organizations (AFL-CIO) diskutierte Biden zentrale Themen wie hohe Mieten, teure Lebensmittel und Wohnungsknappheit und bekräftigte seine Entschlossenheit, diese Probleme anzugehen.
Die Stimmen der Arbeiter waren für Bidens Sieg im Jahr 2020 in Staaten wie Michigan, Nevada und Pennsylvania entscheidend.
Mit Blick auf die Wahlen im Jahr 2024 wird es für Biden von entscheidender Bedeutung sein, diese Unterstützung aufrechtzuerhalten.
The post US-Präsidentschaftswahlen: Zweifel von Pelosi und Clooney erhöhen den Druck auf Bidens Wiederwahl appeared first on Invezz