Fed Chair Jerome Powell, US Fed

Die US-amerikanische Federal Reserve hielt ihren Leitzins am Mittwoch unverändert, signalisierte aber, dass Zinssenkungen im Laufe des Jahres wahrscheinlich sind. Dies spiegelt die wachsenden Sorgen über wirtschaftliche Unsicherheit, Inflationsdruck und die Auswirkungen von Zöllen wider.

Der Federal Open Market Committee (FOMC) beließ den Leitzins im Bereich von 4,25 % bis 4,5 %, unverändert seit Dezember.

Trotz der aggressiven Handelspolitik von Präsident Donald Trump und der laufenden fiskalischen Reformen signalisierte die Fed, dass sie 2025 zwei Zinssenkungen zur Unterstützung der wirtschaftlichen Stabilität erwartet.

Die Einschätzung der Federal Reserve zu Zinsen und Inflation

In seinen aktualisierten Wirtschaftsprognosen räumte die Fed eine zunehmend unsichere Wirtschaftslage ein.

In der Erklärung des FOMC wurde festgestellt, dass „die Unsicherheit hinsichtlich der Wirtschaftsaussichten zugenommen hat“, wobei die Risiken für Beschäftigung und Inflation – sein duales Mandat – hervorgehoben wurden.

Der Ausschuss senkte seine BIP-Wachstumsprognose für 2025 auf 1,7 %, gegenüber der vorherigen Schätzung von 2,1 % im Dezember.

Unterdessen wird erwartet, dass die Kerninflation nun mit einer jährlichen Rate von 2,8 % steigen wird, 0,3 Prozentpunkte mehr als in den vorherigen Prognosen.

Der von der Fed genau beobachtete „Dot Plot“, der die Zinserwartungen der Beamten darstellt, spiegelte im Vergleich zum Dezember eine etwas restriktivere Haltung wider.

Vier Mitglieder erwarten nun keine Zinssenkungen im Jahr 2025, gegenüber nur einem Mitglied beim vorherigen Treffen.

Über 2025 hinaus prognostiziert die Fed zwei weitere Zinssenkungen im Jahr 2026 und eine im Jahr 2027, wobei der langfristige Zinssatz sich voraussichtlich bei etwa 3 % stabilisieren wird.

Die Fed verlangsamt den Abbau ihrer Bilanz, behält aber die Obergrenze für hypothekenbesicherte Wertpapiere bei.

Neben der Beibehaltung der Zinssätze kündigte die Zentralbank eine Verlangsamung ihres Bilanzabbauprozesses an.

Die Fed wird nun monatlich nur noch 5 Milliarden Dollar an auslaufenden Staatsanleihen von ihrer Bilanz abbauen lassen, deutlich weniger als die bisherige Obergrenze von 25 Milliarden Dollar.

Es behielt jedoch die Obergrenze von 35 Milliarden Dollar für hypothekenbesicherte Wertpapiere bei, eine Schwelle, die seit Beginn der quantitativen Straffung (QT) nur selten erreicht wurde.

Fed-Gouverneur Christopher Waller war der einzige Dissident bei der Entscheidung vom Mittwoch. Er unterstützte zwar die Entscheidung, die Zinssätze beizubehalten, befürwortete aber die Fortsetzung der quantitativen Straffung (QT) im bisherigen Tempo.

Zölle, Verbraucherstimmung und Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt

Die Entscheidung der Fed fällt inmitten wirtschaftlicher Unsicherheit, die durch die Handelspolitik von Präsident Trump angeheizt wird.

Seine Regierung hat Zölle auf Stahl, Aluminium und eine Reihe importierter Waren erhoben und damit die globalen Märkte verunsichert.

Eine weitere Runde von Zöllen könnte bereits am 2. April angekündigt werden und die wirtschaftlichen Aussichten weiter verunsichern.

Auch das Verbrauchervertrauen hat gelitten; aktuelle Umfragen deuten darauf hin, dass die Inflationserwartungen aufgrund höherer Importkosten gestiegen sind.

Obwohl die Einzelhandelsumsätze im Februar eine gewisse Widerstandsfähigkeit zeigten, blieben sie hinter den Erwartungen zurück und spiegelten die Vorsicht der Verbraucher wider, die sich in einem unberechenbaren wirtschaftlichen Umfeld zurechtfinden müssen.

Volatilität des Aktienmarktes und Perspektiven des Bankensektors

Seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit haben die Aktienmärkte eine erhöhte Volatilität erlebt, wobei die wichtigsten Indizes häufig in den Korrekturbereich abrutschten.

Anleger bleiben skeptisch gegenüber einem wirtschaftlichen Übergang von staatlich gesteuerten Konjunkturprogrammen hin zu einem stärker privatwirtschaftlich geprägten Ansatz.

Trotz der Unsicherheit bleiben einige Finanzexperten optimistisch.

Brian Moynihan, CEO der Bank of America, erklärte, dass die Konsumausgaben, wie sie sich in den Daten zu Kartentransaktionen widerspiegeln, weiterhin solide seien.

Die Ökonomen der BofA prognostizieren weiterhin ein US-BIP-Wachstum von rund 2 % im Jahr 2025.

Risse im Arbeitsmarkt werden sichtbar.

Allerdings zeigen sich auf dem Arbeitsmarkt Anzeichen wirtschaftlicher Belastung.

Der Bericht über die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft im Februar zeigte ein schwächer als erwartet ausgefallenes Stellenwachstum, während ein umfassenderes Maß für die Arbeitslosigkeit – einschließlich entmutigter und unterbeschäftigter Arbeitnehmer – um 0,5 Prozentpunkte auf den höchsten Stand seit Oktober 2021 anstieg.

Da die Fed sich in einem komplexen wirtschaftlichen Umfeld bewegt, werden ihre nächsten Schritte von Investoren, Unternehmen und politischen Entscheidungsträgern gleichermaßen genau beobachtet.

Angesichts der wahrscheinlichen Zinssenkungen steht die Zentralbank vor der Herausforderung, in einem sich verändernden globalen Umfeld ein Gleichgewicht zwischen Wirtschaftswachstum, Inflationskontrolle und Finanzstabilität zu finden.

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