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Die US-Notenbank hat angedeutet, dass sie möglicherweise schon im September mit der Senkung der Zinsen beginnen werde, nachdem sie in der achten Sitzung in Folge beschlossen hatte, die Kreditkosten auf ihrem 23-Jahres-Hoch zu belassen.

Während einer Pressekonferenz am Mittwoch wies Fed-Vorsitzender Jay Powell darauf hin, dass eine Senkung des Leitzinses bei der nächsten Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) zur Debatte stehen könnte.

Schwerpunktverlagerung von der Inflation zur Arbeitsmarktstabilität

Powell betonte, dass es unter den politischen Entscheidungsträgern „eine echte Diskussion“ über Zinssenkungen gegeben habe, wobei das FOMC von „weiteren Fortschritten“ bei der Senkung der Inflation auf das Zwei-Prozent-Ziel sprach.

Allerdings wiesen die Verantwortlichen darauf hin, dass sie „mehr Vertrauen“ benötigen würden, bevor sie sich zu einer Zinssenkung verpflichten würden.

Powell betonte, dass die Inflationszahlen des zweiten Quartals ihr Vertrauen gestärkt hätten und weitere positive Daten diese Haltung bekräftigen würden.

Die jüngste Haltung der Fed spiegelt eine Abkehr von ihrer „100-prozentigen Konzentration auf die Inflation“ hin zu einer verstärkten Absicherung des Arbeitsmarktes wider. Das FOMC erkannte neu aufgekommene Sorgen über den Arbeitsmarkt an und bekräftigte, dass es die Inflation nicht mehr als das wichtigste Problem ansieht. Steigende Arbeitslosenquoten sind nun ein wichtiger Aspekt bei der Festlegung ihres politischen Kurses durch die Fed.

Konjunkturdaten unterstützen mögliche Zinssenkungen

Die jüngsten Wirtschaftsdaten stützen den vorsichtigen Optimismus der Fed.

Der von der Fed bevorzugte Inflationsindikator, der auf dem Kernpreisindex der persönlichen Konsumausgaben basiert, ist von einem Höchststand von über 5 % im Jahr 2022 auf 2,6 % gesunken.

Dieser stetige Rückgang der Inflation steht im Einklang mit den Bemühungen der Fed, ihr Zwei-Prozent-Ziel zu erreichen.

Gleichzeitig sind auf dem US-Arbeitsmarkt Anzeichen einer Abkühlung zu erkennen: Die Arbeitslosenquote ist in den letzten Monaten auf 4,1% gestiegen und der Lohndruck lässt nach.

Diese Verlangsamung der Arbeitsmarktaktivität deutet auf eine mögliche sanfte Landung hin, bei der die Inflation unter Kontrolle gebracht wird, ohne eine Rezession auszulösen.

Marktreaktionen und politischer Kontext

Als Reaktion auf Powells Bemerkungen sanken die Renditen kurzfristiger Staatsanleihen leicht; die Rendite zweijähriger Staatsanleihen sank um 0,01 Prozentpunkte auf 4,35 %.

Die Anleger haben ihre Wetten auf Zinssenkungen in diesem Jahr leicht erhöht. Die Händler auf den Terminmärkten rechnen mit zwei bis drei Senkungen, die erste wahrscheinlich im September.

Die Börse reagierte positiv; sowohl der Bluechip-Index S&P 500 als auch der technologielastige Nasdaq konnten ihre Gewinne steigern.

Diese Reaktion spiegelt das Vertrauen der Märkte in die Fähigkeit der Fed wider, die wirtschaftlichen Herausforderungen wirksam zu bewältigen.

Die mögliche Zinssenkung der Fed im September würde kurz vor den Präsidentschaftswahlen im November erfolgen. Dieser Zeitpunkt hat politische Aufmerksamkeit erregt, mit

Der republikanische Kandidat Donald Trump warnte Powell davor, die Zinsen vor der Wahl zu senken. Powell bekräftigte jedoch die Unabhängigkeit der Fed und erklärte:

Wir nutzen unsere Tools niemals, um eine politische Partei, einen Politiker oder ein politisches Ergebnis zu unterstützen oder abzulehnen.

Langfristige Aussichten und politische Erwartungen

Die einstimmige Entscheidung der Fed, die Zinsen in diesem Monat unverändert zu lassen, wurde weithin erwartet. Mit Blick auf die Zukunft erwarten die meisten Entscheidungsträger (Stand: Juni) einen Rückgang der Zinsen auf 4-4,25% bis Ende nächsten Jahres und weitere Rückgänge auf etwa 3% bis 2026.

Diese prognostizierte Entwicklung deutet auf eine schrittweise Lockerung der Geldpolitik hin, die das Wirtschaftswachstum stützen und gleichzeitig die Inflation und die Stabilität des Arbeitsmarktes steuern soll.

Die Strategie der Notenbank zielt darauf ab, eine „sanfte Landung“ zu erreichen, indem die Inflation gesenkt wird, ohne nennenswerte wirtschaftliche Störungen zu verursachen. Bislang scheint die Fed auf Kurs zu sein, der Preisdruck nimmt ab und die Arbeitslosigkeit nimmt in Grenzen zu.

Der Hinweis der US-Notenbank auf mögliche Zinssenkungen ab September spiegelt einen differenzierten Ansatz zur Sicherung der wirtschaftlichen Stabilität wider.

Indem sie die Notwendigkeit der Inflationskontrolle mit der Wichtigkeit der Unterstützung des Arbeitsmarktes in Einklang bringt, navigiert die Fed durch ein komplexes Wirtschaftsumfeld. Die bevorstehende FOMC-Sitzung im September wird für die künftige Ausrichtung der US-Geldpolitik von entscheidender Bedeutung sein.

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