
US-Verbraucher sahen sich im März erneut steigenden Inflationsdruck ausgesetzt, da höhere Ölpreise im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt die Kosten steigen ließen und den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve verkomplizierten.
Daten, die das US-Handelsministerium am Donnerstag veröffentlichte, zeigten, dass der Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE), das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß, im Monat deutlich anstieg.
Der Gesamt-PCE-Index stieg im März um 0,7% und verzeichnete damit den stärksten Monatsanstieg seit Mitte 2022.
Im Jahresvergleich beschleunigte sich die Inflation auf 3,5% (zuvor 2,8% im Vormonat) und erreichte damit den höchsten Stand seit dem Frühjahr 2023.
Kerninflation bleibt erhöht
Der Kern-PCE, der volatile Preise für Lebensmittel und Energie ausklammert, stieg im Monatsvergleich um 0,3% und brachte die Zwölfmonatsrate auf 3,2%.
Beide Werte lagen im Einklang mit den Schätzungen von Dow Jones, was darauf hindeutet, dass die zugrunde liegende Inflation weiterhin hartnäckig ist.
Der starke Anstieg der Gesamtinflation wurde hauptsächlich durch höhere Benzin- und Energiekosten getrieben und spiegelt einen Anstieg der Rohölpreise wider, da sich die Spannungen zwischen den USA und Iran verschärften.
Die März-Daten erfassen den ersten vollen Monat des Konflikts und liefern einen frühen Hinweis darauf, wie geopolitische Risiken in inländischen Preisdruck einfließen.
Ölschock verkompliziert Fed-Ausblick
Fed-Chef Jerome Powell hatte bereits während der geldpolitischen Sitzung der Zentralbank im April vor dem Risiko anhaltender Inflation gewarnt und darauf hingewiesen, dass erhöhte Energiepreise die Kosten kurzfristig weiter nach oben treiben könnten.
Mit erneut steigenden Ölpreisen vor dem Hintergrund eines anhaltenden Patts zwischen Washington und Teheran warnen Ökonomen, dass der Inflationsdruck länger anhalten könnte als zuvor erwartet.
Höhere Inflation verringert die Wahrscheinlichkeit kurzfristiger Zinssenkungen, da die Entscheidungsträger weiterhin darauf fokussiert sind, das Preiswachstum wieder in Richtung des 2%-Ziels der Fed zu bringen.
Die jüngsten Daten deuten darauf hin, dass dieses Ziel schwerer zu erreichen ist, insbesondere wenn die Energiepreise erhöht bleiben.
Ausgaben halten stand, reale Zuwächse bleiben gedämpft
Der Bericht hob außerdem die Widerstandsfähigkeit der Konsumnachfrage hervor, obwohl höhere Preise die Kaufkraft schmälern.
Die Konsumausgaben stiegen im März im Vergleich zum Februar um 0,9%.
Nach Bereinigung um die Inflation stieg das reale Konsumvolumen jedoch nur um 0,2%, was darauf hindeutet, dass ein Großteil des nominalen Wachstums von steigenden Preisen und nicht von stärkerer Nachfrage getrieben wurde.
Die privaten Konsumausgaben bleiben eine tragende Säule der US-Wirtschaft und machen etwa zwei Drittel der gesamtwirtschaftlichen Aktivität aus.
US-Wirtschaft wächst um 2%
Separat veröffentlichte Daten zeigten, dass die US-Wirtschaft im ersten Quartal nach einer vorläufigen Schätzung des Bureau of Economic Analysis annualisiert um 2% wuchs.
Das war eine Verbesserung gegenüber dem Wachstum von 0,5% im vorangegangenen Quartal, lag jedoch leicht unter den Erwartungen von 2,2%.
Die Expansion wurde durch stabile Konsumnachfrage und einen kräftigen Anstieg der Unternehmensinvestitionen gestützt.
Die Ausgaben für Ausrüstungen stiegen um 10,4% – die schnellste Rate seit fast drei Jahren – angetrieben unter anderem durch Investitionen in Technologien der künstlichen Intelligenz.
Die Konsumausgaben wuchsen mit einer annualisierten Rate von 1,6% und spiegeln die anhaltende Nachfrage nach Dienstleistungen trotz des Drucks durch höhere Lebenshaltungskosten wider.
Die Kombination aus solidem Wirtschaftswachstum und steigender Inflation schafft einen komplexen Rahmen für die Politik, da die Federal Reserve das Bedürfnis, den Preisdruck zu begrenzen, gegen das Ziel abwägen muss, die breitere Erholung nicht zu gefährden.
The post US-Inflation bei 3,5% – Höchststand seit 2 Jahren dämpft Fed-Zinssenkungshoffnungen appeared first on Invezz