
Die Zahl der Amerikaner, die neue Anträge auf Arbeitslosenleistungen stellten, stieg letzte Woche moderat an und unterstreicht die anhaltende Widerstandsfähigkeit des US-Arbeitsmarkts trotz fortdauernder Entlassungen im Technologiesektor und allgemeiner wirtschaftlicher Unsicherheit.
Vom US-Arbeitsministerium am Donnerstag veröffentlichte Daten zeigten, dass die Erstanträge auf staatliche Arbeitslosenhilfe für die Woche bis zum 2. Mai saisonbereinigt um 10.000 auf 200.000 gestiegen sind.
Von Reuters befragte Ökonomen hatten 205.000 Erstanträge prognostiziert.
Der jüngste Anstieg kehrte teilweise den in der Vorwoche verzeichneten kräftigen Rückgang um und deutet darauf hin, dass Entlassungen in weiten Teilen der Wirtschaft relativ begrenzt bleiben.
Stabilität am Arbeitsmarkt bleibt bestehen
Der Arbeitsmarkt blieb bemerkenswert stabil, obwohl mehrere große Technologieunternehmen Stellenstreichungen ankündigten, die mit der zunehmenden Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI)-Tools zusammenhängen.
Ökonomen stellten fest, dass die Erstanträge das ganze Jahr über unter 230.000 geblieben sind, ein Zeichen dafür, dass Unternehmen im Allgemeinen zurückhaltend sind, Personal abzubauen, trotz langsamerer Einstellungen und Wachstumsbedenken.
Separat veröffentlichte Regierungsdaten zeigten, dass es im März 0,95 offene Stellen pro Arbeitslosen gab, nach 0,91 im Februar, was die Erwartung stützt, dass die Arbeitsnachfrage relativ gesund bleibt.
Gleichzeitig zeigte ein Bericht der globalen Outplacement-Firma Challenger, Gray & Christmas, dass US-Arbeitgeber im April 83.387 Entlassungen ankündigten, ein Anstieg um 38% gegenüber dem März.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum lagen die angekündigten Entlassungen jedoch noch immer 21% niedriger.
Technologie Unternehmen trugen weiterhin den größten Anteil an den Entlassungen, wobei viele Firmen KI-getriebene Umstrukturierungen und Automatisierungsmaßnahmen als Gründe angaben.
Wirtschaftliche Risiken bleiben im Fokus
Trotz des stabilen Arbeitsmarktumfelds warnten Ökonomen, dass geopolitische Spannungen und höhere Rohstoffpreise in den kommenden Monaten Gegenwind erzeugen könnten.
Derzeit gibt es kaum Anzeichen dafür, dass der Konflikt zwischen den USA und Israel, an dem Iran beteiligt ist, die Beschäftigungsbedingungen maßgeblich beeinflusst hat.
Analysten warnten jedoch, dass Störungen im Seehandel durch die Straße von Hormus die Preise für wichtige Rohstoffe wie Petrochemikalien, Düngemittel und Aluminium erhöhen und neuen inflationsfördernden Druck erzeugen könnten.
Die Zahl der Personen, die nach einer ersten Leistungswoche weiterhin Arbeitslosenleistungen beziehen — als Maß für die Einstellungslage angesehen — sank in der Woche bis zum 25. April um 10.000 auf 1,766 Millionen.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf den am Freitag vielbeachteten Bericht zu den Nonfarm Payrolls, der ein breiteres Bild der Arbeitsmarktbedingungen liefern dürfte.
Beschäftigungswachstum dürfte sich verlangsamen
Von Reuters befragte Ökonomen erwarten, dass die Nonfarm Payrolls im April um 62.000 Stellen zugenommen haben, nach einem stärkeren Anstieg um 178.000 im März.
Die erwartete Abschwächung dürfte auf auslaufende saisonale Einstellungseffekte und die Rückkehr streikender Beschäftigter im Gesundheitswesen zurückzuführen sein.
Dennoch stellten Ökonomen fest, dass das prognostizierte Stellenwachstum weiterhin über dem geschätzten „Break‑even“-Tempo liegen würde, das nötig ist, um mit dem Wachstum der erwerbsfähigen Bevölkerung Schritt zu halten.
Die Arbeitslosenquote wird voraussichtlich unverändert bei 4,3% bleiben, obwohl einige Analysten erwarten, dass sie leicht auf 4,2% abrundet.
Eine von The Conference Board Anfang der Woche veröffentlichte Umfrage deutete ebenfalls auf relativ konstante Arbeitsbedingungen hin: Im April berichteten weniger Verbraucher, dass Jobs „schwer zu bekommen“ seien, während die Wahrnehmung, dass Stellen „reichlich vorhanden“ sind, weitgehend stabil blieb.
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