Der britische Konsumgüterkonzern Unilever teilte am Freitag mit, er habe ein eingehendes Angebot für sein Lebensmittelgeschäft erhalten und führe Gespräche mit McCormick & Company, wies jedoch darauf hin, dass ein Abschluss nicht sicher sei.

McCormick bestätigte getrennt, dass es Gespräche mit der in London ansässigen Gruppe führt, nachdem das Wall Street Journal am Vortag darüber berichtet hatte.

Lebensmittelsparte gilt als attraktiv, aber nicht zum Kerngeschäft gehörend

„Der Vorstand ist der Ansicht, dass die Lebensmittelsparte ein überaus attraktives Geschäft mit einem starken finanziellen Profil ist, das von marktführenden Marken in wachsenden Kategorien geprägt wird, und ist zuversichtlich bezüglich der Zukunft der Lebensmittelsparte als Teil von Unilever“, erklärte Unilever am Freitag in einer Stellungnahme.

Die Sparte, zu der weithin bekannte Marken wie Knorr gehören, erzielte 2025 einen Umsatz von mehr als 12,9 Mrd. € und machte damit etwa ein Viertel des Gesamtumsatzes des Unternehmens aus.

Marktschätzungen deuten darauf hin, dass die Division mit mehreren zehn Milliarden Dollar bewertet werden könnte.

Personen mit Kenntnis der Angelegenheit sagten dem Wall Street Journal, dass ein rein aktienbasierter Deal innerhalb weniger Wochen zustande kommen könnte, sofern die Verhandlungen nicht scheitern.

Strategische Neuausrichtung hin zu wachstumsstärkeren Segmenten

Ein Verkauf würde eine bedeutende strategische Neuausrichtung für Unilever markieren, das Portfolio weiter straffen und den Fokus auf schneller wachsende Kategorien wie Beauty, Körperpflege und Haushaltsprodukte schärfen.

Chief Executive Fernando Fernandez hatte zuvor signalisiert, dass das Unternehmen gezielte, kleinere Übernahmen in diesen Bereichen priorisiere, anstatt große, transformative Deals anzustreben.

Die potenzielle Veräußerung würde zudem einer Reihe von Portfolio-Umgestaltungen folgen, die Unilever in den vergangenen Jahren vorgenommen hat.

So hatte das Unternehmen 2021 die Übernahme der Consumer-Health-Sparte von GlaxoSmithKline geprüft, das Gebot schließlich aber aufgegeben.

Jüngst gliederte es sein Speiseeisgeschäft aus, das nun als Magnum Ice Cream operiert und Marken wie Ben & Jerry’s und Breyers umfasst.

Branchendruck treibt Konsolidierung voran

Die Gespräche finden in einer Zeit statt, in der Lebensmittelhersteller mit schwächerer Nachfrage zu kämpfen haben, da die Verbraucher ihre Ausgaben einschränken und zunehmend zu günstigeren Handelsmarken greifen.

Die zunehmende Verbreitung von Gewichtsreduktionsmedikamenten hat ebenfalls begonnen, die Konsumtrends insgesamt zu belasten.

McCormick selbst hat vor Herausforderungen gewarnt und prognostiziert für 2026 schwächere Gewinne aufgrund steigender tarifbedingter Kosten.

Das Unternehmen hat derzeit eine Marktkapitalisierung von rund $14,5 Mrd., verglichen mit einer Bewertung von Unilever von mehr als $130 Mrd., laut Marktdaten.

Der mögliche Deal passt außerdem zu einem breiteren Trend der Unternehmensrestrukturierungen über verschiedene Branchen hinweg, da Firmen versuchen, Abläufe zu vereinfachen und den Aktionärswert zu steigern.

Im Nahrungsmittelbereich hatte Kraft Heinz zuvor Pläne angekündigt, sein Geschäft aufzuteilen, diese Maßnahme jedoch später ausgesetzt.

Ähnliche Zerschlagungsstrategien waren auch in der Industrie- und Medienbranche zu beobachten, wobei Unternehmen wie General Electric und Warner Bros. Discovery strukturelle Änderungen verfolgten, um sich wieder auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren.

Für Unilever würde ein möglicher Ausstieg aus dem Lebensmittelgeschäft einen weiteren Schritt in der Transformation zu einem fokussierteren Konsumgüterunternehmen darstellen, das auf margenstärkere, schneller wachsende Segmente ausgerichtet ist.

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