Wer regelmäßig ansehnliche Dividenden kassieren möchte, muss dafür nicht zwangsläufig ein riesiges Depot besitzen. Mit der richtigen Aktienauswahl können bereits 10.000 Euro investiertes Kapital für einen überraschend hohen Geldfluss sorgen.
Aktuell lassen sich mit drei ausgewählten Dividendenaktien sogar über 600 Euro an jährlichen Ausschüttungen erzielen. Wobei dafür lediglich rund 10.000 Euro notwendig wären. Entscheidend ist dabei aber nicht nur die Höhe der aktuellen Dividendenrendite. Auch die Qualität und Nachhaltigkeit der Ausschüttungen spielen hier eine wichtige Rolle.
Welche drei Aktien hinter dieser Rechnung stecken und wie sich die mehr als 600 Euro Dividende zusammensetzen, wollen wir uns im heutigen Artikel einmal etwas genauer anschauen.
Münchener Rück: Starker und zuverlässiger Dividendenzahler
Den größten Anteil an obiger Rechnung soll uns die Aktie der Münchener Rück (WKN: 843002) liefern. Blicken wir auf den aktuellen Kurs von 508,60 Euro (02.10.2026), so lassen sich für 5.086 Euro zehn Aktien des Rückversicherers erwerben (bei allen Berechnungen im Artikel bleiben sowohl Kaufnebenkosten als auch steuerliche Aspekte unberücksichtigt). Und auf Basis der zuletzt gezahlten Dividende würden uns diese zu einer jährlichen Ausschüttung von 240 Euro verhelfen.
Dabei kann die Münchener Rück meiner Ansicht nach nicht nur mit ihrer derzeitigen Dividendenrendite von 4,72 % punkten. Besonders interessant finde ich auch die langfristige Entwicklung der Gewinnbeteiligung. Immerhin erhielten die Investoren in diesem Jahr eine Dividende, die um 191 % höher ausfiel als noch vor zehn Jahren.
Und das Geschäftsmodell sollte langfristig für eine weiterhin attraktive Dividendenentwicklung sprechen. Denn als einer der weltweit führenden Rückversicherer profitiert die Münchener Rück natürlich von der steigenden Nachfrage nach Versicherungsschutz. Gleichzeitig könnten aber auch höhere Preise die Ertragskraft nachhaltig unterstützen.
Für unsere 10.000-Euro-Rechnung ist die Aktie damit ein wichtiger Baustein. Allein die zehn Münchener-Rück-Papiere steuern nämlich mit 240 Euro gut 40 % der angestrebten 600 Euro Dividende bei.
freenet: Hohe Dividende für relativ wenig Einsatz
Deutlich weniger Kapital ist bei der Aktie von freenet (WKN: A0Z2ZZ) nötig, um einen ähnlich hohen Dividendenertrag zu erzielen. Beim derzeitigen Kurs der Papiere von 22,84 Euro (02.10.2026) reichen uns, genauer gesagt, schon 2.284 Euro, um damit in 100 Aktien des Telekommunikationsunternehmens zu investieren.
Wenn wir von der zuletzt gezahlten Dividende von 2,07 Euro je Aktie ausgehen, dann würde uns dieses Investment bei der nächsten Ausschüttung also Einnahmen von 207 Euro ermöglichen. Was eine stolze anfängliche Dividendenrendite von 9,1 % erkennen lässt.
Auch die langfristige Entwicklung der freenet-Dividende kann sich meines Erachtens durchaus sehen lassen. Denn während im Jahr 2011 noch 1,20 Euro je Aktie an die Investoren flossen, waren es zuletzt, wie oben schon angesprochen, 2,07 Euro je Anteilsschein. Ich möchte aber nicht unerwähnt lassen, dass im Zuge der Corona-Krise die Dividende für das Geschäftsjahr 2019 deutlich reduziert wurde. Wir haben es hier also dementsprechend nicht mit einer absolut geradlinigen Historie zu tun.
Laut eigenen Angaben strebt freenet eine Ausschüttungsquote von 80 % des bereinigten Free Cashflows oder mindestens 2,00 Euro je Aktie an. Und für das Jahr 2028 stellt der Konzern sogar eine Dividende von 2,30 Euro je Aktie in Aussicht.
Damit ist die freenet-Aktie der renditestärkste Baustein unserer Auswahl. Denn mit nur 2.284 Euro Einsatz wäre es möglich, 207 Euro jährliche Dividende zu erzielen.
Verizon: Tolle Dividendenkontinuität
Als dritten Wert nehmen wir mit Verizon (WKN: 868402) noch einen US-amerikanischen Telekommunikationskonzern ins Depot. Schauen wir auf den aktuellen Aktienkurs von 40,79 Euro (02.10.2026), dann wäre es machbar, sich mit 2.651 Euro 65 Papiere ins Portfolio zu holen.
Nach den neuesten Daten ist von Verizon in den nächsten zwölf Monaten mit Dividendenzahlungen von umgerechnet 2,50 Euro je Aktie zu rechnen. Womit wir also durch die 65 Verizon-Aktien einen Ausschüttungsertrag von rund 163 Euro erzielen könnten. Und wie zu erwarten, kann auch Verizon mit einer langen und soliden Dividendenhistorie aufwarten.
Auch wenn das Wachstum in den letzten zehn Jahren mit einem Anstieg der Dividende um 22,5 % relativ moderat ausfällt. Doch dafür können sich die Anleger bei Verizon schon sehr viele Jahre auf eine regelmäßige bzw. kontinuierliche Dividendenzahlung verlassen.
Aber ich denke, dass auch für die Zukunft einiges für weitere Erhöhungen der Gewinnausschüttung spricht. Verizon hat seine Quartalsdividende in diesem Jahr um 2,57 % angehoben und damit die lange Serie von Dividendenerhöhungen fortgesetzt. Für Anleger steht dabei weniger ein besonders hohes Wachstum im Vordergrund, sondern vielmehr die Kombination aus hoher laufender Rendite und großer Kontinuität.
Fazit: Über 600 Euro Dividende mit 10.000 Euro
Mit zehn Aktien der Münchener Rück, 100 freenet-Aktien und 65 Aktien von Verizon kommt man als Anleger derzeit auf einen Kapitaleinsatz von rund 10.000 Euro. Und auf Basis der zuletzt gezahlten Dividenden können daraus mehr als 600 Euro jährliche Ausschüttungen resultieren.
Dabei sollte man, wie schon angesprochen, allerdings nicht nur auf die aktuelle Dividendenrendite schauen. Die Münchener Rück überzeugt mit einer starken Dividendenhistorie, freenet mit einer besonders hohen Ausschüttung und Verizon mit großer Kontinuität. Genau diese Mischung macht die drei Aktien meiner Meinung nach für langfristig orientierte Dividendenanleger interessant.
Sicherlich können sich Aktien- und Wechselkurse sowie Dividenden jederzeit verändern. Die Beispielrechnung kann daher natürlich nur eine Momentaufnahme sein. Sie zeigt aber eindrucksvoll, dass bereits 10.000 Euro investiertes Kapital für einen beträchtlichen jährlichen Dividendenstrom sorgen können.
Der Artikel Über 600 Euro Dividende mit nur 10.000 Euro Einsatz? Diese 3 Aktien machen es möglich! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.