Person bestellt ein Uber

Die Uber Technologies (UBER)-Aktie steht am Mittwochmorgen unter Druck; die Schwäche wird hauptsächlich den enttäuschenden Q2-Ergebnissen des Unternehmens zugeschrieben.

Der Fahrdienstriese meldete $14.19 billion an Umsatz für sein zweites Quartal – verfehlte damit die Konsensschätzung von $14.24 billion – bei im Wesentlichen in‑line liegenden 81 cents Gewinn je Aktie (EPS).

Bei genauerer Betrachtung deutet vieles darauf hin, dass am 5. August noch andere Faktoren die UBER-Aktie belasten.

Aggressive AV-Ausgabenpläne belasten die Uber-Aktie

Uber-Aktien fallen heute auch, weil das Management Pläne angekündigt hat, in den kommenden Jahren mehr als $10 billion für die Kommerzialisierung autonomer Fahrzeuge auszugeben.

Da das Unternehmen historisch auf asset-light-Partnerschaften im Bereich autonomer Fahrzeuge gesetzt hat, weckte dieses kühne Bekenntnis sofort Fragen zur kurzfristigen Kapitaldisziplin und zur Generierung des freien Cashflows.

Die Ankündigung wirkt besonders negativ, da Anleger noch die anstehende $14.8 billion-Akquisition von Delivery Hero verdauen, die aus vorhandener Liquidität und Fremdkapital finanziert werden soll.

Die Kombination dieses Megadeals mit der neuen $10 billion‑Zusage für autonome Fahrzeuge hat die Befürchtungen hinsichtlich Ausführungsrisiken und Hebelbelastung verstärkt.

Außerdem stürzte der Kurs nach Vorlage der Zahlen Uber Technologies unter wichtige gleitende Durchschnitte (20‑Tage und 50‑Tage), wodurch auch algorithmischer Verkauf ins Spiel kam.

Gedämpfte Prognose erhöht den Druck auf UBER-Aktien

Während die Q2-Finanzzahlen nicht extrem negativ waren, kam der eigentliche Druck auf die UBER-Aktie von der Prognose.

Das Management erwartet, dass das Non-GAAP-Ergebnis je Aktie (EPS) im laufenden Quartal bei $0.86 liegen wird, deutlich unter den von Analysten erwarteten $0.89.

Entscheidend ist, dass auch die Prognose für die Bruttobuchungen im Q3 ($59.25 billion) leicht unter dem Konsens lag – bedingt durch Währungsheadwinds, die diesen Indikator voraussichtlich um etwa 1 % belasten werden.  

Weitere Gründe für den gedämpften Ausblick sind die Reinvestition von Kosteneinsparungen in günstigere Produktstufen (wie Wait & Save und geteilte Fahrten) sowie härtere Vergleichsbasen im Jahresvergleich.

Hinweis: Uber Technologies Inc zahlt derzeit keine Dividende, um Eigentümeranreize zu setzen, trotz des schwächeren Ausblicks.

Waymo könnte zur Bedrohung für Uber Technologies werden

Schließlich bleibt der Markt gegenüber UBER-Aktien vorsichtig, nachdem jüngste Meldungen bekannt wurden, dass Waymo plant, eine eigene eigenständige Ride‑Hailing‑App in Schlüsselregionen wie Austin und Atlanta ab 2028 zu starten.

Die Befürchtungen einer Disintermediation wachsen, da die Alphabet‑Tochter erwägt, das Netzwerk von Uber zu umgehen.

Wenn Waymo seine eigene App einführt, würde es sich von einem lukrativen Technologiepartner zu einem formidablen, gut kapitalisierten Wettbewerber entwickeln, der UBERs langfristige Wachstumsprämie bedroht.

Dieser Wandel könnte dem Netzwerk des Unternehmens Premium‑Volumen im Bereich autonomer Fahrten entziehen und die Take‑Rates in dicht besiedelten urbanen Märkten stark komprimieren.

Folglich sieht sich Uber der doppelten Bedrohung durch steigende Kosten für Fahrerangebot und schrumpfenden Marktanteil gegenüber, was seinen Weg zu anhaltender Free‑Cashflow‑Dominanz eintrübt und eine weit verbreitete Kompression der Bewertungsmultiples auslöst.

Trotzdem stuft Wall Street UBER weiterhin als Strong Buy ein.

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