
Präsident Trump kündigte am Sonntag an, dass am Montag ein 25-prozentiger Zoll auf alle ausländischen Stahl- und Aluminiumeinfuhren in Kraft treten werde, gefolgt von zusätzlichen Gegenzöllen auf US-Handelspartner.
An Bord der Air Force One auf dem Weg zum Super Bowl erklärte Trump, dass die Zölle universell gelten würden, auch für die wichtigsten Verbündeten und Top-Lieferanten Kanada und Mexiko.
„Jeder Stahl, der in die Vereinigten Staaten kommt, wird mit einem Zoll von 25 Prozent belegt“, sagte Trump. „Auch Aluminium.“
Den Angaben der Regierung und des American Iron and Steel Institute zufolge stammen die größten Mengen der US-Stahimporte aus Kanada, Brasilien und Mexiko, gefolgt von Südkorea und Vietnam.
Kanada verurteilt Zölle und bezeichnet den Schritt als chaotisch
Kanada, einer der größten Stahllieferanten der Vereinigten Staaten, hat die Entscheidung von Präsident Donald Trump, auf alle Stahl- und Aluminiumeinfuhren einen Zoll von 25 Prozent zu erheben, scharf kritisiert.
Die Ankündigung überraschte die kanadischen Behörden. Eine Regierungsquelle sagte gegenüber Reuters, Ottawa werde nicht reagieren, bis es mehr Einzelheiten oder eine schriftliche Anweisung aus Washington habe.
Der Premierminister von Ontario, Doug Ford, beschuldigte Trump, „die Spielregeln zu ändern und ständigen Chaos zu verursachen“, was die kanadische Wirtschaft gefährde.
Die kanadische Stahlindustrie ist stark auf Ontario konzentriert, was die Provinz besonders anfällig für Zölle macht.
Catherine Loubier, eine kanadische politische Beraterin, unterstrich die engen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Nationen und wies darauf hin, dass Hunderttausende amerikanische Arbeitsplätze von Stahl- und Aluminiuminvestitionen aus Kanada abhängen.
„Niemand gewinnt mit diesen Zöllen, das ist sicher“, sagte sie.
Australien drängt bei hochrangigen Gesprächen auf Ausnahmeregelung
Der australische Aktienmarkt verzeichnete heute einen Rückgang, da die Anleger auf die Zollnachrichten reagierten.
Der S&P/ASX 200-Index sank um 0,3 %, belastet durch große Bergbauunternehmen wie BHP Group (-1 %) und Rio Tinto (-1,2 %).
Die Aktienkurse fielen, nachdem die Preise für Eisenerz nach Trumps Ankündigung zunächst gesunken waren, haben sich aber inzwischen wieder erholt.
Australien hat sich aktiv für eine Ausnahme eingesetzt, ähnlich derjenigen, die während Trumps erster Amtszeit gewährt wurde.
Premierminister Anthony Albanese bestätigte, dass er das Thema bei einem bevorstehenden Telefonat mit Trump ansprechen werde und betonte die Bedeutung freien und fairen Handels.
Handelsminister Don Farrell und andere Beamte haben hinter den Kulissen für Australien geworben und argumentiert, dass die Zölle nicht nur australische Produzenten schaden würden, sondern auch amerikanische Hersteller, die auf australischen Stahl angewiesen sind.
Farrell erklärte, die Regierung arbeite „seit dem ersten Tag“ daran, die australischen Interessen zu schützen, und habe bereits Kontakt mit hochrangigen US-Beamten aufgenommen.
Er räumte jedoch ein, dass es diesmal schwieriger sei, eine Ausnahme zu erhalten, da die Regierung noch keinen neuen US-Handelsvertreter bestätigt habe.
Großbritannien verfolgt einen abwartenden Ansatz
Die britische Regierung blieb vorsichtig und erklärte, sie benötige mehr Klarheit von Washington, bevor sie Maßnahmen ergreifen könne.
Innenministerin Dame Angela Eagle sagte gegenüber Reportern, Großbritannien habe eine „ausgewogene Handelsbeziehung“ mit den USA und dass beide Länder ein Interesse daran hätten, starke wirtschaftliche Beziehungen aufrechtzuerhalten.
„Wir haben eine sehr ausgewogene Handelsbeziehung mit den USA – ich schätze, der Handel zwischen unseren Ländern hat ein Volumen von 300 Milliarden Pfund – und ich denke, es liegt im besten Interesse beider Länder, als langjährige Verbündete und Nachbarn diese ausgewogene Handelsbeziehung aufrechtzuerhalten“, sagte Eagle.
China spielt Auswirkungen herunter, kritisiert aber US-Politik
China, das häufig Ziel von Trumps Handelspolitik ist, machte die USA schnell für die Eskalation der Handelsspannungen verantwortlich.
Der chinesische Diplomat und Ökonom Victor Gao hingegen meinte, die Auswirkungen auf China würden aufgrund der starken weltweiten Nachfrage nach chinesischen Stahlprodukten minimal ausfallen.
„Chinesische Waren sind auch mit einem Zoll von 10 % sehr erschwinglich und wettbewerbsfähig“, sagte er der BBC und fügte hinzu, dass die amerikanischen Verbraucher letztlich die Kosten tragen würden.
Obwohl Peking keine sofortigen Gegenmaßnahmen ankündigte, haben frühere Streitigkeiten gezeigt, dass China in der Lage ist, mit eigenen Zöllen zu reagieren und dabei möglicherweise amerikanische Agrar- oder Industriegüter ins Visier zu nehmen.
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