
Ein wachsender Anteil der Generation Z (definiert als diejenigen, die zwischen 1997 und 2012 geboren wurden) zieht sich sowohl aus Arbeit als auch aus Bildung zurück, während die Schuldenlasten steigen und die Löhne mit den Lebenshaltungskosten nicht Schritt halten können.
In den großen Volkswirtschaften gelten Millionen junger Menschen inzwischen als NEETs, das heißt, sie sind weder erwerbstätig noch in Ausbildung oder Weiterbildung.
Dieser Trend weckt Befürchtungen hinsichtlich der langfristigen Erwerbsbeteiligung und des Wirtschaftswachstums.
Daten internationaler Institutionen und Arbeitsmarktumfragen deuten darauf hin, dass finanzieller Druck, schwache Berufsaussichten und veränderte Einstellungen zur Arbeit zu einer immer größer werdenden Kluft zwischen jungen Menschen und dem Arbeitsmarkt beitragen.
Jugendliche Inaktivität nimmt zu
Weltweit galt etwa jede fünfte Person im Alter von 15 bis 24 Jahren im Jahr 2023 als NEET, laut der Internationalen Arbeitsorganisation.
Der Trend ist besonders in Europa sichtbar.
Spanien hat mehr als eine halbe Million junge Menschen, die weder arbeiten noch studieren. Im Vereinigten Königreich sind nahezu 3 million Angehörige der Generation Z wirtschaftlich inaktiv, wobei seit der COVID-Pandemie 384,000 hinzugekommen sind.
Ein PwC-Bericht fand, dass vier von zehn Beschäftigten der Generation Z in Erwägung ziehen würden, ihre Jobs aufzugeben und stattdessen auf Arbeitslosengeld zu setzen. Das spiegelt eine wachsende Distanz zu traditionellen Beschäftigungswegen wider.
Schuldenlast steigt
Studienkredite werden zu einem zentralen Faktor dieses Wandels. Im Vereinigten Königreich hat ein Absolvent inzwischen mehr als £314,356 Schulden – mehr als die durchschnittlichen Kosten für ein Eigenheim und ein neuer Rekord.
Während ein typischer Absolvent die Universität mit rund £45,000 Schulden verlässt, schuldet eine kleine, aber wachsende Gruppe mehr als £267,000.
Mehr als 150,000 Kreditnehmer haben jetzt Salden über £100,000, die durch Zinseszinsen ansteigen.
Das Muster ist global. In den USA hat die gesamte Studienverschuldung $1.7 trillion überschritten.
Gleichzeitig konnten die Einkommen nicht Schritt halten. Daten zeigen, dass Personen in ihren frühen Zwanzigern etwa $45,500 verdienen, verglichen mit $51,852 für Millennials im gleichen Alter (inflationsbereinigt).
Gleichzeitig sind die Hauspreise seit 2000 mehr als doppelt so schnell gestiegen wie die Einkommen, wodurch die Lücke zwischen Einkommen und Erschwinglichkeit größer wurde.
Arbeitsmarkt wird enger
Die Möglichkeiten für Neueinsteiger werden knapper. Im Vereinigten Königreich wurden in einem jüngsten Einstellungszyklus mehr als 1.2 million Bewerbungen für weniger als 17,000 Graduate-Stellen eingereicht.
Einige Absolventen berichten, sich auf Hunderte von Stellen beworben zu haben, ohne Erfolg.
In den USA haben Organisationen wie Goodwill vor einem möglichen Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit gewarnt, da künstliche Intelligenz Einstiegsstellen ersetzt.
Arbeitgeber verlagern außerdem ihre Prioritäten und legen weniger Gewicht auf Abschlüsse, dafür mehr auf praktische Fähigkeiten.
Einstellungen zur Arbeit verändern sich
Ökonomischer Druck verändert die Herangehensweise der Generation Z an Arbeit. Viele legen weniger Wert auf traditionelle Karrierewege und lange Arbeitszeiten.
Manche wählen niedrigeren Druck und mehr Flexibilität, etwa im Lehr- oder Handwerksbereich, während andere Unternehmenskarrieren meiden.
Trends im Bereich psychischer Gesundheit beeinflussen ebenfalls Entscheidungen. Mehr als ein Drittel der 18- bis 24-Jährigen berichtet von Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen.
Finanzieller Druck verzögert wichtige Lebensmeilensteine.
Rund 14% der Absolventen geben an, dass Schulden sie dazu gezwungen haben, das Ausziehen oder die Familiengründung aufzuschieben, während ein Drittel das Sparen für ein Eigenheim oder die Altersvorsorge verzögert hat.
Infolgedessen glaubt nun jeder dritte Absolvent, dass sich sein Abschluss finanziell nicht gelohnt hat.
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